Jakobs-Greiskraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. April 2016
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Jakobs-Greiskraut ist eine gifte Pflanze, die vor langer Zeit als Heilpflanze verwendet wurde. Da es gerade für Weidetiere sehr giftig ist, wird seine Verbreitung gern verhindert.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Das Jakobs-Greiskraut ist giftig! Lediglich Extrakte oder homöopathische Dosierungen der Pflanze können kurzweilig gegen Augenerkrankungen verwendet werden.

Jakobs-Greiskraut, auch als Jakobs-Kreuzkraut bekannt, gehört zur Gattung der Greiskräuter (Senecio). Das Jakobs-Greiskraut gehört dabei zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Name Jakobs-Greiskraut ist auf den Termin der Blüte um Jacobi (25. Juli) zurückzuführen, obwohl die Blütezeit bereits Anfang Juni beginnt. In dieser Zeit weist das Jakobs-Greiskraut schüttere Blütenstände auf, die sich im Hochsommer voll ausbilden. Jakobs-Greiskraut gilt als so genannte Nationalblume der „Isle of Man“ und wird hier als „Cushag“ bezeichnet.

Das Jakobs-Greiskraut ist eine zweijährige Pflanze, die ausdauernd und krautig wächst und Wuchshöhen von 30 bis 100 cm erreicht. Aus etwa 20 cm langen Laubblättern bildet sich im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette, während sich eine aufrechte Sprossachse mit Blütenständen in der Regel erst im zweiten Jahr bildet. Der Gesamtblütenstand, der schirmrispig ist, enthält eine Vielzahl an gelben körchenförmigen Teilblütenständen, wobei die Blütenkörbchen einen Durchmesser von etwa 15 bis 25 Millimetern aufweisen.

Vorkommen und Anbau

Jakobs-Greiskraut wächst vorrangig auf den Wiesen und Wieden, in lichten Wäldern, auf Schuttplätzen sowie an Wegesrändern Europas sowie Asiens. Hier bevorzugt es vor allem nährstoff- und basenreichen, humosen Sand- oder Lehmboden. Die Pflanze treibt im Frühjahr erst Blätter aus, in Bodennähe bildet sich eine Blattrosette mit federartigen Blättern. Während der Blütezeit, die zwischen Juni und Oktober liegt, bilden sich gelb leuchtende, gefiederte Blüten, die einen Durchmesser von 15 bis 25 mm aufweisen. Später entwickeln sich aus diesen Blüten die Samen.

Da Jakobs-Greiskraut eine sehr giftige Pflanze ist, wird sie aufgrund der zum Teil bereits übermäßigen Verbreitung vor allem auf Weiden, auf denen Tiere grasen, bekämpft. Als ursprüngliches Verbreitungsgebiet gelten die Ebenen der mittleren Gebirgslagen in den gemäßigten Klimazonen in Europa sowie Westasien. In Mitteleuropa gilt Jakobs-Greiskraut als einheimische Art, die als so genannter invasiver Neophyt auch in Australien, Argentinien, Kanada, Neuseeland und den USA vorkommt.

Anwendung und Wirkung

Früher galt Jakobs-Greiskraut als beliebte Heilpflanze, von der vor allem während der Blütezeit die Teile oberhalb der Erde verwendet wurden. Jedoch haben die in den Pflanzenteilen enthaltenen Pyrrolizindinalkaloide eine giftige Wirkung. Aus diesem Grund wird heutzutage davon abgeraten, Jakobs-Greiskraut medizinisch einzusetzen. Unter Umständen kann es bei der Anwendung zu irreparablen Leberschäden, Fruchtschädigungen bei Schwangerschaften sowie Krebs und Veränderungen des Erbguts kommen.

Grundsätzlich sind giftige Stoffe in allen Pflanzenteilen enthalten, in den Blüten findet sich jedoch der höchste Anteil. Dabei entfallen auf die Giftstoffe Senecionin und Jacobin die größten Teile. Zu den charakteristischen Erscheinungen einer Vergiftung gehören unter anderen Krämpfe, Magen-Darm-Beschwerden, Gewichtsverlust, Koordinationsschwierigkeiten, Lichtempfindlichkeit, Bewusstseinseintrübungen sowie erhebliche Schädigungen der Leber. Bei Weidetieren (vor allem bei Pferden) kann Jakobs-Greiskraut bis zum Tod führen.

Beim Menschen hingegen sind Vergiftungen eher selten und meist nur durch häufig konsumierte und verunreinigte Teemischungen möglich. Typische Symptome sind dann Müdigkeit, Haarausfall oder auch Appetitlosigkeit. Auch Kontaktallergien wurde bereits bei Patienten beobachtet. In der Antike fand Jakobs-Greiskraut vor allem als Liebestrank Anwendung. In der heutigen Zeit hingegen wird es – wenn überhaupt – nur noch in Form von Tee, als Umschlag, als frischer Saft oder auch als Urtinktur in der Homöopathie angewendet. Als Heilpflanze hat Jakobs-Greiskraut jedoch aufgrund seiner giftigen Wirkung an Bedeutung verloren.

Bedeutung für die Gesundheit

Noch bis in die 90er Jahre hinein galt Jakobs-Greiskraut als vielseitige Heilpflanze, welche durch die Volksheilkunde gegen Harndrang, schmerzhafte Regelblutungen oder auch rheumatische Beschwerden eingesetzt wurde. Auch Hautentzündungen und –krankheiten wurden damit behandelt. Zusätzlich wirkt es gegen Nasenbluten und lindert Schwellungen und Schmerzen. In niedrigen Potenzen als Urtinktur hergestellt, wird es in der Homöopathie gegen Erkrankungen der Augen angewandt. Aufgrund der giftigen Wirkung raten Experten jedoch von einer innerlichen Anwendung über einen längeren Zeitraum ab, da es ansonsten zu dauerhaften Leberschäden kommen kann.

Gerade früher wurden aus Jakobs-Greiskraut wässrige Aufgüsse und Extrakte hergestellt, die als Gurgelwasser gegen Beschwerden im Hals, gegen Mandel- und Halsentzündungen, bei Durchfallerkrankungen, gegen Fieber, gegen Asthma, gegen grippale Infekte sowie gegen Nasenbluten halfen. Generell raten Experten jedoch davon ab, in Bezug auf die Giftigkeit bestimmter Präparate zu viel Panik zu verbreiten. Sind Tierarten gefährdet, dann sollten die Weiden vorbeugend von der Pflanze frei gehalten werden. Bei Entfernung der Pflanzen sollten diese außerdem verbrannt werden, denn Jakobs-Greiskraut kann sich auch in getrockneter Form weiterhin vermehren. Ist eine Weide vollständig mit der Pflanze übersät, dann empfiehlt es sich, die Tiere dort nicht mehr weiden zu lassen.

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