Intervallartige Bauchschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Wenn intervallartige Bauchschmerzen auftreten, kommen viele Grunderkrankungen als Auslöser infrage. Ob eine Infektion, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder beispielsweise ein Reizdarm vorliegen, kann nur ein Arzt erkennen. Er entscheidet auch, welche Therapie das jeweilige Krankheitssymptom lindert und was gegen die Grunderkrankung hilft.

Inhaltsverzeichnis

Was sind intervallartige Bauchschmerzen?

Wenn Beschwerden in der Körpermitte wellenartig auftauchen, sprechen Fachärzte von intervallartigen Bauchschmerzen. Verantwortlich für das unangenehme Ziehen im Leibbereich und die oft angespannte Bauchdecke ist die Muskulatur der inneren Organe. Denn diese kann sich eigenständig und vollkommen unabhängig von der Willenskontrolle bewegen. Über solche Muskeln verfügen der Magen-Darm-Trakt, die Gallenblase und Gallenwege, der Harnleiter, die Harnblase und bei Frauen der Eileiter und die Gebärmutter. Sind normale Abläufe wie etwa der Verdauungsvorgang gestört, ziehen sich die Muskeln krampfartig zusammen und sorgen für stechende oder ziehende Schmerzen.

Ursachen

Den Intervall-Schmerz im Bauch können viele unterschiedliche Auslöser hervorrufen. Häufig stecken lediglich Stress oder Aufregung hinter den schmerzhaften Krämpfen. In anderen Fällen können aber auch Lebensmittelallergien, entzündliche Magen-Darmkrankungen, Bandwurm-Infektionen oder gynäkologische Ursachen wie die monatliche Regelblutung diese Beschwerden auslösen.

In 10 bis 20 Prozent aller Fälle in Deutschland erkennen Fachärzte ein so genanntes Reizdarmsyndrom als Ursache für die Muskelkrämpfe. Auch Steine in den Gallenwegen verursachen zumeist kolikartige Beschwerden. Sehr selten deuten Krämpfe auf bösartige Erkrankungen wie beispielsweise Darmkrebs oder einen Tumor hin.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Welche Erkrankung individuell vorliegt, kann nur ein Arzt diagnostizieren. Vor allem bei lang andauernden, starken oder kolikartigen Bauchschmerzen, die von Fieber begleitet werden, ist deshalb der Arztbesuch unbedingt ratsam. Er fragt gezielt nach weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, [[Blähungen[[, Schweißausbrüchen oder Schwächegefühlen und untersucht die einzelnen Bauchorgane.

Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über die Form einer Magen-Darm-Erkrankung und ermittelt die spezifischen Entzündungswerte. Stellt der Hausarzt eine spezielle Grunderkrankung fest, überweist er den Patienten zu einem entsprechenden Facharzt. Das kann ein Internist, ein Gynäkologe oder auch ein Urologe sein. Besteht der Verdacht auf eine Entzündung im Darm oder Magen, können durch eine Magen- und Darmspiegelung die erkrankten Bereiche gefunden und anschließend gezielt behandelt werden. Bei einer Magenspiegelung führt der Facharzt einen dünnen Schlauch über den Mundraum in den Magen ein und kann über eine Kamera spezielle Aufnahmen über das Mageninnere machen und Gewebeproben entnehmen.

Ist eine Dünndarmspiegelung notwendig, inspiziert der Arzt das Dünndarmgewebe mithilfe eines Schlauches durch den Mund und die Speiseröhre. Eine Dickdarmspiegelung, beispielsweise zur Vorsorge von Darmkrebs, erfolgt durch die Einführung eines Schlauches in den Dickdarm über den After. Während dieser Spiegelung lassen sich zugleich Darmpolypen und Gewebeproben entnehmen. Bei einem Verdacht auf Gallensteine oder Gallenblasensteine führt der Experte eine Ultraschalluntersuchung durch. Dabei kann er auch erkennen, ob eine Gallenblasenentzündung bei dem Patienten vorliegt. Gallensteine im Gallengang lassen sich bei einer speziellen Röntgenuntersuchung erkennen. Während dieser Untersuchung kann der Facharzt schon kleinere Gallensteine entfernen.

Behandlung und Therapie

Leiden Frauen unter krampfartigen Schmerzen im Unterleib, untersucht ein Frauenarzt die weiblichen Geschlechtsorgane und führt gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung durch. Um festzustellen, welches Organ betroffen ist, untersucht der Gynäkologe zunächst den Unterbauch unter anderem auch auf Druckempfindlichkeit. Außerdem gibt ein Sekretabstrich von der Scheide der Patientin Aufschluss darüber, ob bei dem jeweiligen Patienten eine Pilzinfektion vorliegt.

Präzise Erkenntnisse zur Grunderkrankung von Unterleibskrämpfen liefern neben der Ultraschalluntesuchung des Unterleibes, ein Urintest und eine Blutuntersuchung. Sie helfen gezielt, die Entzündungen in der Gebärmutter, den Eierstöcken oder in der Blase zu erkennen. Sind die Intervall-Schmerzen stressbedingt, reichen eine leichte Kost, Wärme und Entspannung meistens aus, um die Krämpfe im Bauch zu beruhigen.

Auch das Reizdarmsyndrom lässt sich mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung auskurieren. Dabei sollen Patienten vor allem auf Kaffee, Alkohol und Milchprodukte verzichten und unter anderem gebratene, fettreiche Speisen vermeiden. Schonendes Zubereiten der Speisen durch Dämpfen und Dünsten, das Einsparen von Fett und Vollkornprodukte werden von Betroffenen gut vertragen.

Bei Magen-Darm-Verstimmungen, akuten Darminfektionen und einer vorübergehenden Verstopfung empfiehlt sich ebenso eine Diät mit leichten, ballaststoffreichen Zutaten und reichlich Getränkezufuhr. Dabei gilt als Maßstab, täglich zirka anderthalb bis zwei Liter Wasser, Tee oder Schorlen zu sich zu nehmen. Während bestimmte Darminfekte nur mit Antibiotika und krampflösenden Medikamenten ausheilen, hilft bei seltenen Darmtumoren oder Gallensteinen oftmals nur eine Operation.

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Vorbeugung

Mit einer ausgewogenen Ernährung und körperlichen Aktivitäten lassen im Vorfeld die Grunderkrankungen von intervallartigen Bauchschmerzen vermeiden. Wer ballaststoff- und vitaminreich isst, Zigaretten und Alkohol meidet, stärkt nachhaltig die körpereigene Abwehr. Phasen der Ruhe und Entspannung bauen Stress ab und schützen somit auch die körperliche Gesundheit.

Entspannungstechniken wie beispielsweise Yoga, Autogenes Training und Meditation helfen vielen Betroffenen, zur Ruhe zu kommen und Bauchkrämpfe langfristig zu vermeiden. Auch Sport und Aktivitäten an der frischen Luft fördern die Durchblutung der Bauchorgane und sorgen für Stressabbau und Entkrampfung. Zur speziellen Darmpflege können außerdem Darmmassagen und Atemgymnastik besonders hilfreich sein.

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