Hypersensitivitätsvaskulitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Die Hypersensitivitätsvaskulitis ist eine Entzündungen der Wände von Blutgefäßen in der Haut mit daraus resultierender Schädigung des Gewebes. Sie ist die häufigste Form einer die Haut betreffenden Vaskulitis und entsteht durch eine Überreaktion des Immunsystems. Die Hypersensitivitätsvaskulitis kann sich auf die inneren Organe ausbreiten und den Organismus ernstlich schädigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hypersensitivitätsvaskulitis?

Die Hypersensitivitätsvaskulitis entsteht durch eine Autoimmunreaktion - das bedeutet, dass das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Unterschieden wird zwischen kutanen Vaskulitiden, bei denen ausschließlich Gefäße in der Haut von der Entzündung betroffen sind, und systemischen Vaskulitiden. Im zweiten Fall hat das Entzündungsgeschehen sich auf die inneren Organe ausgebreitet.

Auslöser für eine Autoimmunreaktion können Medikamente, Chemikalien oder Infektionen sein, aber auch Antigene aus Entzündungen des Bindegewebes sowie die Neubildung von Gewebe - unter Umständen dem eines Tumors - kommen als Ursache in Frage. Die Hypersensitivitätsvaskulitis kann in jedem Alter auftreten, findet sich aber besonders häufig bei weiblichen Patienten zwischen 30 und Ende 40.

Ursachen

Da die Hypersensitivitätsvaskulitis eine Autoimmunerkrankung ist produziert der Körper auf Grund eines Reizes durch ein Antigen (ein vom Körper als schädlich erkannter Fremdkörper) Antikörper. Diese körpereigenen Abwehrproteine verbinden sich mit dem Fremdstoff und bilden einen Immunkomplex, um das Antigen auszuschalten. In der Folge lagern sich bei der Hypersensitivitätsvaskulitis die entstandenen Proteinkomplexe an den Wänden der Hautgefäße ab.

Das geschieht weil eine so große Menge an Antigenen den Organismus überschwemmt, dass die roten Blutkörperchen und mononukleären Zellen, die sonst Immunkomplexe aus dem Blutkreislauf reinigen, nicht mehr nachkommen. Es ist auch möglich, dass ein Defekt der entsprechenden Blutzellen das Reinigungssystem daran hindert seiner Aufgabe nachzukommen, die Gefäße zu reinigen. Die an den Gefäßwänden abgelagerten Antigene lösen eine Komplementaktivierung aus und über die Mastzellen kommt es dann zur Entzündungsreaktion.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome:

Die Hypersensitivitätsvaskulitis kann sich zunächst durch eine so genannte Livedozeichnung bemerkbar machen: Eine rötlich blaue Venenzeichnung, die netzförmig über die Hautoberfläche verläuft. Je kleiner die betroffenen Gefäße sind, desto kleiner und oberflächlicher zeigen sich die Hautveränderungen. Die bläuliche Hautverfärbung resultiert aus Durchblutungsstörungen auf Grund der durch die Ablagerungen verengten Gefäße.

Sichtbar wird sie meist zuerst an den Unterschenkeln, ohne dass die Betroffenen weitere Beschwerden haben. Schmerzen kommen selten vor. Manche Patienten empfinden ein Schweregefühl, Brennen oder Jucken. Es zeigen sich außerdem flache, gerötete Flecken und Quaddeln, die für 24 Stunden oder länger an derselben Stelle bestehen bleiben. Danach entwickeln sich tastbare, kleinfleckige Einblutungen in der Haut, die sich zur Körpermitte hin ausbreiten.

In manchen Fällen kommt es zur Bildung größerer Blutsblasen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle sowie Fieber und eine generelle Abgeschlagenheit. Ist das der Fall, muss von einer schwereren Verlaufsform ausgegangen werden, die behandlungsbedürftig ist: Mit der Zeit kann sich die Hypersensitivitätsvaskulitis soweit verschlimmern, dass Gewebe abstirbt und es zu Blutungen und Nekrosen kommt. Die meisten Fälle zeigen aber einen gutartigen Verlauf.

Diagnose

Zunächst wird bei einer Hypersensitivitätsvaskulitis eine Blutuntersuchung im Labor veranlasst. Insbesondere auf immunologischen Befunde und die Rheuma-Faktoren wird dabei Wert gelegt. Besonders wichtig ist der Ausschluss einer Beteiligung der inneren Organe. Treten kolikartige Bauchschmerzen und Blutungen im Darmtrakt auf oder können im Urin rote Blutkörperchen und Eiweiß nachgewiesen werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass nicht nur die Haut von der Hypersensivitätsvaskulitis betroffen ist. Röntgenaufnahmen der Weichteile und andere klinische Untersuchungen gehören dann ebenfalls zur Diagnostik. Außerdem müssen andere mögliche Erkrankungen ausgeschlossen werden, die ähnliche Symptome aufweisen.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung der Hypersensitivitätsvaskulitis geht es zunächst darum, die Auslöser zu finden und nach Möglichkeit auszuschalten. Das kann beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika oder eine veränderte Medikation geschehen. Ist das auslösende Antigen gefunden und aus dem Blutkreislauf eliminiert heilt die Entzündung häufig von selbst ab.

Symptome zu lindern ist der zweite Schritt der Behandlung. Bettruhe, eine Hochlagerung der Beine und gegebenenfalls das Tragen von Kompressionsstrümpfen erwiesen sich als hilfreich. Leider gelingt es nur in rund der Hälfte aller Fälle, die Ursache der Überreaktion des Immunsystems zu finden. Die Gabe von Antihistaminika kann dann angezeigt sein, um das allergische Geschehen im Körper zu regulieren. Um bei schweren Verläufen bleibende Schäden an inneren Organen zu vermeiden, ziehen Hautärzte in der Regel Kollegen anderer medizinischer Disziplinen hinzu.

Zur Eindämmung des Entzündungsgeschehens werden cortisolartige Präparate verabreicht, entweder in Tablettenform - dies ist angezeigt, wenn sich bereits Nekrosen gebildet haben - oder als lokal anzuwendende Salben. Alternativ kann auch die Gabe von Colchizin zum Erfolg führen, da es das Zellwachstum hemmt. Steroide sind eine weitere Option zur Behandlung, ebenso die Therapie mit Immunsuppressiva, die zu einer Verringerung der Aktivität des Immunsystems angewendet werden.



Vorbeugung

Es ist ausgesprochen schwierig, einer Hypersensitivitätsvaskulitis vorzubeugen, da niemand genau vorhersagen kann, wie der individuelle Körper eines Menschen auf ein bestimmtes Medikament, eine Chemikalie oder einen allergieauslösenden Stoff reagieren wird. Mehr als die generelle Empfehlung gut auf sich selbst und den eigenen Körper zu achten kann an dieser Stelle nicht gegeben werden.

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