Japanisches Flussfieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Dezember 2016
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Beim Japanischen Flussfieber (Tsutsugamushi-Fieber) handelt es sich um eine in Asien, Nordaustralien, Indien und Pakistan vorkommende Infektionskrankheit. Der Auslöser ist die Bakterienart Orienta tsutsugamushi, die früher ebenso als Rickettsia tsutsugamushi bezeichnet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Japanische Flussfieber?

Das Japanische Flussfieber wird auch als Busch- oder Milbenfleckfieber bezeichnet, da die Arthropoden (Milben, Flöhe, Läuse etc.) die Krankheit übertragen. Die Infektionskrankheit gehört zur Gruppe der Rickettsiosen. Rickettsien sind an Wirten gebunden, die beispielsweise in Milben und Zecken vorkommen.

Die Infektion breitet sich ohne eine Behandlung im gesamten Körper aus und kann im schlimmsten Fall tödlich verlaufen. Laut Studien verfügen die Betroffenen nach einer überstandenen Erkrankung über eine Immunität für circa ein bis zwei Jahre, sodass das Tsutsugamushi-Fieber auch bei einer erneuten Infektion nicht ausbricht.

Ursachen

Die Ursache sind die Rickettsia tsutsugamushi Bakterien, die durch einen Biss übertragen werden. Die bevorzugten Wirte sind Zecken, Milben, Läuse und Flöhe. Die Milben leben auf niedrigen Pflanzen wie Reispflanzen, wodurch die Übertragung auf den Menschen in diesen Landschaften relativ hoch ist.

Die so genannten Arthropoden sondern zum Betäuben der Bissstelle Speichel ab. Die Bakterien werden in die Wunde übertragen, wodurch der Betroffene mit dem Tsutsugamushi-Fieber infiziert wird. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch, beträgt 7 bis 30 Tage.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Japanischen Flussfiebers:

Die ersten Symptome machen sich nach ungefähr 7 bis 30 Tagen bemerkbar. Die meist rot verfärbte Bissstelle fühlt sich heiß an. Anfangs zeigen sich zudem Symptome, die einer Grippe ähneln, beispielsweise Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Später bildet sich der Hautausschlag, welcher sich über den ganzen Körper verbreitet. Weiterhin gehören zu den ersten Symptomen beim Tsutsugamushi-Fieber die Knötchen (Papel) auf der Haut, die dort entstehen, wo die Milbe zugebissen und somit die Bakterien übertragen hat.

Im weiteren Verlauf entwickelt sich die Papel oftmals zu einem schmerzhaften Geschwür und ist mit einem schwarzen Schorf bedeckt. Bei der Mehrzahl der Erkrankten entwickelt sich innerhalb weniger Tage ein Hautausschlag mit zwei bis vier Millimeter großen Flecken, die anfangs blass-rötlich und später dunkel-bräunlich sind. Dieser Ausschlag ist über den ganzen Körper verteilt. Zu den weiteren plötzlich beginnenden Symptomen zählen Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollenen Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und Fieber bis zu 41°C.

Die Betroffenen fühlen sich in der Regel sehr schlecht. In schweren Verläufen kann es zudem zur Myokarditis (entzündeter Herzmuskel) oder zur Enzephalitis (Gehirnentzündung) kommen. In diesen Fällen treten Halluzinationen, eine starke Übelkeit, Krampfanfälle und eine Bewusstlosigkeit auf. Im Rahmen der Myokarditis können durch einen Blutdruckabfall starke Kreislaufprobleme und ein Herzrasen entstehen, was zum Teil tödlich endet.

Bei einer frühzeitigen und sachgemäßen Behandlung verläuft das Tsutsugamushi-Fieber mit einer guten Prognose. Erhält der Betroffene zu spät oder kein Antibiotikum, sind Komplikationen wie eine Lungen-, Gehirn- oder Herzmuskelentzündung möglich. Das Tsutsugamushi-Fieber kann unbehandelt einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen, während die Möglichkeiten unter einer Antibiotika-Therapie sehr gut sind.

Diagnose

Wird das Japanische Flussfieber vermutet, veranlasst der Arzt eine Blutuntersuchung, um festzustellen, ob eine Infektion vorliegt. Für die Anamnese ist es auch wichtig, den Betroffenen nach einem Aufenthalt in Risikogebieten oder nach Insektenstichen zu befragen und die aufgetretenen Symptome zu ermitteln. In der Regel stellt ein Allgemeinarzt die Diagnose. Bei Bedarf kann, wenn die Diagnose nicht genau zugeordnet werden kann, ebenso ein Tropenmediziner hinzugezogen werden.

Behandlung und Therapie

Das Japanische Flussfieber wird gewöhnlich mit Antibiotika in einer ausreichenden Dosis und über einen längeren Zeitraum behandelt. Bei einer zu kurzen Behandlungsdauer besteht das Risiko, dass Bakterien überleben und somit eine Resistenz gegen das Medikament bilden. Die Therapie sollte stationär erfolgen, da die Erkrankung zum Teil nur schwer therapierbar ist. Grundsätzlich gilt, wie es bei allen Infektionskrankheiten der Fall ist, desto früher das Tsutsugamushi-Fieber erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Neben der Erkrankung selber müssen auch die Begleitsymptome behandelt werden. Gegen den mitunter stark juckenden Hautausschlag helfen milde, kortisonhaltige Cremes, gegen die Schmerzen Analgetika und gegen das Fieber fiebersenkende Mittel. Entzündungshemmende Präparate verhindern ein schnelles Ausbreiten der Infektion und weiterer Entzündungen im Körper.



Vorbeugung

Eine primäre vorbeugende Maßnahme gegen das Japanische Flussfieber ist es, Milben-, Zecken- und Flohbisse zu vermeiden. Bevor in ein Risikogebiet gereist wird, ist es ratsam, sich ausführlich zu informieren, ob in der Region das Tsutsugamushi-Fieber verbreitet ist. Zudem empfiehlt es sich, stets auf langärmelige Kleidung sowie eine Kopfbedeckung zu achten.

Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper nach Arthropoden und Bisswunden abgesucht werden. Dies gilt auch für die behaarten Körperstellen wie Kopf, Achseln und den Genitalbereich. Werden Läuse, Zecken, Flöhe etc. gefunden oder es zeigt sich eine Bisswunde, ist es wichtig, umgehend einen Arzt aufzusuchen, selbst, wenn noch keine Symptome aufgetreten sind. Das Tsutsugamushi-Fieber ist nur bei einer frühzeitigen Behandlung erfolgreich und ohne Folgen therapierbar.

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