Hyperämie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Von einer Hyperämie spricht der Mediziner dann, wenn sich an einer Körperstelle unnatürlich viel Blut sammelt. Hier entsteht eine gerötete Schwellung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hyperämie?

Die Hyperämie ist das Gegenteil der Ischämie. Während bei einer Ischämie oder auch bei Morbus Raynaud ein Unterangebot von Blut besteht, ist die Hyperämie durch das Überangebot gekennzeichnet. In erster Linie sind vor allem bestimmte Organe oder auch Gewebepartien von dem Überangebot der Durchblutung betroffen.

In diesem Zusammenhang treten oft Schwellungen durch eine Reizung, nach einer Entzündung eines Blutgefäßes oder auch nach einem Insektenstich auf. Es besteht auch eine Möglichkeit der künstlichen Hyperämie, die eine Behandlungsbasis darstellt.

Ursachen von Hyperämie

Die Hauptursachen einer Hyperämie sind entweder eine Reizung oder eine Entzündung. Auch im Rahmen einer Infektion ist eine Hyperämie, auf Grund des großen Blutandrangs an der betroffenen Stelle, möglich. Liegt die Ursache der Hyperämie im Körper selbst, spricht der Mediziner von der endogenen Hyperämie. Weitere Ursachen sind unter anderem Probleme im Blutkreislauf oder auch Anomalien. Es gibt aber auch exogene sowie äußere Umstände, welche eine Hyperämie auslösen.

Eine gefäßerweiternde sowie durchblutungsfördernde Salbe kann mitunter ebenfalls ein Überangebot von Blut begünstigen. Auch sogenannte PDE-5-Hemmer, wie beispielsweise Viagra, wirken begünstigend für eine Hyperämie. Ebenfalls können Salben, die gegen Insektenstiche helfen sowie auch Chilischoten einen derartigen Zustand auslösen. Selbst Salben, die zur Behandlung eines Hexenschusses verwendet werden, sind mitunter ein Auslöser für eine auftretende Hyperämie. Es gibt auch die reaktive Hyperämie. Die reaktive Hyperämie entsteht dann, wenn im Zuge des Blutdruckmessens der Blutfluss mit Hilfe der Manschette gestaut wird. Selbst nach Kälteeinwirkungen ist eine reaktive Hyperämie möglich.

Auch die Krankheit Morbus Raynaud kann mitunter eine Hyperämie auslösen. Hier entleeren sich beispielsweise die Zehen oder auch die Finger von Blut. Das Phänomen der blutleeren wirkenden Finger sowie Zehen ist eine der Hauptanzeichen für Morbus Raynaud und gleichzeitig eine Ursache für eine Hyperämie. Sodann treten schmerzhafte Blutschübe in den Gliedmaßen auf, welche eine weitere Ursache bzw. sogar ein Symptom von einer Hyperämie darstellen.

Symptome und Verlauf von Hyperämie

Das einzige Symptom einer Hyperämie ist das Überangebot von Blut im Gewebe oder in den Organen. Hier spricht der Mediziner auch von einer Mehrdurchblutung. Entsteht ein Überangebot der Blutversorgung ohne sichtbaren Grund (das bedeutet, dass weder ein durchblutungsförderndes Medikament, noch ein Insektenstich oder auch eine Therapie sowie Grunderkrankung vorliegt), ist wohl eine Entzündung der Auslöser der Hyperämie.

Bei derartigen Symptomen ist es wichtig, dass der Mediziner das Überangebot der Durchblutung behandelt und auch die Ursache - mittels einer Diagnose - feststellt. Je nach Entstehung der Hyperämie, beginnt der Arzt mit der Behandlung. Die Diagnose der Hyperämie sowie der Verlauf und die Behandlung erhalten eine unterschiedliche Bewertung. Eine künstliche Hyperämie hat oftmals einen therapeutischen Nutzen und wird nicht behandelt; im Gegenteil - die künstliche Hyperämie ist sogar die Behandlung. Diese wendet der Mediziner oft bei einer Hydro- sowie Elektro- oder auch Reizstromtherapie an. Selbst bei Muskelzerrungen wird oftmals eine künstliche Hyperämie erzeugt.

