Intervallartige Bauchschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Juli 2017
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Wenn intervallartige Bauchschmerzen auftreten, kommen viele Grunderkrankungen als Auslöser infrage. Ob eine Infektion, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder beispielsweise ein Reizdarm vorliegen, kann nur ein Arzt erkennen. Er entscheidet auch, welche Therapie das jeweilige Krankheitssymptom lindert und was gegen die Grunderkrankung hilft.

Inhaltsverzeichnis

Was sind intervallartige Bauchschmerzen?

Wenn Beschwerden in der Körpermitte wellenartig auftauchen, sprechen Fachärzte von intervallartigen Bauchschmerzen. Verantwortlich für das unangenehme Ziehen im Leibbereich und die oft angespannte Bauchdecke ist die Muskulatur der inneren Organe. Denn diese kann sich eigenständig und vollkommen unabhängig von der Willenskontrolle bewegen. Über solche Muskeln verfügen der Magen-Darm-Trakt, die Gallenblase und Gallenwege, der Harnleiter, die Harnblase und bei Frauen der Eileiter und die Gebärmutter. Sind normale Abläufe wie etwa der Verdauungsvorgang gestört, ziehen sich die Muskeln krampfartig zusammen und sorgen für stechende oder ziehende Schmerzen.

Ursachen

Den Intervall-Schmerz im Bauch können viele unterschiedliche Auslöser hervorrufen. Häufig stecken lediglich Stress oder Aufregung hinter den schmerzhaften Krämpfen. In anderen Fällen können aber auch Lebensmittelallergien, entzündliche Magen-Darmkrankungen, Bandwurm-Infektionen oder gynäkologische Ursachen wie die monatliche Regelblutung diese Beschwerden auslösen.

In 10 bis 20 Prozent aller Fälle in Deutschland erkennen Fachärzte ein so genanntes Reizdarmsyndrom als Ursache für die Muskelkrämpfe. Auch Steine in den Gallenwegen verursachen zumeist kolikartige Beschwerden. Sehr selten deuten Krämpfe auf bösartige Erkrankungen wie beispielsweise Darmkrebs oder einen Tumor hin.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

In Lebensphasen, die als besonders anstrengend oder belastend erlebt werden, stellen sich häufig intervallartige Bauchschmerzen ein. Dies gilt für Prüfungssituationen, das Durchleben einer Scheidung oder für eine Trauerphase. Es handelt sich hierbei um eine psychosomatische Reaktion des Körpers, die aufgrund von Stress, innerer Anspannung oder Überforderung eintritt. Bei den meisten Menschen ist ein Arztbesuch nicht notwendig. Nach der Überwindung der entsprechenden Situation, verschwinden die Schmerzen meist von allein.

Halten die intervallartigen Bauchschmerzen an oder werden sie als immens belastend erlebt, ist ein Arzt aufzusuchen, damit Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Mädchen und Frauen in einem geschlechtsreifen Alter leiden häufig unter den intervallartigen Bauchschmerzen beim Eintritt der monatlichen Regelblutung. Ein Arzt ist nur dann zu konsultieren, wenn die Regelschmerzen als außergewöhnlich intensiv erlebt werden oder sie zu Problemen bei der Bewältigung des Alltags führen.

Die Bauchschmerzen können durch eine Lebensmittelunverträglichkeit ausgelöst werden. Bei einem Arzt ist ein Allergietest durchzuführen. Dieser listet die Inhaltsstoffe auf, die künftig vermieden werden müssen, damit die intervallartigen Bauchschmerzen nicht mehr auftreten. Breiten sich die Schmerzen weiter aus oder werden sie als sehr stark wahrgenommen, ist ein Arztbesuch zu empfehlen. Vor der Einnahme von Schmerzmitteln ist die Rücksprache mit einem Arzt in jedem Fall vorzunehmen.

