Impetigo (Eiterflechte)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. November 2014
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Bei Impetigo bzw. der Eiterflechte handelt sich um eine bakterielle Hauterkrankung, die hochgradig infektiös ist und ausgerechnet bei Neugeborenen, die ihr Abwehrsystem erst noch ausbilden müssen, und kleinen Kindern besonders häufig auftritt. Die Mediziner haben dem Phänomen den Namen Impetigo contagiosa gegeben mit den Wortbedeutungen "angreifen" für das lateinische "impetere" und "ansteckend" für das lateinische "contagiosus".

Inhaltsverzeichnis

Was ist Impetigo (Eiterflechte)?

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Für die Erkrankung Impetigo contagiosa wurden im Laufe der Zeit auch viele deutsche Wortschöpfungen kreiert. Dazu gehören: Schleppe, Schleppscheiße, Borkenflechte, Schmierflechte, Schleppeiter, Grindblasen, Grindflechten, Eitergrind, Eiterflechte.

Das Erscheinungsbild der Krankheit kann durchaus etwas unterschiedlich sein; besonders häufig ist die bullöse Impetigo anzutreffen, dabei treten eher große Blasen auf der Haut auf. Kleinere Blasen sind oft ein Hinweis auf Streptokokken der Gruppe A (pyogenes).

Die relative Häufung bei Kindern begründet sich oft durch die gemeinschaftliche Unterbringung von Kindern beispielsweise in Kindergärten oder Schulen. Eben wegen des hohen Risikos der Ansteckung sind es die so genannten Schmierinfektionen, die die Ausbreitung der Krankheit auch unter Geschwistern sehr erleichtert und begünstigt.

Die Inkubationszeit, also jene Phase zwischen der Infektion mit den Bakterien und dem ersten Auftreten der Symptome, beträgt in der Regel zwischen zwei und zehn Tagen. Die juckenden Stellen verleiten eigentlich alle Betroffenen, nicht nur die Kinder, zum ständigen Kratzen, was aber besonders schädlich und für die Heilung kontraproduktiv ist, weil die Erreger dadurch in noch tiefere Hautschichten verschleppt werden.

Ursachen

Wie bereits erwähnt wird Impetigo (Eiterflechte) überwiegend durch Staphylococcus aureus Bakterien verursacht, deren Ausbreitungswege in der Haut liegen, wo sie das Gewebe zerstören. Das Staphylococcus aureus Bakterium erhielt seinen Namen aus dem altgriechischen staphyle, das Traube bedeutet, weil sich diese Art von Bakterien in traubenförmigen Haufen anordnen.

Jedes Einzelne davon ist kugelförmig und ca. einen Mikrometer groß. Durch Bildung von Sporen, nicht durch aktive Fortbewegung, können sie sich örtlich verlagern. Diese Bakterien sind sehr verbreitet und kommen eben auch auf und in der menschlichen Haut sowie in den Schleimhäuten der oberen Atemwege vor.

Erst bei einem geschwächten Abwehrsystem erwachen sie sozusagen aus einem latenten, inaktiven Zustand und lösen ihre spezifischen Krankheitssymptome aus. Es wurden aber auch Streptococcus pyogenes oder Mischformen nachgewiesen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Impetigo (Eiterflechte)

Beide Varianten der Impetigo contagiosa, sowohl die grobblasige- als auch die kleinblasige Form haben ihren Ausgangspunkt meistens im Gesicht in Form von roten Flecken (Makulae), die sich aber bald zu Bläschen entwickeln, die sich mit einer klaren Flüssigkeit anfüllen. Typischerweise sind die Bläschen dann umgeben von einem schmalen roten Hof, der die Entzündung anzeigt. Bei der kleinblasigen Variante können die Bläschen so klein ausfallen, dass sie einzeln kaum wahrzunehmen sind. Ihre Wände sind extrem dünn und platzen sehr schnell auf.

Nach Austrocknung der kleinen Wunden bildet sich dann eine gelbliche Kruste auf der entzündlich roten Haut, was ein sehr charakteristisches Bild für diese Erkrankung ist. Auch bei der grobblasigen Variante von Impetigo (Eiterflechte) füllen sich die deutlich erkennbaren Blasen mit einer klaren Flüssigkeit. Im weiteren Verlauf trübt sich diese Flüssigkeit aber ein, erscheint dann zunächst grau-weißlich und wird dann zu einem viskosen, eitrigen Sekret. Nach dem Aufplatzen (oder Aufkratzen) ergeben sich dann rötlich glänzende Flächen, die aber kaum zur Bildung von Krusten neigen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung bzw. Therapierung von Impetigo (Eiterflechte) muss durch einen Arzt ausgeführt werden; Heilpraktikern beispielsweise ist eine Behandlung gesetzlich nicht erlaubt. So sind auch geltende Regelungen zu beachten, die speziell für Betroffene gelten, die in öffentlichen Einrichtungen tätig sind.

In den Behandlungsleitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft wird bei der Impetigo contagiosa nicht davon ausgegangen, dass unbedingt eine Antibiotikatherapie durchzuführen ist. Der Schwerpunkt liegt eher auf einer unbedingten Beachtung maximaler Hygiene.

Neben häufigen Waschens der Hände müssen Handtücher und auch die Bekleidung, zumindest jene, die direkt mit der Haut in Berührung kommt, immer wieder gereinigt werden. Um die schädlichen Wirkungen des Kratzens, dessen Drang sich nicht immer verhindern lässt, etwas einzudämmen, ist das Schneiden der Fingernägel sehr zu empfehlen.

Außerdem hilft auch in diesem Zusammenhang das Verbinden der betroffenen Hautstellen, dort, wo es möglich ist. Lokal können ggf. antibiotikahaltige Salben aufgetragen werden; heilungsunterstützend wirken auch Bäder und Umschläge mit desinfizierenden Lösungen.

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Vorbeugung

Erst nachdem die eitrigen, offenen Hautstellen von Impetigo (Eiterflechte) abggeheilt sind, kann man davon ausgehen, dass die Situation nicht mehr infektiös ist. Erst dann darf das betroffene Kind wieder in den Kindergarten bzw. in die Schule gehen. Nur in schweren Fällen verursacht die Impetigo contagiosa Folgeschäden wie Abszesse oder Nagelbett- bzw. Nagelfalzentzündungen. In wenigen Fällen kann im Nachgang auch eine Entzündungsreaktion der Nieren auftreten, die aber in der Regel schnell ausheilt.

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