Intervallartige Übelkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Juli 2017
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Intervallartige Übelkeit ist eine Form von Übelkeit mit und ohne Erbrechen, die in Schüben oder Phasen auftritt. Sie liegen an der Muskulatur der inneren Organe, sie sich wellenartig bewegen können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist intervallartige Übelkeit?

Meistens handelt es sich bei intervallartiger Übelkeit um Bauchschmerzen, die nicht zwingend zum Erbrechen führen können, aber doch deutlich zu spüren sind. Sie treten in Intervallen auf, was bedeutet, dass es kurz besser wird und sie dann wieder in Erscheinung treten. Dabei können sie sich mit jedem Intervall verschlimmern, aber auch wieder bessern. Die Muskulatur der inneren Organe des Bauchraums ist dazu in der Lage, wellenartig zu kontrahieren, was in intervallartiger Übelkeit enden kann.

Das tun sie ständig, allerdings bemerkt es der Mensch nicht. Wenn sie es ruckartig tun, entsteht ein stechender Bauchschmerz mit intervallartiger Übelkeit. Es handelt sich hierbei immer nur um das Symptom und nicht um die Grunderkrankung selbst. Aufgrund der Beschreibung intervallartiger Übelkeit mit oder ohne Erbrechen kann der Arzt jedoch meistens schon einem Verdacht nachgehen und herausfinden, wie er dem Betroffenen helfen kann.

Ursachen

Die ruckartige Kontraktion von Muskulatur kennt jede Frau, die einmal im Monat ihre Regelblutung bekommt. Bei Frauen können Gebärmutter und Eileiter die Muskelbewegung ausführen, die zu intervallartiger Übelkeit führt. Es ist nur naheliegend, dass die Regelblutung zu intervallartigem Bauchschmerz führen kann. Vor allem junge Frauen leiden daran, Regelbeschwerden dieser Art können aber auch längere Zeit über die Pubertät hinaus bestehen bleiben.

Eine weitere häufige Ursache für intervallartige Übelkeit sind seelische Auslöser wie Stress, Trauer oder manchmal auch große Freude. Bei den meisten Menschen muss es sich um sehr starke Emotionen handeln, damit sie auf diese Weise reagieren. Körperliche Auslöser sind Lebensmittelunverträglichkeiten, Verzehr verdorbener Lebensmittel, Bandwurminfektionen oder auch das Reizdarmsyndrom.

Wenn die intervallartige Übelkeit plötzlich auftritt und es sich nicht nur um Bauchschmerzen handelt, sondern auch um Übelkeit mit Erbrechen, dann handelt es sich meistens um ein unverträgliches Lebensmittel. Viele Menschen kennen diese Reaktion ihres Körpers bei Genuss zu großer Mengen Alkohol. In diesen Fällen hört die intervallartige Übelkeit meist nach dem Erbrechen und etwas Erholungsschlaf wieder auf. Tritt sie jedoch mehrmals und immer häufiger auf, sollte man sie ärztlich abklären lassen, da es sich um eine ernste Ursache handeln kann.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Intervallartige Übelkeit tritt häufig in der ersten Phase der Schwangerschaft ein. Besteht kein Kinderwunsch, ist ein Arzt daher aufzusuchen, sobald zusätzlich die Monatsblutung ausbleibt oder sie einen ungewöhnlich schwachen Verlauf hat. Darüber hinaus stellt sich bei jungen Frauen die intervallartige Übelkeit mit dem Eintritt der Regelblutung ein. Der Organismus benötigt Zeit, um sich auf die hormonellen Veränderungen einzustellen. Ein Arzt muss in diesem Fall nicht kontaktiert werden. Die Beschwerden verschwinden im Normalfall innerhalb weniger Stunden. Es genügt eine Schonung.

Treten die intervallartigen Beschwerden stets nach der Einnahme bestimmter Lebensmittel auf, ist ein Arzt aufzusuchen. Es liegt eine allergische Reaktion vor. Über einen Bluttest wird in Erfahrung gebracht, welche Substanzen die Übelkeit auslösen. Bei weiteren Beschwerden wie Erbrechen, Schwindel oder Kopfschmerzen sollte ein Arzt konsultiert werden. Es liegen Erkrankungen vor, die sich ausbreiten und den Gesundheitszustand verschlechtern können.