Diagnose und Verlauf

Welche Erkrankung individuell vorliegt, kann nur ein Arzt diagnostizieren. Vor allem bei lang andauernden, starken oder kolikartigen Bauchschmerzen, die von Fieber begleitet werden, ist deshalb der Arztbesuch unbedingt ratsam. Er fragt gezielt nach weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, [[Blähungen[[, Schweißausbrüchen oder Schwächegefühlen und untersucht die einzelnen Bauchorgane.

Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss über die Form einer Magen-Darm-Erkrankung und ermittelt die spezifischen Entzündungswerte. Stellt der Hausarzt eine spezielle Grunderkrankung fest, überweist er den Patienten zu einem entsprechenden Facharzt. Das kann ein Internist, ein Gynäkologe oder auch ein Urologe sein. Besteht der Verdacht auf eine Entzündung im Darm oder Magen, können durch eine Magen- und Darmspiegelung die erkrankten Bereiche gefunden und anschließend gezielt behandelt werden. Bei einer Magenspiegelung führt der Facharzt einen dünnen Schlauch über den Mundraum in den Magen ein und kann über eine Kamera spezielle Aufnahmen über das Mageninnere machen und Gewebeproben entnehmen.

Ist eine Dünndarmspiegelung notwendig, inspiziert der Arzt das Dünndarmgewebe mithilfe eines Schlauches durch den Mund und die Speiseröhre. Eine Dickdarmspiegelung, beispielsweise zur Vorsorge von Darmkrebs, erfolgt durch die Einführung eines Schlauches in den Dickdarm über den After. Während dieser Spiegelung lassen sich zugleich Darmpolypen und Gewebeproben entnehmen. Bei einem Verdacht auf Gallensteine oder Gallenblasensteine führt der Experte eine Ultraschalluntersuchung durch. Dabei kann er auch erkennen, ob eine Gallenblasenentzündung bei dem Patienten vorliegt. Gallensteine im Gallengang lassen sich bei einer speziellen Röntgenuntersuchung erkennen. Während dieser Untersuchung kann der Facharzt schon kleinere Gallensteine entfernen.

Komplikationen

Bei intervallartigen Bauchschmerzen muss es sich nicht zwingend um ein medizinisches Problem handeln. In vielen Fällen treten diese Bauchschmerzen nur aufgrund einer Unverträglichkeit auf einen bestimmten Inhaltsstoff oder als allergische Reaktion des Körpers auf. Sie verschwinden oft wieder, ohne dass der Patient etwas dagegen unternehmen muss. Allerdings könnten intervallartige Bauchschmerzen auch auf eine Erkrankung im Magen oder im Darm hindeuten. Oft treten diese Bauchschmerzen auch zusammen mit Durchfall auf. In diesem Fall leidet der Betroffene an einem Magen-Darm-Infekt. Dieser ist in der Regel harmlos und kann mit häuslichen Mitteln oder mit Mitteln aus der Apotheke behandelt werden.

Bei Frauen können diese Bauchschmerzen auch auf eine Pilzinfektion hindeuten. Diese kann mit Medikamenten behandelt werden. Sollten die Bauchschmerzen aufgrund einer Magenverstimmung auftreten, so hilf die Zunahme von ballaststoffreichem Essen und viel Flüssigkeit. Bei sehr starken Schmerzen muss ein Arzt aufgesucht werden, da es sich hierbei um eine schwere Infektion des Darms handeln kann. Genauere Informationen bringt hier eine Magenspiegelung.

Behandlung und Therapie

Leiden Frauen unter krampfartigen Schmerzen im Unterleib, untersucht ein Frauenarzt die weiblichen Geschlechtsorgane und führt gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung durch. Um festzustellen, welches Organ betroffen ist, untersucht der Gynäkologe zunächst den Unterbauch unter anderem auch auf Druckempfindlichkeit. Außerdem gibt ein Sekretabstrich von der Scheide der Patientin Aufschluss darüber, ob bei dem jeweiligen Patienten eine Pilzinfektion vorliegt.

Präzise Erkenntnisse zur Grunderkrankung von Unterleibskrämpfen liefern neben der Ultraschalluntesuchung des Unterleibes, ein Urintest und eine Blutuntersuchung. Sie helfen gezielt, die Entzündungen in der Gebärmutter, den Eierstöcken oder in der Blase zu erkennen. Sind die Intervall-Schmerzen stressbedingt, reichen eine leichte Kost, Wärme und Entspannung meistens aus, um die Krämpfe im Bauch zu beruhigen.

