Hypogonadismus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Februar 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Hypogonadismus

Hypogonadismus führt zu einer verringerten Produktion von Keimzellen, sowohl bei Mann als auch bei Frau. In den meisten Fällen sind die Keimdrüsen (bsp. Hoden) direkt von der Störung betroffen. Sowohl bei Mann als auch bei Frau kann Hypogonadismus mit einer Hormontherapie behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hypogonadismus?

Hypogonadismus bezeichnet eine verminderte Funktion der Gonaden. Gonaden sind Keimdrüsen und für die Produktion von Keimzellen zur menschlichen Fortpflanzung verantwortlich. Hierzu zählen Spermien beim Mann und Eizellen bei der Frau. In den aller meisten Fällen wird mit dem medizinischen Ausdruck Hypogonadismus eine Unterfunktion der männlichen Hoden bezeichnet.

Es wird unterschieden in primären und sekundären Hypogonadismus. Ersterer betrifft ausschließlich die Keimdrüse, zweiter bezieht sich auf die Hormondrüse im Gehirn. Bei einem tertiärem Hypogonadismus liegt meist eine Störung im Hypothalamus vor.

Ursachen

Ein primärer Hypogonadismus beim Mann ist oft Folge einer Kettenreaktion, die mit einer verringerten Produktion des Hormons Testosteron beginnt. Die Ursache hierfür ist meist eine zu geringe Anzahl der Leyidigzellen in den Hoden. Doch die Gründe können vielfältig sein. Auch viele Arten von Traumata, Entzündungen und Infektionen können zu einer verminderten Produktion von Testosteron führen.

Ähnliche Ursachen sind auch beim primären weiblichen Hypogonadismus zu nennen. Entzündungen, angeborene Unterentwicklung, oder sogar Tumore in den Keimdrüsen führen hier zu einer geringeren Produktion von Keimzellen.

Die Ursachen für sekundären Hypogonadismus liegen in einer Beschädigung der Hypophyse (Keimdrüse im Gehirn). Diese können ebenfalls durch Entzündungen und Tumore bewirkt worden sein. Der tertiäre Hypogonadismus wird schließlich durch einen veränderte Hypothalamus bewirkt. So eine Fehlbildung kann bereits angeboren sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Hypogonadismus:

Bei Mädchen mit Hypogonadismus wird keine Menstruation einsetzen, zudem wird die Krankheit wahrscheinlich ihr Körper- und Brustwachstum beeinflussen. Wenn Hypogonadismus bei Frauen nach der Pubertät einsetzt, verursacht sie ein Aussetzen der Menstruation, eine verringerte Libido, Haarausfall und Hitzewallungen.

Setzt Hypogonadismus bei Jungs ein, wird ihr Muskulaturwachstum und Bartwachstum eingeschränkt, auch die Körpergröße wird von der Störung beeinträchtigt sein. Bei Männern kann es zu Haarausfall und Bartverlust führen, die Brustdrüsen können sich vergrößern, die Muskulatur und die Potenz zurückgehen.

Aus den vergrößerten Brüsten kann auch Milch austreten. Falls bei einem sekundären Hypogonadismus ein Gehirntumor involviert ist, kann es zu Kopfschmerzen und verminderter Sehfähigkeit kommen.

Diagnose

Ein niedriger Testosteron-Spiegel kann mit einem einfachen Bluttest festgestellt werden. Dieser Test wird am Morgen ausgeführt, da der Spiegel dann am höchsten ist und um die 13 Prozent im Laufe des Tages fallen kann. Der normale Testosteron-Level liegt bei 300–1000 ng/dL. Eine Behandlung wird meist in Erwägung gezogen, wenn der Wert unter 350 ng/dL fällt.

Eine Behandlung kann jedoch auch erwägt werden, wenn der Level im Durchschnitt liegt. Dies ist vor allem sehr abhängig vom Alter des Patienten. Auch bei Frauen wird ein Bluttest gemacht und der Östrogenlevel gemessen. Da bei Frauen nach der Menopause deutliche Schwankungen im Hormonhaushalt normal sind, wird ab einem bestimmten Alter nicht mehr von Hypogonadismus ausgegangen. Doch wenn die Werte bei jungen Frauen besonders niedrig sind, wird eine Hypogonadismus vermutet.

Behandlung

In welcher Form eine Behandlung von Hypogonadismus durchgeführt wird, liegt vor allem an der Art des Hypogonadismus. Ein primärer Hypogonadismus beim Mann wird in den meisten Fällen durch eine Hormontherapie behandelt, also der Einnahme von Androgenen wie Testosteron. Bei Frauen wird dementsprechend mit Östrogenen therapiert.

Je nach Form des Hypogonadismus kann diese Therapie sogar lebenslänglich fortgeführt werden. Die Verabreichung der fehlenden Hormone kann durch Tabletten oder Injektionen erfolgen. In welchem Grad Hormone verabreicht werden, hängt von Alter und Gewicht der Betroffenen ab. Sekundärer Hypogonadismus hingegen wird mit der Gonadotropinen behandelt. Diese Hormone stimulieren die Keimdrüsen und bewirken erhöhte Keimzellenproduktion. Besonders bei Paaren mit dem Wunsch nach einem Kind kann diese Therapie helfen.

Während der Therapie sollte auf bestimmte Nebenwirkungen geachtet werden, die sich evtl. einstellen könnten. Männer können ein erhöhtes Hämatokrit-Level im Blut entwickeln, was dazu führt, dass das Blut zu dick wird. Sehr selten klagen Männer über Wachstum der Brust. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung von obstruktiver Schlafapnoe - was beobachtet werden sollte.

Rezeptfreie Medikamente gegen Hypogonadismus


Vorbeugung

Ob einem Hypogonadismus vorgebeugt werden kann, ist vor allem abhängig von der Form des Hypogonadismus. Wir die Störung bspw. durch eine Entzündung der männlichen Keimdrüse verursacht, sollte schnell gehandelt werden, um mögliche Folgeerscheinungen zu verhindern und einem langfristigen Hypogonadismus vorzubeugen.

Sekundärer Hypogonadismus kann auch durch Mangelernährung ausgelöst werden. Eine gesunde Ernährung kann in diesem Fall der Ausbildung einer solchen Störung vorbeugen.

Bücher über Hypogonadismus

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hypogonadismus?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Zilkens kommentierte am 05.04.2016 um 13:51 Uhr

Der primäre Hypogonadismus wurde bei mir schon im Schulalter von 15 Jahren diagnostiziert an der Uniklinik Düsseldorf. Seitdem erhalte ich Testivironspritzen, bis vor 15 Jahren alle 3 Wochen, jetzt folgte ein Umstieg auf 3-Monats-Depot-Spritzen. Mein Problem sind zunehmende Knochenprobleme vor allem an empfindlichen Gelenken (Knie, Schulter) sowie an der Wirbelsäule (HWS und LWS). Kann ich die Testovironbehandlung irgendwie zusätzlich unterstützen? Was kann ich selbst für eine einigermaßen normale Knochenentwicklung tun? Die Orthopädie geht auf dieses Problem so gut wie nicht ein. Ich bin leider übergewichtig, treibe aber Sport so gut es meine Knochen zulassen.