Iridozyklitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. September 2017
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Bei der Iridozyklitis handelt es sich um eine Entzündung, die sowohl die Iris als auch den Ziliarkörper betrifft. Diese Erkrankung kann verschiedenste Ursachen haben und bedarf generell einer Behandlung durch einen Facharzt, da als Folge Sehbehinderungen oder im schlimmsten Fall sogar eine völlige Blindheit eintreten können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Iridozyklitis?

Mit dem Begriff Iridozyklitis wird in der Medizin eine Entzündung des Inneren Auges beschrieben. Von ihr sind die Iris (Regenbogenhaut) sowie der Ziliarkörper betroffen. Der Ziliarkörper dient als Aufhängung der Iris, hat eine ringförmige Struktur und sorgt mit einem ringförmigen Muskel außerdem für die Einstellung der Sehschärfe (Linsen-Akkomodation).

Die Iris selbst besitzt ebenfalls eigene Muskelstrukturen. Sie funktioniert wie eine Kamerablende. Da zwischen Iris und Ziliarkörper ein enger anatomischer Zusammenhang besteht, kommen Entzündungen oft an beiden Organen gleichzeitig vor. Es handelt sich bei der Iridozyklitis deshalb um ein kompaktes Krankheitsbild.

Ursachen

Grundsätzlich kann die Entzündungserkrankung Iridozyklitis auf zwei Ursachen beruhen. Zum einen können Infektionen durch Viren oder Bakterien ursächlich sein. Kommt es zum Beispiel zur Ansteckung mit Gonokokken (Tripper) oder mit Herpes-Viren (z. B. Herpes Zoster – Gürtelrose, Herpes simplex), greifen diese auf die Region der vorderen und auch hinteren Augenkammer über. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Infektion mit dem Bakterium Leptospira (Morbus Weil) kommen.

Auf der anderen Seite kommen nichtinfektiöse Ursachen in Frage. Die Auslöser sind hier unterschiedlicher Natur. So können reizende Chemikalien oder auch systemische Grunderkrankungen als Ursache für die Iridozyklitis in Frage kommen. Auch Autoimmunerkrankungen aus dem rheumatischen Bereich können zur Iridozyklitis führen.

Als weitere Auslöser sind die juvenile Arthritis sowie chronische Entzündungen des Darms (Morbus Crohn) bekannt. Weiterhin können Erkrankungen des Bindegewebes (z. B. Sjörgen-Syndrom, Sarkoidose) für die Iridozyklitis verantwortlich sein. Eine weitere Ursache für die Entzündung der Augen kann die Erkrankung der Wirbelsäule, eine Autoimmun-Störung (Morbus-Bechterew-Syndrom) sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Iridozyklitis:

Zu den typischen Symptomen einer Iridozyklitis gehören Augenschmerzen, Empfindlichkeit gegen Licht, Störungen des Sehvermögens, Färbveränderungen der Pupille, Verklebungen zwischen Iris und Hornhaut, eine verlangsamte Reaktion der Pupillen sowie Ablagerungen von Eiweiß in der Hornhaut. Sobald es zu einer Verklebung zwischen Iris und Hornhaut oder sogar der Linse gekommen ist, dann sind in der Regel beide Augen betroffen.

Generell beginnt die Iridozyklitis zunächst einseitig. Eine frühzeitige Behandlung durch den Augenarzt kann unter Umständen gravierende Folgen verhindern. Unter anderem sind im Krankheitsverlauf Kalk-Infiltrationen in die Hornhaut, grüner Star (Glaukom) sowie grauer Star (Cataracta complicata) möglich. Ist der Ziliarköper bereits soweit beschädigt, dass die Sezernierung von Kammerwasser nicht mehr möglich ist, dann kommt es zu einer Schrumpfung des gesamten Auges. Die Folge der Iridozyklitis ist dann eine vollständige Erblindung.

Diagnose

Um eine eindeutige Diagnose der Iridozyklitis zu stellen, wird der Augenarzt den Patienten zunächst nach auftretenden Symptomen befragen und eine Anamnese erstellen. Schmerzende Augen, Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit können bereits ein erstes Anzeichen sein. Um die Diagnose zu sichern, wird der Arzt eine Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) durchführen. Typisch für die Iridozyklitis ist getrübtes Kammerwasser.