Auch das Reizdarmsyndrom lässt sich mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung auskurieren. Dabei sollen Patienten vor allem auf Kaffee, Alkohol und Milchprodukte verzichten und unter anderem gebratene, fettreiche Speisen vermeiden. Schonendes Zubereiten der Speisen durch Dämpfen und Dünsten, das Einsparen von Fett und Vollkornprodukte werden von Betroffenen gut vertragen.

Bei Magen-Darm-Verstimmungen, akuten Darminfektionen und einer vorübergehenden Verstopfung empfiehlt sich ebenso eine Diät mit leichten, ballaststoffreichen Zutaten und reichlich Getränkezufuhr. Dabei gilt als Maßstab, täglich zirka anderthalb bis zwei Liter Wasser, Tee oder Schorlen zu sich zu nehmen. Während bestimmte Darminfekte nur mit Antibiotika und krampflösenden Medikamenten ausheilen, hilft bei seltenen Darmtumoren oder Gallensteinen oftmals nur eine Operation.



Aussicht und Prognose

Eine Prognose für intervallartige Bauchschmerzen ist abhängig von der vorliegenden Ursache. Je nach der vorhandenen Grunderkrankung kann es zu einer Spontanheilung, Konstanz der Beschwerden, aber auch zu einer Zunahme der Schmerzen kommen. Treten die Bauschmerzen aufgrund einer Lebensmittel- oder Medikamentenunverträglichkeit ein, kann über einen Allergietest innerhalb weniger Wochen ermittelt werden, welche Substanzen vermieden werden müssen, um eine dauerhafte Beschwerdefreiheit zu erreichen. Bei einer ungesunden Lebensweise sind die Umweltbedingungen zu ändern, damit eine Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden kann. Hierzu zählen die Kontrolle der Inhaltsstoffe der Nahrungsmittel, die Optimierung der Schlafhygiene und die Vermeidung von stimulierenden Substanzen.

Sind die Auslöser Stress, Aufregung oder Überforderung einer Situation, reduzieren sich die intervallartigen Bauchschmerzen, sobald der Betroffene individuelle Bewältigungsmechanismen entwickelt hat oder es zu veränderten sowie entspannten Lebensverhältnissen kommt. Innerhalb weniger Stunden ist in diesen Fällen eine vollständige Heilung der Beschwerden möglich. Bei einer psychosomatischen Grunderkrankung wird neben der Diagnose auch die Krankheitseinsicht sowie die Durchführung einer erfolgreichen Therapie notwendig, damit es zu einer Verbesserung der Beschwerden kommen kann. Bei vielen Betroffenen tritt dies erst nach einigen Jahren ein. Gewebeschäden, Geschwüre oder Tumore müssen ärztlich versorgt und meist operativ entfernt werden, damit eine Linderung der Bauschmerzen erzielt werden kann.

Vorbeugung

Mit einer ausgewogenen Ernährung und körperlichen Aktivitäten lassen im Vorfeld die Grunderkrankungen von intervallartigen Bauchschmerzen vermeiden. Wer ballaststoff- und vitaminreich isst, Zigaretten und Alkohol meidet, stärkt nachhaltig die körpereigene Abwehr. Phasen der Ruhe und Entspannung bauen Stress ab und schützen somit auch die körperliche Gesundheit.

Entspannungstechniken wie beispielsweise Yoga, Autogenes Training und Meditation helfen vielen Betroffenen, zur Ruhe zu kommen und Bauchkrämpfe langfristig zu vermeiden. Auch Sport und Aktivitäten an der frischen Luft fördern die Durchblutung der Bauchorgane und sorgen für Stressabbau und Entkrampfung. Zur speziellen Darmpflege können außerdem Darmmassagen und Atemgymnastik besonders hilfreich sein.

Bücher über Bauchschmerzen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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