Diagnose von Hyperämie

Der Mediziner stellt die Diagnose einer Hyperämie auf Grund der Anamnese. Bei therapeutischen Maßnahmen zur Erzeugung einer Hyperämie, bleibt die Diagnose aus, da die Hyperämie zur Behandlung gehört. Oftmals sind Insektenstiche oder auch Entzündungen eine Ursache, weshalb eine spontane Hyperämie - ohne therapeutischen Hintergrund - auftritt. Der Arzt untersucht die gerötete Schwellung und stellt die Hyperämie fest. Im Regelfall verschwindet die Hyperämie oftmals wieder von selbst und kann unbehandelt bleiben.

Behandlung von Hyperämie

Durch die Tatsache, dass die Hyperämie relativ schnell wieder verschwindet, ist in vielen Fällen keine Behandlung erforderlich. Nach einem intensiven Krafttraining, einer Überanstrengung oder auch einen Saunagang ist immer wieder eine Hyperämie möglich. Diese Hyperämie hat jedoch keinen Krankheitswert und verschwindet in der Regel relativ schnell wieder von selbst.

Wird die Hyperämie durch einen Insektenstich ausgelöst, empfiehlt der Mediziner die Kühlung der betroffenen Stelle. Bei einer Entzündung ist eine Salbe aufzutragen. Selbst bei einer von Viagra ausgelösten Hyperämie, ist eine Behandlung nicht erforderlich. Behandlungsbedürftig ist nur die Hyperämie, welche auf Grund einer Entzündung entstanden ist. Die Therapie richtet sich nach dem Grad der Entzündung. Hier unterscheidet der behandelnde Arzt zwischen einer in der Tiefe stattfindenden oder einer oberflächigen Entzündung.

Bei einer oberflächigen Entzündung wird die Stelle gekühlt. Ebenfalls verordnet der Mediziner eine entzündungshemmende Salbe. Bei der, in der Tiefe liegenden Entzündung, verordnet der Mediziner oft Medikamente. Leidet der Patient unter einer passiven Hyperämie (das sind etwa Thrombosen oder Blutstauungen, die bei einer Leberzirrhose oder einer Herzinsuffizienz auftreten können), behandelt der Mediziner die Hyperämie als Begleiterscheinung. Wichtig ist jedoch, dass die Ursache der Hyperämie behandelt wird.

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Vorbeugung von Hyperämie

Eine direkte Vorbeugung zur Verhinderung einer Hyperämie gibt es im Endeffekt nicht. Ein starkes Immunsystem, eine gesunde Ernährung sowie auch Sport und Bewegung sind - wie bei fast jeder Krankheit - die beste Vorbeugung.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

I. Ti. kommentierte am 04.04.2016 um 19:59 Uhr

Bin seit vielen Jahren Patient. Nichtraucher seit 39 Jahren. Seit 18 Monaten Ernährung umgestellt, wenig Kohlenhydrate, fast kein Obst, ganz viel Gemüse außer Knollengemüse. Nichts Süßes, nur in Ausnahmefällen.Viel Fleisch, Fisch, Käse und Eier, aber wenig Milchprodukte. Meine Cholesterinwert haben sich so verbessert, dass eine Tablette abgesetzt werden konnte. Meine Zuckerwerte sind ebenfalls sehr viel besser geworden, sowie Nieren- und Leberwerte. Im Normbereich. Außerdem habe ich ca. 15kg abgenommen. Kann ich nur empfehlen! Ich würde mich über neue Infos freuen.

lalunja kommentierte am 23.06.2016 um 19:02 Uhr

Hallo, ich habe gerade meine Blutwerte erhalten: Cholesterin 268mg/dl und Triglyzeride 1166mg/dl. Hat jemand Erfahrung mit solch hohen Werten?