Intervallartige Magenkrämpfe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. Juli 2017
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Intervallartige Magenkrämpfe sind Krämpfe in der Magengegend, die ihn Phasen auftreten. Sie sind meist auf Magenverstimmungen, Magen-Darm-Infekte oder Magengeschwüre zurückzuführen. Die Behandlung konzentriert sich auf die Behebung der ursächlichen Erkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind intervallartige Magenkrämpfe?

Intervallartige Magenkrämpfe sind Magenkrämpfe, die nicht dauerhaft auftreten, sondern in Abständen von mehreren Minuten oder Stunden. Sie sind äußerst schmerzhaft und können unter Umständen über einen längeren Zeitraum auftreten. Zudem gehen sie meist mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Durchfall oder Aufstoßen einher. Intervallartige Magenkrämpfe entstehen meist im Oberbauch, können jedoch auch von anderen Organen wie etwa dem Herzen, der Bauchspeicheldrüse oder dem Darm herrühren.

Die genaue Ursache zu ermitteln ist ebenso wichtig wie eine zielgerichtete Behandlung. In manchen Fällen reichen dafür Hausmittel aus, in anderen Fällen sind chirurgische Maßnahmen notwendig. Vorbeugen lässt sich Magenkrämpfen etwa, indem Speisen und Getränke, die den Magen reizen, vom Speiseplan gestrichen werden. Auch Vorsorgeuntersuchungen sind ab einem gewissen Alter sinnvoll.

Ursachen

Intervallartige Magenkrämpfe können vielfältige Ursachen haben. Meist ist es eine leichte Magenverstimmung, die die Schmerzen auslöst, doch auch ernsthafte Erkrankungen können dafür verantwortlich sein. Gerade intervallartige Schmerzen, die über einen längeren Zeitraum auftreten, deuten auf eine schwerwiegende Erkrankung hin. Sie sollten schnellstmöglich untersucht werden, da gerade Erkrankungen der inneren Organe häufig erst bemerkt werden, wenn es bereits zu spät ist.

Mögliche Ursachen sind beispielsweise Nierensteine, eine Gallenkolik, eine Lebensmittelunverträglichkeit oder auch ein Darmverschluss. Die Unterscheidung zwischen Bauchschmerzen und Krämpfen ist schwierig, weshalb bei intervallartigen Magenkrämpfen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Intervallartige Magenkrämpfe treten häufig bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes auf. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald die Beschwerden einsetzen. Die Krämpfe werden von Bakterien und Viren ausgelöst, die sich ohne eine Behandlung im Körper ausbreiten. Treten die intervallartigen Magenkrämpfe nach der Nahrungszufuhr auf, liegt eine Lebensmittelunverträglichkeit vor. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, um entsprechende Heilungsmaßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus ist ein Allergietest durchzuführen, um die Substanzen zu ermitteln, die eine allergische Reaktion auslösen.

Die intervallartigen Magenkrämpfe können ein Hinweis auf weitere Erkrankungen sein. Zu ihnen gehören Nierensteine, ein Magengeschwür oder Tumorerkrankungen. Daher ist ein Arzt zu konsultieren, sobald die Beschwerden wiederholt auftreten oder über mehrere Tage anhalten. Als weitere Ursache können sind psychosomatische Gründe vorliegen. Stress, Angst oder Überforderung können zu den Krämpfen führen. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald Hilfe für die Bewältigung der herausfordernden Situation benötigt wird. Häufig schafft es der Betroffene jedoch aus eigener Kraft und ohne einen Arzt, bestehende Probleme zu lösen. Meist verschwinden anschließend die Beschwerden.