Die intervallartige Übelkeit ist häufig ein Zeichen von einer starken emotionalen Belastung. Stress, Überforderung, Trauer oder Angst können die Ursache sein. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald der Betroffene das Gefühl hat, für die Bewältigung der Situation Hilfe zu benötigen. Verschlimmert sich der seelische Zustand und weitere psychische Symptome wie Apathie oder eine depressive Phase treten auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Diagnose und Verlauf

Intervallartige Übelkeit: Betroffene überkommt häufig das "flaue Gefühl" im Magen

Bei intervallartiger Übelkeit wird der Arzt zunächst wissen wollen, ob sie einmalig oder wiederholt auftritt, wie lange sie schon besteht und ob es zu weiteren Symptomen wie Erbrechen, Durchfall, Fieber oder Appetitlosigkeit gekommen ist. Je nach Verdacht wird er nach bekannten Unverträglichkeiten, Allergien und den letzten Speisen und Getränken des Betroffenen fragen. Handelt es sich um eine Unverträglichkeit auf ein Lebensmittel, ist meist keine weitere Behandlung notwendig und der Arzt verordnet lediglich Ruhe und viel Flüssigkeit bei Erbrechen.

Frei erhältliche Medikamente können ebenfalls empfohlen werden. Kann die Ursache intervallartiger Übelkeit jedoch nicht so schnell ausgemacht werden oder kommt sie über einen längeren Zeitraum immer wieder, wird der Arzt weiter untersuchen müssen. Eine Ultraschalluntersuchung kann erste Aufschlüsse bringen, sie ist allerdings für die Diagnose noch nicht genau genug. Magen-Darm-Spiegelungen unter Narkose bieten dem Arzt einen Einblick in das Innenleben des Verdauungstraktes und sind beispielsweise auch zur Entnahme einer Biopsie geeignet, falls dabei eine ungewöhnliche Struktur erkannt wird. Biopsien können anschließend unter dem Mikroskop im Labor untersucht werden, um die Diagnose zu stellen.

Komplikationen

Bei einer intervallartigen Übelkeit tritt als sekundäres Ereignis in der Regel das Erbrechen ein. Die betroffene Person muss sich übergeben, in den meisten Fällen verschwindet die Übelkeit danach wieder. Starke gesundheitliche Komplikationen treten bei diesem Symptom in den meisten Fällen nicht auf. Die Übelkeit kann durch einen Inhaltsstoff oder eine allergische Reaktion ausgelöst werden und verschwindet wieder, sobald der Stoff auf dem Körper entfernt wurde. Dies kann mehrere Stunden lang dauern und hängt von der Ursache der Übelkeit ab. Ohne Behandlung verschwindet die Übelkeit meistens wieder, sodass der gewöhnliche Alltag wiederhergestellt werden kann.

Es erfolgt meist keine direkte Behandlung durch einen Arzt. Die Übelkeit kann durch verschiedene Mittel eingedämmt werden und lässt sich vor allem mit Ruhe und Entspannung für den Körper gut behandeln. Ohne Behandlung können Kopfschmerzen auftreten, nicht selten ist die Übelkeit ein Symptom für eine bevorstehende Magen-Darm Erkrankung. Gesundheitliche Komplikationen sehr allerdings sehr selten, sodass das Symptom nach einer kurzen Zeit wieder verschwindet.

Behandlung und Therapie

Intervallartige Übelkeit wird nach der Ursache behandelt. Dadurch bessert sich meist auch das Symptom mit der Zeit. Am einfachsten ist das, wenn die Ursache eine Lebensmittelunverträglichkeit oder eine empfindliche Reaktion des Magen-Darm-Traktes war. Unverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz und Zöliakie können durch Auftreten intervallartiger Übelkeit erstmals diagnostiziert werden und der Betroffene wird nachfolgend darin unterstützt, seine Ernährungsweise umzustellen. Dadurch lässt sich am besten vermeiden, wieder intervallartige Übelkeit zu bekommen.

