Jucken am After

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Jucken am After ist ein Juckreiz im Analbereich, welcher unterschiedlichste Ursachen haben kann und sich gut behandeln lässt. Auch Vorbeugung lässt sich der Missempfindung in vielen Fällen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Jucken am After?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Jucken am After bezeichnet eine Missempfindung im Bereich um die Analöffnung. Das unangenehme Gefühl kann chronisch oder akut auftreten und stört in vielen Fällen sogar den Schlaf. Gefährlich ist der Juckreiz nur in seltenen Fällen, wobei hier die Ursache entscheidet. Ein leichtes Jucken kann bereits durch das falsche Toilettenpapier oder mangelnde Hygiene entstehen, langanhaltende Probleme haben dagegen in den meisten Fällen eine Erkrankung als Ursache.

Ursachen

Jucken am After kann unterschiedlichste Ursachen haben. Häufig liegt ihm ein so genanntes Analekzem zugrunde, welches vorwiegend durch Allergien entsteht. Daneben gibt es viele weitere mögliche Ursachen. Sehr oft entsteht Afterjucken beispielsweise durch Hämorrhoiden, Afterrisse, eine Entzündung des Afters oder durch ein anorektales Syndrom. Dieses entsteht durch eine gestörte Darmflora und tritt meist nach einer Antibiotika-Therapie auf.

Weiterhin können Feigwarzen oder Pilzinfektionen wie etwa Candida Afterjucken auslösen. Ebenso Stuhlinkontinenz, Tumore des Mastdarms, Nahrungsmittelallergien und Infektionen. Geschlechtskrankheiten wie Syphilis lösen ebenso ein Jucken am After aus. Des Weiteren kann es eines der Begleitsymptome von Diabetes mellitus sein.

Jucken am After entsteht in manchen Fällen auch als Folge einer allgemeinen Hautkrankheit. Neurodermitis und Schuppenflechte sind nur zwei der möglichen Ursachen. Zuletzt kann eine mangelnde oder übermäßige Hygiene des Analbereichs Juckreiz auslösen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Juckreiz am After kann aufgrund seiner verschiedenen Ausprägungen und Ursachen nicht immer direkt einer Krankheit oder Störung zugeordnet werden. Der Arzt muss deshalb zunächst klären, in welcher Intensität der Juckreiz auftritt, wann er auftritt und wie der Stuhlgang allgemein verläuft. Darüber hinaus wird im Gespräch mit dem Patienten geklärt, ob eventuell Allergien oder Grunderkrankungen vorliegen und ob die Möglichkeit besteht, dass eine sexuell übertragbare Krankheit vorliegt. Durch diese und weitere Fragen kann der Arzt die Diagnosemöglichkeiten eingrenzen.

Um die endgültige Diagnose stellen zu können, sind weitere Untersuchungen notwendig. Insbesondere der Analbereich wird vom Arzt auf Auffälligkeiten kontrolliert. Auch der Enddarm wird bei einem konkreten Verdacht abgetastet und gegebenenfalls genauer untersucht. Weiterhin wird eine Stuhluntersuchung vorgenommen, um mögliche Erreger wie Bakterien, Pilze oder Parasiten festzustellen. Darüber hinaus wird ein Allergietest vorgenommen.

Weitergehende Untersuchungen wie etwa eine Darmspiegelung, eine Ultraschalluntersuchung und eine CT werden je nach vermuteter Ursache durchgeführt. Im Anschluss daran kann der Arzt die zugrunde liegende Erkrankung diagnostizieren. Jucken am After kann chronisch oder akut verlaufen und führt nur selten zu gesundheitlichen Problemen. Allerdings wird das Jucken von Betroffenen als sehr quälend empfunden, wodurch die Lebensqualität erheblich leidet. Verschwindet das Jucken deshalb auch nach einigen Tagen nicht, empfiehlt sich eine zielgerichtete Behandlung.

Behandlung und Therapie

Jucken am After kann nach der Diagnose durch einen Arzt relativ gut behandelt werden. Schon davor können Betroffene jedoch einige Maßnahmen treffen, um den Juckreiz zumindest zu mindern. Dazu gehören unter anderem eine umfassende Reinigung des Analbereichs und die Entsorgung möglicher Allergie-Auslöser. Die eigentliche Therapie richtet nach der Grunderkrankung. Ist das Jucken am After auf eine Infektion durch Bakterien zurückzuführen, werden entsprechende Medikamente verschrieben.

Auch bei Hämorrhoiden können Salben mit Kortison und anderen Wirkstoffen die Beschwerden lindern. Eine Pilzinfektion wird mit Antipilzmitteln wie Antimykotika behandelt und zusätzlich durch den Verzicht auf Zucker unterstützt. Feigwarzen und Tumore müssen möglicherweise operativ entfernt werden. Ebenso Zysten und ähnliche Störungen.

Stellt sich heraus, dass der Juckreiz durch eine allergische Reaktion auf ein Nahrungsmittel entsteht, muss die Ernährung möglicherweise komplett umgestellt werden. Hier ist es sinnvoll, einen Fachmann hinzuzuziehen, damit durch die Umstellung keine Mangelerscheinungen auftreten. Grundsätzlich kann Jucken am After also in fast allen Fällen effektiv behandelt werden.



Vorbeugung

Jucken am After kann in fast allen Fällen vermieden werden, wenn bestimmt Grundregeln eingehalten werden. Der wichtigste Faktor ist die Ernährung. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung sorgt für einen regelmäßigen, weichen Stuhlgang, wodurch Schädigungen der empfindlichen Analöffnung unwahrscheinlich sind. Des Weiteren sollte weiches und trockenes Toilettenpapier verwendet werden. Feuchtes Toilettenpapier kann die Schleimhaut ebenso reizen wie zu dünnes oder hartes Papier.

Daneben ist eine gute Analhygiene überaus wichtig. Es empfiehlt sich, den After nach jedem Stuhlgang mit klarem Wasser abzuwaschen und danach sanft abzutrocknen. Noch schonender ist es, den Analbereich mit Kaltluft trocken zu föhnen. Zur Reinigung sollte lediglich pH-neutrale Waschlotion verwendet werden. Besteht bereits ein Juckreiz, sollte diesem möglichst nicht nachgegeben werden. Dadurch lässt sich vermeiden, dass sich die Beschwerden verschlimmern oder womöglich die Analöffnung verletzt wird. Selbst in kleinste Verletzungen können Bakterien dringen und zu Entzündungen führen.

Zuletzt kann Jucken am After vorgebeugt werden, indem ein Allergietest durchgeführt wird. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn bereits erste Anzeichen einer allergischen Reaktion bestehen. Fällt der Allergietest positiv aus, müssen entsprechende Auslöser entfernt werden.

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