Treten zusätzliche Symptome auf, ist ein Arztbesuch notwendig. Zu ihnen zählen häufig Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen oder Herz-Rhythmus-Störungen. Da es durch die Krämpfe zu einer verminderten Nahrungsaufnahme kommt, ist ein Arzt aufzusuchen, sobald es zu einer deutlichen Gewichtsabnahme kommt.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose intervallartiger Magenkrämpfe erfolgt meist durch die Betroffenen selbst. Diese bemerken an- und abschwellende Schmerzen im Magenbereich, die bis zum Rücken ausstrahlen können. Auch eine Schwere im Magen sowie ein unangenehmes Beklemmungsgefühl können auftreten. Die Art der Krämpfe ist dabei meistens brennend oder scharf. Meist gehen die Magenkrämpfe mit Erbrechen oder Durchfall einher oder haben generell ein starkes Unwohlsein zur Folge.

Treten genannte Symptome auf, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Dieser führt zunächst eine umfassende Anamnese durch, in der mögliche Ursachen, das erstmalige Auftreten der intervallartigen Magenkrämpfe und die Intensität der Krämpfe abgeklärt werden. Zudem wird die bisherige Krankengeschichte begutachtet. Im Anschluss an das Gespräch folgt die körperliche Untersuchung. Dabei untersucht der Arzt zunächst den Bauch und hört diesen mit einem Stethoskop ab. Durch das Abtasten kann er Zysten oder Tumore feststellen und die Herkunft der Krämpfe lokalisieren.

Danach folgen weitere Untersuchungen wie eine Blutuntersuchung, eine Ultraschalluntersuchung und bei einem konkreten Verdacht auch eine Magenspiegelung. Die Diagnose kann danach meist schon gestellt werden, wobei dies auch von der Ursache abhängt. Liegt beispielsweise der Verdacht auf Magenkrebs vor, müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um sicherzugehen.

Intervallartige Magenkrämpfe können ganz unterschiedlich verlaufen. Entscheidend ist auch hier der Auslöser. Handelt es sich lediglich um eine Magenverstimmung, klingen die Symptome bei entsprechender Behandlung nach wenigen Tagen wieder ab. Schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs können einen tödlichen Verlauf nehmen, wenn sie zu spät erkannt werden. Die Magenkrämpfe lassen sich durch Arzneimittel jedoch in fast allen Fällen lindern.

Komplikationen

Intervallartige Magenkrämpfe können vor allem nach dem Essen bei einer Unverträglichkeit auftreten oder auf ein Infekt hindeuten. In diesen Fällen verschwinden die Krämpfe dann wieder, wenn der Körper den jeweiligen Inhaltsstoff wieder abgebaut hat. Im Falle eines Infektes ist eine Behandlung durch den Arzt notwendig. Damit sich die Viren nicht im gesamten Körper ausbreiten können, sollte direkt nach dem Einsetzen der Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten und führt in der Regel nicht zu weiteren Beschwerden.

Oft treten die Magenkrämpfe auch aus psychosomatischen Gründen auf. Hier spielen Stress und Depressionen eine Rolle. Falls die Magenkrämpfe psychologischer Natur sind, ist eine Behandlung durch einen Psychologen ratsam. Normalerweise werden solche Krämpfe auch mit Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Übelkeit begleitet, es müssen allerdings nicht alle Symptome auf ein Mal auftreten. Da der Patient bei solch einer Erkrankung keinen Appetit hat, kommt es zu einem Gewichtsverlust. Die meisten Untersuchungen werden mit einer Magenspiegelung durchgeführt und geben sofort Informationen über die Ursache dieser Krämpfe. In den meisten Fällen können die Krämpfe allerdings gut behandelt werden und verschwinden innerhalb von wenigen Tagen wieder.

Behandlung und Therapie

Intervallartige Magenkrämpfe werden je nach Ursache mit krampflösenden Mitteln oder Schmerzmitteln behandelt. Auch Präparate, die den Säuregehalt des Magens reduzieren, können verschrieben werden. Liegt den Magenkrämpfen eine psychische Störung zugrunde, sollte eine psychotherapeutische Unterstützung in Anspruch genommen werden.

