Iris

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Iris

Sie ist der farbige Teil des Auges: Die Iris, auch Regenbogenhaut genannt. Dieser durch Pigmentierung gefärbte Gewebeteil trennt die vordere von der hinteren Augenkammer. Die Iris regelt den Lichteinfall, ähnlich einer Kamerablende.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Iris ist ein aus Muskelgewebe und Pigmenten (Melanine) bestehendes Organgewebe und spielt eine wichtige Rolle bezüglich des Sehvermögens. Die Pigmente verleihen dem Auge die Farbe, die von deren Konzentration abhängig ist. Eine schwache Pigmentierung lässt die Augen blau, grün oder grau erscheinen. Bei starker Pigmentierung sind sie braun.

Die Augen eines Säuglings sind bei der Geburt noch nicht voll entwickelt, daher sind fast alle Babys zu Beginn blau- oder grauäugig. Im Laufe des ersten Lebensjahres oder auch später entwickelt sich die Pigmentierung und die Kinder bekommen ihre endgültige Augenfarbe.

Bei fehlender Pigmentierung, etwa aufgrund von Albinismus, erscheint die Iris rot, da das dichte Gewebenetz sichtbar wird. Die Iris reguliert anhand von zwei Muskeln den Lichteinfall auf die Netzhaut. Ein Vorgang, der unbewusst geschieht.

Anatomie

Die Uvea, die mittlere Augenhaut, setzt sich aus drei Teilen zusammen: der Choroidea (Aderhaut), dem Corpus ciliare (Ziliarkörper) und der Iris (Regenbogenhaut). Die Iris liegt vorne, direkt am Übergang von der Hornhaut zur weißen Augenhaut und trennt damit die vordere von der hinteren Augenkammer.

Die Iris selbst setzt sich aus zwei blätterartigen Schichten zusammen und besteht aus Muskelfasern, dem Epithelgewebe, das eines der vier Grundgewebe darstellt und einem Stroma (Zwischengewebe), das aus Bindegewebe, verschiedenen Zelltypen, Gefäßen und Nerven besteht. Auf der Vorderseite der Iris befindet sich eine Schicht aus Mesothelzellen, auf der Rückseite ein zweischichtiges Pigmentgewebe. In der Mitte der Regenbogenhaut befindet sich die Pupille, ein Sehloch, das den Lichteinfall ins Auge ermöglicht.

Zwei Muskeln, die ebenfalls im Stroma liegen, sorgen dafür, dass sich die Pupille verengt (bei Helligkeit) oder erweitert (bei Dunkelheit). Der Musculus sphincter pupillae liegt dicht am freien Pupillenrand und verengt die Pupille. Der Musculus dilatator pupillae befindet sich am befestigen Iris-Rand und erweitert die Pupille. Die Struktur des Stromas ist nicht bei jedem Menschen identisch. Daher wird eine Iriserkennung, ähnlich dem Fingerabdruck, zur biometrischen Personenerkennung genutzt.

Funktion

Ihre wichtigste Rolle kommt der Iris bei der Regulierung des Lichteinfalls zu. Sie kann sich den Lichtverhältnissen dynamisch anpassen und funktioniert dabei wie die Blende einer Kamera. Je mehr Licht einfällt, desto kleiner die Blende und umgekehrt. Die Pupille ist die zentrale Öffnung für den Lichteinfall. Je nach Stärke der Lichtintensität, können die beiden Muskeln der Iris den Durchmesser der Pupille im Bereich von 1,5 bis 12 Millimeter regulieren. Die temporäre Verengung der Pupille wird als Miosis, die Weitstellung der Pupille als Mydriasis bezeichnet.

Die Irismuskeln lassen sich nicht bewusst steuern, da sie dem vegetativen Nervensystem unterliegen. Eine Erweiterung der Pupille stellt sich bei Dunkelheit, Fernsicht, Schmerzen, Kokainmissbrauch, einem Migräneanfall oder auch durch Stress ein. Bei starker Helligkeit, Nachtsicht und Müdigkeit lassen die Pupillen weniger Licht durch. Auch bei Ermüdung, Alkoholmiss- und Morphinmissbrauch verengen sich die Pupillen.



Erkrankungen der Iris

Zu den häufigsten Entzündungsformen der Iris und des Ziliarkörpers zählt die Iridozyklitis, die in der Regel mit einer internistischen Erkrankung zusammen auftritt, wie Herpes simplex, rheumatischen Erkrankungen, Gonokokken-Infektion oder Morbus Crohn. Sie kommt allerdings auch als eigenständiges Krankheitsbild vor.

Zu den Beschwerden einer Iridozyklitis gehören unter anderem Augenschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Farbveränderungen der Pupille, schlechtes Sehen durch eine Eintrübung des Glaskörpers und Eiweißablagerungen in der Hornhaut. Mit entzündungshemmenden Medikamenten und Antibiotika kann meist erfolgreich therapiert werden.

Eine gute Prognose hat eine Sonderform, die sogenannte Heterochromiezyklitis. Sie fällt durch eine Depigmentierung der Iris auf, Patienten klagen über Schmerzen.

Gut sind auch die Heilungsaussichten beim Irismelanom, das meist keine Beschwerden verursacht. Da dieser Tumor im Auge sehr gut erkennbar ist, lässt er sich entsprechend rasch behandeln.

Zu einer besonderen Form der Sehbehinderung kommt es beim Albinismus. Aufgrund fehlender Pigmentierung kann die Iris den Lichteinfall nicht regulieren. Das führt zu Blendungen und einer gestörten Entwicklung der Sehfunktion bereits im Babyalter. Häufig ist die Sehstörung mit einer Fehlbildung der Netzhaut kombiniert.

Bei der Aniridie handelt es sich um eine seltene, erblich bedingte Erkrankung, bei der von Geburt an die Iris fehlt und meist beide Augen betrifft.

Relativ selten tritt auch die Iris-Heterochromie auf, bei der die Regenbogenhäute farblich unterschiedlich sind. Diese Störung der Pigmentierung kann in Verbindung mit dem Waardenberg-Syndrom, einer genetisch bedingten Erkrankung, auftreten. Sie kann sich auch nach einer Irisentzündung entwickeln. Das Sehen oder das Sichtfeld sind dadurch nicht beeinträchtigt.

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