Judo

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. Dezember 2014
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Judo ist eine vielseitige Zweikampfsportart. Judo hat sich ursprünglich in Japan ausschließlich für kriegerische Zwecke entwickelt. Das heutige Judo besitzt eine rein sportliche und wettkampfmäßige Ausrichtung. Die Judolehre zielt auf die Ganzheitlichkeit von Körper und Seele ab.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Judo ist aus dem Jiu – Jitsu entwickelt worden. Diese Kampfsportart ist den Überlieferungen nach bereits vor dem 10. Jahrhundert u.Z. von China nach Japan gekommen, wo es ausschließlich für kriegerische Zwecke systematisch genutzt wurde.

Der junge japanische Gelehrte Djigogo Kano entwickelte aus dem Jiu – Jitsu ein neues System, in das er die für den sportlichen Zweikampf geeigneten gefahrlosen Angriffs- und Verteidigungselemente des alten Prinzips übernahm. Er nannte es Judo.

Gleichzeitig war er bestrebt, Judo als zu einem Erziehungsprinzip mit stark buddhistisch-philosophischem Inhalt für das Leben in der bürgerlichen Gesellschaft auszubauen.

In Deutschland entwickelte sich der Judosport erst im Jahre 1929 durch die japanischen Meister Koizumi und Tani, die in Frankfurt und Wiesbaden eine englische Mannschaft betreuten. In den folgenden Jahren gründeten sich eine Reihe von Vereinen, die dieses Wettkampfsystem übernahmen.

Trotz zahlreicher Widerstände setzte sich der Judosport im Laufe der Zeit immer mehr durch. 1953 gründete sich der Deutsche-Judo-Bund (DJB). Tokio war 1956 erstmals Ausrichter einer Judo-Weltmeisterschaft. Auch bei den Olympischen Spielen 1964 war Tokio die erste Stadt, die den Judosport in das olympische Programm integrierte.

Begriffe

Der Name Judogeht auf die japanischen Wörter Dju (edel, vornehm, sanft, nachgeben ) und Do (Weg, Grundsatz, Prinzip) zurück. Der Judokämpfer, der die Technik ausführt, heißt Tori und der der andere, der geworfen wird bzw. der in einen Griff genommen wird, Uke. Allgemein heißt der Judosportler Judoka. Weitere wichtige Begriffe im Judo sind u.a.:

  • Dojo = Übungsraum
  • "Ha-jime" = "kämpfen!"
  • Ippon-seoi-nage = Schulterwurf
  • Judogi = Judoanzug
  • Kake = Niederwurf
  • "Mate" = "aufhören!"
  • Nage-waza = Wurftechnik
  • Nage-komi = Standwurf
  • Ne-waza = Bodentechnik
  • Randori = Übungskampf
  • "Rei" = "verbeugen"
  • Tatami = Judomatte
  • Ukemi-waza = Falltechniken

Techniken

Standtechnik

Das Ziel der Standtechnik besteht darin, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihn durch effektive Bewegungen mit Hilfe einer Wurftechnik (Nage-Waza) schwungvoll zu Boden zu werfen.

Standkampfstellung

Die Füße stehen parallel und nicht mehr als schulterbreit auseinander. Die Körperhaltung ist aufrecht und locker. Die Knie sind leicht gebeugt, das Becken ist ein wenig vorgeschoben. Um einen festeren Stand zu haben, kann der Kämpfer durch weiteres Grätschen der Beine und stärkeres Beugen der Knie aus der normalen Standkampfstellung (Shizentai) in die Verteidigungsstellung (Jigotai) übergehen.

Gehen auf der Matte

Die Fußsohlen schleifen beim Gehen fast auf der Matte entlang. Das Körpergewicht sollte niemals länger auf längere Zeit auf einem Bein ruhen. Die Schritte sollten nicht zu lang sein, und die Beine möglichst nicht über Kreuz oder näher als Schulterbreite auseinandergesetzt werden.

Die rechte Hand ergreift den linken Jackenkragen des Gegners, während die linke Hand seinen rechten Ärmel von außen in Ellenbogenhöhe erfasst.

Falltechnik

Zum Schutz gegen Verletzungen beim Wurf erlernt der Judokämpfer die Falltechnik, die ihn befähigt, die Wucht eines Sturzes aus Kopfhöhe auf die Seite oder den Rücken ohne Schaden abzufangen. Dabei unterscheidet man verschiedene Fallübungen: Fallübung -vorwärts, -rückwärts und -seitwärts.

Wurftechnik

Es gibt Würfe aus dem Stand (Tachi-Waza), bei denen der Werfende seinen Stand behält, und Würfe, bei denen der Werfer (Tori) sein Gleichgewicht verliert, so dass er bei Ansatz oder Ausführung des Wurfes selbst mit in die Bodenlage kommt (Sutemi). Man unterscheidet Wurftechniken nach: Schulter- und Handwürfe, Fuß- und Beinwürfe sowie Hüftwürfe.

Verteidigung (Gegenwurftechnik)

Bei der Verteidigung richtet sich die Technik nach dem Angriff des Gegners. Diese Technik ermöglicht es, einen gegnerischen Angriff zu kontern. Im richtigen Augenblick des Angriffes werden dabei Angriffsbewegung und Gleichgewichtslage des Gegners plötzlich zum eigenen Wurfansatz ausgenutzt. Für jede Angriffstechnik gibt es mindestens eine geeignete Gegenwurftechnik.

Bodentechnik

Bei den Bodentechniken sind die folgenden Griffgruppen zugelassen: die Festhaltegriffe (Osae-Komi-Waza), die Würgegriffe (Shime – Waza) und die Armhebel (Ude-Kwansetsu-Waza).

Der Übergang von einem Griff in den anderen wird Griff-Kombination genannt. Zur Bodentechnik gehört außerdem die Beherrschung geschmeidiger Bewegungen parallel zur Matte und um den Gegner herum, das Bewegen oder Blockieren des gegnerischen Körpers vor allem geschickter Beinarbeit, die Abwehrbewegungen gegen die Griffe und das Sich befreien aus den Festhaltegriffen.

Kombinationen vom Stand zum Boden sind Angriffsaktionen, die bei einem missglückten Wurf, bei dem der Angegriffene zu Boden muss, mit einem Bodengriff beendet werden.

Kampfkleidung und Gürtel (Kyu)

Beim Judo wird eine weiße Kampfkleidung (Judogi) getragen. Sie besteht aus einer Kampfjacke (Kimono), die den japanischen Kimono zum Vorbild hat, und einer langen Hose (Zubon).

Die Kampfjacke hält ein etwa 4 cm breiter Gürtel (Obi) zusammen, der zweimal straff um den Rumpf geschlungen wird und dessen Enden mit einer Doppelschlinge zu verknoten sind.

Über die einzelnen Stücke der Kampfkleidung gibt es bestimmte Vorschriften. Die Arbeit auf der Matte erfolgt barfuß, Bandagen sind gestattet.

Bis zum Betreten der Kampf bzw. Übungsfläche (Tatami) werden aus hygienischen Gründen Schuhe oder Judoslipper getragen.

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