Komplikationen

Bei der Iridozyklitis handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Krankheit. Dabei kann es im schlimmsten Falle und vor allem ohne Behandlung der Erkrankung zu einer vollständigen Erblindung des Patienten kommen. Diese ist dabei irreversibel und kann nicht mehr behandelt werden. Die Betroffenen leiden bei der Iridozyklitis in erster Linie an starken Schmerzen an den Augen. Auch eine Lichtempfindlichkeit kann dabei auftreten und ist in vielen Fällen mit Sehstörungen verbunden. Weiterhin kleben die Augen stark und es kommt zu einer Farbänderung der Pupillen. Die Augenbewegungen und Reflexe sind stark verlangsamt, sodass es zu erheblichen Einschränkungen im Alltag kommen kann.

Ohne Behandlung verliert der Betroffene das Sehvermögen vollständig im Laufe der Erkrankung. Die Iridozyklitis kann dabei auch zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen führen. Vor allem junge Menschen können unter einem plötzlichen Sehverlust stark leiden. Die Lebensqualität wird durch die Iridozyklitis deutlich verringert und eingeschränkt. Weiterhin kann es auch zur Ausbildung eines Grauen Stars oder eines Glaukoms kommen. Bei der Behandlung selbst treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Falls die Krankheit frühzeitig erkannt wird, kann sie relativ gut behandelt werden.

Behandlung und Therapie

Es werden bei der Iridozyklitis verschiedene Kausaltherapien entsprechend der jeweiligen Ursache notwendig. Liegt eine systemische Grunderkrankung vor, so muss ein dafür zuständiger Facharzt eingeschaltet werden. Sind die Auslöser nicht auf eine Infektion zurückzuführen, wird oft ein Rheumatologe konsultiert. Der Augenarzt wird sämtliche Symptome am Auge behandeln. Die Therapie erfolgt mit Glucocorticoiden.

Dabei handelt es sich um Medikamente, die dem Kortison ähnlich sind und Entzündungen hemmen. Sie werden zuerst in Form von Augentropfen verabreicht. Hat diese Behandlungsmethode keinen Erfolg, dann werden die Medikamente oral verabreicht. Um die Entzündungsreaktionen, die durch eine Iridozyklitis entstehen, zu reduzieren, werden Immunsuppressiva eingesetzt. Sie sind eine gute Alternative zu Hormonpräparaten. Dies ist vor allem auch deshalb sinnvoll, da Glucocorticoide mit der Zeit zu schweren Nebenwirkungen führen. Hierzu gehören auch Augenkrankheiten, die eigentlich durch die Medikamentengabe vermieden werden sollten.

Im weiteren Behandlungsverlauf erhalten Patienten Augentropfen für eine zeitweise Weitstellung der Pupille. Dadurch bleibt die Iris in Bewegung und kann weder mit Hornhaut noch mit Linse verkleben. Handelt es sich um eine Iridozyklitis, die aufgrund einer Infektion entstanden ist, wird der Arzt zunächst den jeweiligen Erreger bekämpfen. Mit Antibiotika werden eingedrungene Bakterien abgetötet, mit Virostatika die Vermehrung der Viren gehemmt. Durch eine Bestrahlung mit Infrarotlicht kann eine allgemeine Linderung der Symptome einer Iridozyklitis bewirkt werden.



Vorbeugung

Es ist nur schwer möglich, einer Iridozyklitis generell sowie spezifisch vorzubeugen. Leidet der betroffene Patient unter einer systemischen Grunderkrankung, so gilt als vorbeugende Maßnahme zunächst deren Behandlung. Der Augenarzt sollte grundsätzlich über derartige Erkrankungen informiert werden, wenn eine routinemäßige Kontrolle ansteht.

Generell sollte jeder Mensch, der als Patient aufgeklärt ist, immer genau wissen, dass sich Krankheiten aufgrund von Infektionen schnell im Körper ausbreiten können. Deshalb ist es besonders wichtig, immer auf seine Augen zu achten. Eine völlige Vermeidung, an einer Iridozyklitis zu erkranken, ist leider nicht möglich. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist zumindest eine frühzeitige Behandlung der Erkrankung selbst sowie möglicher Grunderkrankungen wichtig.

Bücher über Augenschmerzen

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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