Juckreiz im Intimbereich bei der Frau

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Juli 2017
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Juckreiz im Intimbereich wird als sehr unangenehm empfunden. Scham und eine innere Unruhe stellen sich ein, die häufig mit verschiedenen Ängsten verbunden sind. Die Ursachen der Beschwerden sind sehr individuell und vielfältig. In den meisten Fällen kann jedoch eine erfolgversprechende Therapie eingeleitet werden, so dass eine gute Heilungschance besteht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Juckreiz im Intimbereich?

Ein Juckreiz im Intimbereich einer Frau wird in vielen Fällen durch einen Befall von Keimen verursacht. Diese können durch eine unzureichende Hygiene oder übertragbare Krankheiten ausgelöst werden. Pilze, Bakterien oder Viren gelangen in den Intimbereich und vermehren sich innerhalb weniger Stunden.

Neben dem Unwohlsein kommt es zu Veränderungen der Haut. Es besteht Ansteckungsgefahr, so dass ein sexueller Kontakt erst nach Rücksprache mit dem Arzt stattfinden sollte. Die Behandlungsmöglichkeiten sind meist sehr gut. Häufig findet unter ärztlicher Betreuung innerhalb kurzer Zeit eine vollständige Beschwerdefreiheit ohne weitere Beeinträchtigungen statt. Darüber hinaus kann dem Symptom vorbeugend mit ausreichenden Hygienemaßnahmen und sicherem Schutz während des Geschlechtsaktes begegnet werden.

Ursachen

Zu der häufigsten Ursache der Beschwerden gehört der Befall von Schädlingen. Mikroorganismen, wie Viren, Bakterien oder Pilze lösen den Juckreiz im Intimbereich aus und vermehren sich. Eine Spontanheilung tritt im Normalfall nicht ein. Die Region ist förderlich für die Vermehrung der Keime.

Bei Menschen, die unter einem Herpesvirus leiden, kann dieser auch im Intimbereich auftreten. Der Virus kann sich über die Haut oder Hände am gesamten Körper ausbreiten und zur Ausbildung von neuen typischen Herpesbläschen im Intimbereich führen.

Da die Ansteckungsgefahr der Schädlinge grundsätzlich sehr hoch ist, kann ungeschützter Geschlechtsverkehr dazu führen, dass sie auf den Partner übertragen werden. Daher kann der sexuelle Kontakt auch innerhalb einer festen Partnerschaft bei einem untreuen Partner ein Grund sein, dass es zu Übertragung einer Geschlechtskrankheit gekommen ist.

Unzureichende Hygienemaßnahmen gehören darüber hinaus zu den häufigsten Gründen des Juckreizes. Das zu lange Tragen von Slipeinlagen, Tampons oder Binden kann den Nährboden für Keime schaffen. Sind die Abstände zwischen den Waschvorgängen oder dem Wechsel der Kleidung im Intimbereich zu groß, können dies ebenfalls Ursachen der Beschwerden darstellen. Die Nutzung von unsauberen Toiletten oder die mangelnde Sterilität der Hände sind darüber hinaus zu überprüfen.

In einigen Fällen basiert der Juckreiz auf einer allergischen Reaktion. Die Fasern der Unterwäsche sowie die Bestandteile von Verhütungsmitteln oder Sextoys sind zu überprüfen. Zusätzlich können Unverträglichkeiten der genutzten Waschmittel oder Pflegeprodukte vorliegen, die kontrolliert und getestet werden müssen.

Häufig sind Mikroorganismen (u.a. Pilze oder Bakterien) der Grund für Juckreiz im Intimbereich einer Frau.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald der Juckreiz über mehrere Tage anhält oder eine zunehmende Intensität hat. Treten die Beschwerden im unmittelbaren Zusammenhang mit einem stattgefundenen ungeschützten Geschlechtsverkehr auf, ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen. Darüber hinaus ist von einem weiteren sexuellen Verkehr bis zur Stellung der Diagnose aufgrund einer möglichen Ansteckungsgefahr abzuraten. Setzen Schwellungen ein, tritt eine innere Unruhe auf oder sind Rötungen der Haut erkennbar, ist ein Arztbesuch notwendig. Eine medizinische Untersuchung ist ebenfalls unverzüglich nötig, wenn sich der Juckreiz ausbreitet und es zur Bildung von offenen Wunden oder Blutverlust kommt. Unbehandelt können über die Haut weitere Keime eindringen und zusätzliche Erkrankungen auslösen.

