Kürbiskernöl

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Februar 2016
Gesundpedia.deLebensmittel Kürbiskernöl

Bei Kürbiskernöl handelt es sich um ein Speiseöl, das aus den gerösteten Kernen des Gartenkürbisses hergestellt wird. Es wird sowohl in der Küche als auch in der Medizin und in der Kosmetik aufgrund seiner positiven Eigenschaften geschätzt. Der überwiegende Teil der Erzeugnisse stammt aus der Steiermark.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Kürbiskernöl wissen

Etwa zwei Drittel des heute erhältlichen Kürbiskernöls wird in der Steiermark produziert. Neben der Steiermark sind Niederösterreich, das südliche Burgenland, Slowenien, Ungarn und Russland weitere Anbaugebiete. Gewonnen wird es deswegen in der Regel aus einer bestimmten lokalen Sorte des Gartenkürbisses, dem circa 8 bis 10 kg schweren Steirischen Ölkürbis.

Geruch und Geschmack werden als nussartig, aromatisch, mild würzig, röstig und krautig beschrieben. Der Eigengeschmack des Kürbiskernöls ist ausgeprägt, was es zum guten Begleiter in der Küche macht. Geerntet werden die bis zu 1.000 Samen pro Kürbis, aus denen das Öl gewonnen wird, maschinell oder per Hand im Herbst, wenn die Farbe der Frucht von Grün nach Gelborange wechselt (sog. Kürbisputzen).

Da die Samen allerdings nach dem Waschen und Mahlen bei 50 Grad haltbar gemacht werden, ist die Pressung des Öls das ganze Jahr über möglich. Die traditionelle Verarbeitung sieht dabei eine Versetzung der Samen mit Salz und Wasser vor. Bei ständigem Rühren werden diese geröstet, um das Öl vom Eiweiß zu trennen. Dann erfolgt die Pressung.

Wichtig ist, dass Kürbiskernöl nicht erhitzt wird, da es sonst seine wertvollen Bestandteile und seinen charakteristischen Geschmack verliert. Zum Kochen, Backen und Frittieren ist es nicht geeignet. Speziell beim Steirischen Kürbiskernöl g.g.A. handelt es sich um eine geschützte geographische Angabe, die von der EU festgelegt wurde.

Bedeutung für die Gesundheit

Prostata, Immunsystem, Herz und Kreislauf, Harnblase: Kürbiskernöl werden zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit zugeschrieben. Es hat nachweislich eine antioxidative Wirkung, schützt den Körper vor freien Radikalen und stärkt so das Immunsystem. Dies liegt im hohen Gehalt an Selen und Vitamin E begründet.

Zudem wird diesem gesunden Speiseöl durch den hohen Anteil an Linolsäure und Phytosterinen eine cholesterinsenkende Wirkung nachgesagt, was das Risiko von Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt mindert. Ferner verfügt Kürbiskernöl über entzündungshemmende Eigenschaften und wird deswegen gegen rheumatische Arthritis eingesetzt.

Es besteht zu 80 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, zum Teil sogar dreifach ungesättigten Fettsäuren, wirkt deswegen gefäßerweiternd und senkt somit den Blutdruck. Bluthochdruck aber gilt als Hauptrisikofaktoren für zahlreiche ernsthafte Erkrankungen. Dementsprechend ist Kürbiskernöl auch in der Naturheilkunde sehr beliebt: Hier wird es gegen Bluthochdruck, Arteriosklerose, Prostatabeschwerden, Reizblase und Blasenentzündung, Muskelkrämpfe, Nierenerkrankungen und Bandscheibenprobleme eingesetzt.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Kürbiskernöl als hochwertiges Pflanzenöl verfügt über zahlreiche wichtige Inhaltsstoffe und Nährwerte, was es für die Gesundheit wertvoll macht. Unter anderem enthält es die Vitamine A, Biotin, B1, B2, Niacin, C, Panthotensäure, Pyroxin, Niacin und Niacinäquivalent. Dabei ist vor allem das Vitamin A essenziell, da der Körper dieses nicht lange speichern kann. Außerdem beinhaltet es wertvolle Spurenelemente und Mineralstoffe wie Zink, Schwefel, Selen, Phosphor, Natrium, Mangan, Magnesium, Kupfer, Kalzium, Kalium, Jod, Fluor, Eisen und Chlor.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 879 kcal/ 3682 kj
Eiweiß 0,00 g
Kohlenhydrate 0,00 g
Fett 99,50 g
Wasser 0,50 g
Ballaststoffe 0,00 g
Vitamin E 4000 µg

Unverträglichkeiten

Obwohl Kürbiskernöl generell sehr gesund ist, kann es bei empfindlichen Personen zu sog. Kreuzallergien kommen. Hierbei erkennen Antikörper, die eigentlich gegen Allergene in Gräserpollen gerichtet sind, ähnliche Allergene im Kürbis. Demzufolge können Pollenallergiker mit verzögerten Allergien auf Kürbisprodukte reagieren. Mediziner sprechen dabei von einer Kreuzreaktion.

Symptome können Schweißausbrüche, Herzrasen, Atemnot, Tränenfluss, rote Pusteln, Juckreiz, Magen-Darm-Beschwerden oder Kribbeln sein. Bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit oder Allergie sollte protokolliert werden, wann die Beschwerden auftreten.

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Einkaufs- und Küchentipps

Da Kürbiskernöl hitzeempfindlich ist, sollte es ausschließlich für Rohkost und Salate verwendet werden. Zum Kochen, Backen oder Frittieren ist es nicht geeignet. Wichtig ist eine kühle und dunkle Lagerung. Auch im Supermarktregal sollte es nicht zu lange im hellen Licht stehen, da es sonst bitter wird. Eine angebrochene Flasche, die ebenfalls möglichst dunkel sein sollte, hält sich am besten im Kühlschrank, dann allerdings bis zu zwölf Monate lang.

Kürbiskernöl sollte nicht mit Kleidung in Berührung kommen, da es dunkle Flecken hinterlässt, die allerdings durch Sonneneinstrahlung wieder ausgebleicht werden können.

Beim Kauf ist auf das Siegel „Steirisches Kürbiskernöl g.g.A.“ sowie auf eine weiß-grüne Banderole mit Prüfnummer zu achten. Die Bezeichnung garantiert, dass es sich um heimisches Kernöl handelt, nur geprüfte Hersteller dürfen diese Kennzeichnung anbringen. Weniger hochwertige Kürbiskernöle tragen oft die Bezeichnung „Salatöl“ und stammen nicht aus den kontrollierten Anbaugebieten.

Zubereitungstipps

Kürbiskernöl ist ein gesunder und wichtiger Geschmacksträger in der Küche. Da es nicht erhitzt werden darf, wird es einfach über Salate und warme oder kalte Vorspeisen gegeben. Eine weitere Vorbereitung bzw. Zubereitung ist nicht notwendig. Das wertvolle Speiseöl passt aber auch gut zu Rindfleisch, Suppen oder Sülzen. Doch auch in diesen Fällen wird es nicht weiter erwärmt, sondern einfach hinzugegeben. Allerdings sollten es nur sparsam verwendet werden, da Kürbiskernöl sehr aromatisch und geschmacksintensiv ist.

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