Wurde dagegen ein verdorbenes Lebensmittel gegessen, heißt es abwarten. Hilfreich sind Kräutertees wie Kamille oder Pfefferminze, denn sie wirken gut gegen Übelkeit und führen dem Körper gleichzeitig Flüssigkeit zu. Wenn zur intervallartigen Übelkeit wiederkehrendes Erbrechen hinzukommt, kann der Arzt dagegen ein Medikament verschreiben, um es zu stoppen, bis sich der Körper von allein erholt hat. In schwereren Fällen, etwa wie bei einer Magen-Darm-Erkrankung mit Viren, wird der Arzt es womöglich spritzen, damit es schneller wirkt und der Flüssigkeitsverlust in Grenzen gehalten werden kann.

Findet der Arzt dagegen während einer Spiegelung oder durch die Untersuchung einer Biopsie eine andere Ursache für den intervallartigen Bauchschmerz, erstellt er je nach Erkrankung einen Behandlungsplan. Da dieser meist aber langfristig zu betrachten ist, kann er dem Betroffenen zur Linderung seiner Symptome entkrampfende Mittel verschreiben. Diese helfen auch dann, wenn die intervallartige Übelkeit aufgrund der Regelblutung auftritt. Handelt es sich beim Auslöser um Stress, kann bei Leidensdruck des Patienten oder wiederholtem Auftreten langfristig eine Psychotherapie die beste Hilfe leisten, damit nicht ständig Medikamente eingenommen werden müssen.



Aussicht und Prognose

Eine Übelkeit kann durch sehr viele verschiedene Beschwerden und Krankheiten verursacht werden. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings bei der Übelkeit um eine harmlose Beschwerde, die zusammen mit der Grunderkrankung wieder verschwindet. Aus diesem Grund hängt der weitere Verlauf der Übelkeit sehr stark von ihrer Ursache ab. Sollte die Übelkeit durch eine Unverträglichkeit oder durch eine Vergiftung auftreten, so verschwinden die Beschwerden in den meisten Fällen wieder nach einigen Stunden.

Auch bei einem übermäßigen Konsum von Alkohol oder anderen Drogen kann es zur Übelkeit kommen. Allerdings kommt es auch in diesem Fall in der Regel zu einem positiven Krankheitsverlauf und nicht zu weiteren Beschwerden. Sollte die Übelkeit über einen längeren Zeitraum anhalten und nicht wieder von alleine verschwinden, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Damit können Komplikationen vermieden werden. Vor allem bei einer Übelkeit, die von anderen Beschwerden begleitet wird, kommt es in der Regel zu keiner Selbstheilung. Nicht selten wird diese auch von Fieber und Durchfall begleitet und schränkt die Lebensqualität des Betroffenen deutlich ein.

Vorbeugung

Intervallartiger Übelkeit lässt sich am besten vorbeugen, indem Lebensmittel gemieden werden, die bekanntermaßen schlecht vertragen werden. Bei bestehender Laktoseintoleranz empfiehlt es sich beispielsweise nicht, laktosehaltige Lebensmittel zu verzehren und die Symptome mit Tabletten zu unterdrücken oder solche auszuwählen, die besser als andere vertragen werden. Intervallartige Übelkeit kann auch davon auftreten und signalisiert, dass das Verhalten nicht gesund für den Körper ist.

Viele Menschen reagieren auch ohne eine diagnostizierte Unverträglichkeit auf manche Lebensmittel mit intervallartiger Übelkeit. So hat jeder Mensch eine Grenze der Verträglichkeit, wenn es etwa um alkoholhaltige Getränke geht - trinkt er über den Durst hinaus, geht es ihm entsprechend schlecht. Auch solche Lebensmittel sollten gemieden oder nur in kleinen Mengen genossen werden, um intervallartiger Übelkeit vorzubeugen. Bei seelischen Ursachen sollte dem Auslöser bestenfalls aus dem Weg gegangen oder ein anderer Umgang damit entwickelt werden - gemeinsam mit einem erfahrenen Psychologen.

Bücher über Übelkeit

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011

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