Hausmittel sind ein probates Mittel gegen intervallartige Magenkrämpfe. Wirksam sind beispielsweise Wärme und eine schonende Ernährung. Auch Kräutertee kann sinnvoll sein. Darüber hinaus ist Magnesium ein wirksames Mittel, um die Säure im Magen zu binden und die Schmerzen zu reduzieren. Aufgrund der Gefahr der Überdosierung sollten diese und andere Behandlungsmethoden im Vorfeld mit einem Arzt abgesprochen werden.

Häufig hängen die intervallartigen Magenkrämpfe mit einer falschen Ernährung zusammen. Ist das der Fall, sollten entsprechende Lebensmittel, die den Magen reizen, vom Speiseplan gestrichen werden. Meist sind das übermäßig fettige oder scharfe Speisen.

Autogenes Training kann helfen, Stress abzubauen und damit auch stressbedingte Magenkrämpfe zu vermeiden. Entspannungsübungen sind generell ein gutes Mittel, um die Schmerzen zumindest zu lindern. Liegt den intervallartigen Magenschmerzen eine schwerwiegende Erkrankung wie Magenkrebs zugrunde, konzentriert sich die Behandlung auf Entfernung der Tumore. Eine Chemotherapie ist hier ebenso möglich wie Operationen oder eine medikamentöse Behandlung. Schmerzmittel werden hier aufgrund der Stärke der Schmerzen ohnehin verschrieben.



Aussicht und Prognose

Die Heilungs- und Prognoseaussichten sind bei intervallartigen Magenkrämpfe individuell zu beurteilen. Die vorliegende Grunderkrankung ist ausschlaggebend im Genesungsprozess und kann ganz unterschiedlich ausfallen. Ist eine Unverträglichkeit oder allergische Reaktion des Organismus die Ursache, muss die auslösende Substanz oder der Wirkstoff ermittelt werden. In einigen Fällen sind es auch mehrere Stoffe, auf die der Betroffene allergisch reagiert. Nachdem eine umfassende Untersuchung stattgefunden hat, kann durch eine vollständige Vermeidung der gefundenen Auslöser sofort eine dauerhafte Heilung erzielt werden.

Liegt ein bakterieller Infekt, eine Entzündung, Viruserkrankung oder ein Befall von weiteren Keimen vor, bestehen meist gute Prognoseaussichten. Durch eine medizinische Versorgung sterben die Krankheitserreger und das Immunsystem kann sich stabilisieren. In den meisten Fällen tritt eine vollständige Genesung innerhalb weniger Tage oder Wochen ein.

Bei einer psychischen Reaktion auf Stress, Aufregung, Überanstrengung oder emotionaler Überforderung wird Unterstützung benötigt. Der Betroffene kann über Entspannungstechniken und die Änderung der inneren Einstellungen selbstständig zu einer Stärkung seines Selbstwertgefühls beitragen und darüber eine Verbesserung erzielen. Gelingt das nicht oder leidet er an einer Angststörung, bestehen bei der Inanspruchnahme einer Therapie gute Aussichten auf eine dauerhafte Heilung. Wurde eine Gewebeveränderung diagnostiziert, muss ein operativer Eingriff erfolgen, damit eine Linderung erreicht wird. Durch diesen Eingriff wird das erkrankte Gewebe entfernt.

Vorbeugung

Intervallartigen Magenkrämpfen lässt sich vorbeugen, indem der Magen geschont wird. Scharfes oder fettiges Essen und säurehaltige Speisen sollten vermieden werden. Ebenso sollte es vermieden werden, zu heiße oder kalte Getränke zu trinken. Kaffee, Alkohol oder Nikotin sind generell zu vermeiden.

Wer auf diese Dinge achtet und den Magen auch davon ab nicht unnötig strapaziert, kann Magenkrämpfe fast immer vermeiden. Treten sie dennoch auf, lassen sich zumindest die Begleiterscheinungen reduzieren, indem die Ursache schnell ermittelt wird. Ein Arztbesuch ist deshalb anzuraten, wenn intervallartige Magenkrämpfe auftreten.

Bücher über Magenkrämpfe

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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