Innere Unruhe und Angst

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2016
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Im 21. Jahrhundert leiden viele Menschen unter innerer Unruhe und Angst. Sie müssen am frühen Morgen aufstehen und bereiten sich und die eigenen Kinder auf die Arbeit vor. Daraufhin erfolgt ein straffer Arbeitstag. In der Wohnung angekommen, muss das Essen zubereitet werden. Die Sorgen der Kinder werden angehört und währenddessen erfolgt die Reinigung der Wohnung. Die innere Unruhe verstärkt sich. Im folgenden Artikel erhalten Leser und Leserinnen Einblicke in die innere Unruhe.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Innere Unruhe und Angst?

Von einer inneren Unruhe wird bei vorhandenen nervösen Zuständen gesprochen. Diese äußern sich in Gedankenkreisen, innerem und äußerem Zittern, Schwindel, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Befürchtungen bezüglich der Zukunft und manifestieren sich in diversen Ängsten. Im Regelfall handelt es sich dabei um vorübergehende Phänomene. Treten sie jedoch häufiger auf, spricht der Mediziner bereits von einer Angststörung.

Die innere Unruhe im Zusammenhang mit Angst muss bei einer gewissen Häufigkeit oder Intensität in jedem Fall behandelt werden. In den meisten Fällen gibt es jedoch keinen Anlass zum Einsatz chemischer Präparate oder einer Psychotherapie. In gewissen Lebensabschnitten - zum Beispiel innerhalb der Pubertät oder der Wechseljahre - kommt die innere Unruhe mit der Angst häufiger zusammen, was womöglich mit hormonellen Umgestaltungen begründet werden kann.

Ursachen

Viele Dinge können als Auslöser für die Entstehung von Unruhe und Angst gelten. Bei den meisten Menschen ist der Auslöser im Alltag zu finden. Sie tun zu viel in zu kurzer Zeit. Der Körper kann jenen Vorgängen nicht mehr folgen und die Psyche wird zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Das Ergebnis sind diverse Symptome, zu denen auch Unruhe und Angst zählen. Das Phänomen der Beschleunigung des Alltags ist innerhalb Deutschlands weit verbreitet. Das liegt vor allem an den sich stetig steigernden Lebensanforderungen.

Bei anderen Menschen muss an anderer Stelle nach der Ursache gesucht werden. Sie hatten ein traumatisches Erlebnis, welches noch nicht vollständig verarbeitet wurde. In diesem Fall kann es zu Unruhe im Zusammenhang mit Angst kommen. Weiterhin gelten zu hohe Anforderungen an die betroffene Person als potenzieller Auslöser für Unruhe. Dazu kann beispielsweise die Annahme einer neuen Position oder auch eine besonders schwere Prüfung gehören. Darüber hinaus können enorme Veränderungen im Leben eines Menschen nach einer gewissen Zeit zur Entstehung von Unruhe und Ängsten führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Um eine Diagnose stellen zu können, sollte sich der Betroffene zunächst zum behandelnden Hausarzt begeben. Dieser wird sich der Problematik annehmen. Um die richtige Behandlung zu finden, ist ein umfangreiches Gespräch erforderlich. Innerhalb des Gesprächs wird der Arzt seinen Patienten zu bestimmten oder besonderen Lebensumständen und zu Vorerkrankungen innerhalb der Familie befragen. Darüber hinaus wird er den Blutdruck untersuchen und gegebenenfalls eine Blutabnahme anordnen.

Im Blut werden hormonelle Schwankungen sichtbar, welche häufig für die Entstehung von Unruhe und Angst verantwortlich sind. Daher ordnet ein umsichtiger Arzt die Untersuchung der Schilddrüse durch den Ultraschall an. Gibt es für die Unruhe keine körperlichen Ursache, wird der Allgemeinarzt eine Überweisung für den Psychiater ausstellen. Beim Psychiater wird der Patient erneut zu den Symptomen befragt. Dadurch kann der Psychiater eine ernsthafte psychiatrische Erkrankung ausschließen. Der Verlauf der Unruhe ist von seiner Ursache abhängig. Weiterhin wirkt sich eine rasche Behandlung günstig auf den Krankheitsverlauf aus. Obgleich viele Menschen Schwierigkeiten beim Besuch des Psychiaters haben, ist dieser Schritt dennoch erforderlich und dient ausschließlich der baldigen Genesung.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung richtet sich ebenso nach der Ursache. Liegt eine Schilddrüsenunterfunktion vor, wird bei der Behandlung Jod eingesetzt. Dieses kurbelt die Funktion der Schilddrüse an und normalisiert den Hormonhaushalt. In vielen Fällen liegt die Entstehung der Unruhe in Verbindung mit Angst nicht an der Schilddrüse. Der Grund für die Entwicklung der Symptome ist in der Psyche zu finden. Diese kann bereits bei kleinen Unstimmigkeiten reagieren. Kommt es häufiger zu gewissen Situationen, treten auch Unruhe und Angst vermehrt auf.

Kann der Betroffene die Situation nicht mehr ohne zusätzliche Hilfe bearbeiten, wird der Besuch bei einem Psychiater nötig. Dieser ordnet eine psychotherapeutische Unterstützung an. Sind die Symptome besonders ausgeprägt und schränken den Betroffenen und seine Lebensqualität ein, wird der Psychiater zusätzlich ein adäquates Medikament verschreiben. Die Therapie selbst wird im Regelfall nicht vom Psychiater durchgeführt. Für diese muss ein Psychotherapeut aufgesucht werden. Da die Ursachen unterschiedlich sind, kommen auch Therapeuten mit verschiedenen Fachrichtungen zum Einsatz.

Innerhalb der Therapie lernt der Patient den Umgang mit Unruhe und Angst. Dadurch werden die Symptome nach einer gewissen Zeit kleiner, sofern der Patient die gelernten Verhaltenstechniken in seinen Alltag einbinden kann. Das zusätzliche Medikament soll lediglich zur Unterstützung verabreicht werden. Sobald sich eine Verringerung der Unruhe und der Angst einstellt, muss das Medikament abgesetzt werden. Die Medikamente zur Unterstützung jener Therapien gehören im Regelfall den Gruppen der Antidepressiva und Psychopharmaka an. Diese Medikamente müssen nach einer längeren Anwendungsdauer ausgeschlichen werden. Nur so kommt es nicht zu einem Rückfall.



Vorbeugung

Unruhe und Angst kann jeder Mensch im Alltag vorbeugen. Zunächst eignet sich die sogenannte Entschleunigung dafür. Dabei werden gewisse Aufgaben innerhalb einer längeren Zeit bewältigt. So findet im Körper eine Verlangsamung statt. Darüber hinaus kann eine regelmäßige Meditation die innere Ruhe herstellen. Auch Wellness unterstützt beim Finden des inneren Friedens. Es ist wichtig, dass sich der Betroffene vollständig wahrnimmt.

Wer keinen guten Zugang zu sich hat, sollte den Umgang mit der eigenen Psyche erlernen. So lassen sich Warnsignale richtig deuten. Weiterhin ist die Umstellung der Ernährung zu empfehlen. Wir nehmen täglich viele Giftstoffe zu uns, welche zu Unruhe und Angst führen können. Dazu zählt jedoch nicht nur die Nahrung selbst. Auch innerhalb der Luft befinden sich Giftstoffe und die dauerhafte Strahlung - durch Smartphones und kabelloses Internet - trägt ebenso zu dieser Entwicklung bei.

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