Diagnose

Bei einer krankheitsbedingten Ursache ist mit einem zunehmenden Verlauf der Beschwerden zu rechnen. Die juckreizauslösenden Keime breiten sich häufig innerhalb weniger Stunden oder Tage aus, so dass die Intensität der Beschwerden stark ansteigt. Die Diagnose wird durch die Untersuchung der Intimflüssigkeit gestellt. Dafür entnimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen in der Vagina sowie im Bereich der Schamlippen Flüssigkeit und lässt diese im Labor auf einen Befall von Pilzen, Viren oder Bakterien untersuchen. Der ph – Wert der Haut im Intimbereich wird ebenfalls ermittelt, um festzustellen, ob schädliche Mikroorganismen vorhanden sind.

Komplikationen

Neben dem Juckreiz kann es zu emotionalen sowie psychischen Problemen kommen. Scham, Angst, Schuld oder ein vermindertes Selbstbewusstsein sind möglich. Lässt sich der Juckreiz auf einen sexuellen Kontakt des Partners außerhalb einer bestehenden Partnerschaft zurückführen, können zusätzlich Trennungsthemen, Niedergeschlagenheit oder in schweren Fällen depressive Zustände auftreten. Darüber hinaus sind sexuelle Funktionsstörungen möglich. Die Befürchtung einer Ansteckung kann Hemmungen des Lustempfindens auslösen und Probleme beim Geschlechtsverkehr bewirken. Verkrampfungen, Schmerzen oder Orgasmusstörungen sind möglich. Bei bestehenden Hautverletzungen im Intimbereich können Keime in den Organismus gelangen. Diese können als Krankheitserreger weitere Störungen oder Erkrankungen im gesamten Körper auslösen.

Behandlung und Therapie

Nachdem die Keime im Labor untersucht und identifiziert wurden, wird meist eine medikamentenöse Behandlung eingeleitet. Antibakterielle Präparate oder virusabtötende Medikamente kommen dabei häufig zum Einsatz. Zusätzlich können Salben oder Cremes mit antibakteriellen Wirkstoffen verschrieben und genutzt werden. Diese werden in der Vagina sowie im äußeren Intimbereich aufgetragen. Mehrmals täglich ist die Unterwäsche zu wechseln, die aus hautverträglichen Fasern bestehen sollte.

Ist die Ursache in einem ungewöhnlichen ph – Wert zu finden, muss die Körperhygiene verändert werden. Das Tragen von verträglicher Unterwäsche, die ausreichende Reinigung des Intimbereiches sowie die Nutzung der Körperpflegeprodukte werden mit einem Arzt abgeklärt und den Bedürfnissen des Körpers angepasst. Innerhalb der Menstruation werden die Abstände zum Wechseln der Hygieneprodukte sowie das passende Produkt besprochen. Wird der Juckreiz wiederholt durch einen aggressiven Herpesvirus ausgelöst, muss das Immunsystems dauerhaft stabilisiert werden. Häufig wird dafür eine gesonderte Tablettenkur über mehrere Monate durchgeführt.



Aussicht und Prognose

Die Prognose ist abhängig von der vorliegenden Grundproblematik. Handelt es sich um hygienische Ursachen, kommt es zu einer vollständigen Linderung, sobald eine ausreichende Reinigung und Pflege des Intimbereiches stattfindet. Sind die Inhaltsstoffe von Kleidungsstücken Auslöser des Juckreizes, wird ebenfalls eine vollständige Heilung stattfinden, sobald auf die Verwendung gut verträglicher Fasern geachtet wird.

Krankheitsbedingte Ursachen sind im Normalfall medizinisch gut behandelbar. In den meisten Fällen kommt es nach der Gabe von Medikamenten oder Salben innerhalb weniger Tage oder Wochen zu einer Linderung und im weiteren Verlauf zu einer vollständigen Heilung. Liegt eine Geschlechtskrankheit vor, kann der Heilungsweg mehrere Monate umfassen.

Vorbeugung

Vorbeugend können regelmäßige sowie umfassende hygienische Maßnahmen ergriffen werden. Das Tragen von hautfreundlicher Kleidung, tägliches wechseln der Unterwäsche und mehrmaliges waschen mit Pflegeprodukten für die Intimzone sind notwendig. Darüber hinaus sollte beim Geschlechtsverkehr auf Schutz vor Ansteckung geachtet werden.

Neben der Nutzung von Praktiken, die zu keiner Ansteckungsgefahr führen, sollte stets auf die Verwendung von Kondomen geachtet werden. Zusätzlich ist in Zeiten der Menstruation der Hygieneschutz zu kontrollieren. Grundsätzlich sind Tampons oder Binden nicht länger als acht Stunden täglich zu tragen. Außerhalb der Blutungen sollten Slipeinlagen je nach Ausflussstärke mehrmals täglich gewechselt werden.

Bücher über Geschlechtskrankheiten

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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