Hydrocephalus (Wasserkopf)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Unter einem Hydrocephalus (Wasserkopf) können sowohl Kinder als auch Erwachsene leiden. Aufgrund einer Erweiterung der Hirnkammern kann es beim Hydrocephalus zu einer Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen kommen. Ein Wasserkopf als solches ist nicht heilbar, aber kann zumindest behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hydrocephalus (Wasserkopf)?

In der Umgangssprache wird von der Erkrankung Hydrocephalus vom so genannten Wasserkopf gesprochen. Für die Erkrankung sind die Erweiterungen der Ventrikel (Hohlräume) im Gehirn, bei denen eine Füllung mit Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit vorliegt.

Gerade bei Säuglingen zeigt sich ein Hydrocephalus optisch in einem vergrößerten Schädel. Grund dafür ist die Ausdehnung der Ventrikel, welche durch die fehlende Verbindung der Schädelknochen bei Säuglingen bedingt ist.

Ein Wasserkopf kann verschiedene Erscheinungsformen aufweisen. So werden zum Beispiel auch bei den Zwischenräumen, die von der Erweiterung betroffen sind, Unterscheidungen vorgenommen. Differenzierungen erfolgen in der Medizin auch bei den Ursachen eines Hydrocephalus.

Ursachen von Hydrocephalus (Wasserkopf)

Die Ursachen für einen Hydrocephalus sind sehr vielfältig. Eine mögliche Ursache ist die körpereigene Überproduktion von Liquor (Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit). Weiterhin kann ein Verschluss der Verbindungen zwischen den Liquorräumen ursächlich für einen Wasserkopf sein. Generell wird in der Medizin zwischen angeborenen und erworbenen Ursachen des Hydrocephalus unterschieden.

Bei den angeborenen Ursachen handelt es sich in aller Regel um Fehlbildungen im Gehirn oder an den Schädelknochen. Auch Entwicklungsstörungen im Gehirn sowie Gendefekte können die Bildung eines Wasserkopfs begünstigen. So können Defekte wie die Monosomie 4p, die Arnold-Chiari-Malformation, dysraphische Fehlbildungen, das Dandy-Walker-Syndrom sowie komplexe Hirnfehlbildungen und knöcherne Fehlbildungen wie bei Klippel-Feil-Syndrom ursächlich für einen Hydrocephalus sein.

So genannte erworbene Ursachen sind oft Verletzungen des Gehirns aufgrund von Unfällen, Hirnblutungen oder auch Entzündungen des Gehirns (Meningitis und/ oder Enzephalitis). Ein Hydrocephalus kann so auch aufgrund einer Thrombose im Bereich des Kopfes oder aufgrund einer Blutgruppen- oder Rhesusunverträglichkeit entstehen. Auch eine Infektion mit Toxoplasmose und Hirntumore können ursächlich sein.

Symptome von Hydrocephalus (Wasserkopf)

Typische Symptome bei Hydrocephalus (Wasserkopf):

  • ballonförmige Aufblähung des Säuglings- bzw. des Kinderkopfes
  • Druckanstieg im Schädel

Diagnose und Verlauf von Hydrocephalus (Wasserkopf)

Zu den typischen Symptomen eines Hydrocephalus gehören neben der ballonförmigen Aufblähung des Kopfes (bei Kindern und Säuglingen) auch ein Anstieg des Schädeldrucks, Kopfschmerzen, Erbrechen, das Sehen von Doppelbildern oder auch epileptische Anfälle.

Für die eindeutige Diagnose sind die Symptome aber nicht immer ausschlaggebend, weshalb hierfür in der Regel bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT oder MRT) zum Einsatz kommen. Die Wahl der jeweiligen Methode hängt dabei vorrangig von der vermuteten Ursache oder auch vom Alter des Betroffenen ab. So wird die Untersuchung mit Ultraschall vor allem bei Neugeborenen angewandt, da hier die Schädeldecke noch nicht vollständig geschlossen ist.

Die Form der Erkrankung sowie die getroffenen Behandlungsmaßnahmen entscheiden über den Erkrankungsverlauf. Neben Kopfschmerzen oder Übelkeit kann es bei schweren Verläufen auch zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen. Werden Therapiemaßnahmen angemessen und vor allem rechtzeitig ergriffen, dann können die Symptome im weiteren Verlauf deutlich gelindert werden.

Gerade bei Säuglingen kann der Schädel nach dem Verschluss der Knochennähte sowie der Fontanellen die Volumenzunahme nicht durch die Größenzunahme ausgleichen. Deshalb kommt es oft zu einem Anstieg des Schädeldruck und einer Verlagerung der Hirnanteile in Richtung des Hinterhauptloches. Hier kann es zu einer Einklemmung von lebenswichtigen Anteilen des Gehirns kommen, die für die Funktionen von Herz-Kreislauf- sowie Atemsystem notwendig sind. In diesem Fall kann der Hydrocephalus aufgrund der Schädigungen zum Herz-Kreislauf- und Atemstillstand führen, was den Tod zur Folge hat.

Behandlung von Hydrocephalus (Wasserkopf)

Das wahrscheinlich häufigste Verfahren zur Behandlung eines Wasserkopfs ist die Implantation eines so genannten Shunts. Es handelt sich dabei um einen dünnen Schlauch, der aus Kunststoff und Silikon besteht und das Hirnwasser aus den Hirnkammern in andere Körperbereiche des Patienten ableitet. So wird der Shunt beispielsweise von der betroffenen Hirnkammer in die Bauchhöhle des Betroffenen gelegt.

Das Ziel eines solchen Eingriffs ist es, die geweiteten Hirnzwischenräume zu verkleinern. Der Schlauch zur Linderung der Symptome des Hydrocephalus wird unter der Haut verlegt, so dass er von außen nicht sichtbar ist. Die Behandlung mit Hilfe von Shunts erfolgt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern. Dabei können die Schläuche je nach Form unterschiedliche Ventile besitzen, die unter anderem auf Hoch- oder Niederdruck in den Hirnkammern reagieren.

Die so genannte endoskopische Drittventrikulostomie (kurz: ETV) ist eine spezielle Behandlung zur Senkung des dritten Hirnventrikels. In diesem Verfahren wird ein minimales Loch in die Hirnkammerwand gebohrt. Nur sehr selten und in der Regel auch nur kurzfristig wird ein Hydrocephalus medikamentös behandelt.

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Vorbeugung von Hydrocephalus (Wasserkopf)

Vor allem bei Neugeborenen kann einem Hydrocephalus in der Regel nicht vorgebeugt werden. Eine Vorbeugung ist aber auch bei Erwachsenen aufgrund der vielfältigen Ursachen kaum möglich. Es ist somit nur möglich, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Wichtig hierfür sind die frühzeitige und eindeutige Diagnose eines Wasserkopfs und dessen entsprechend medizinische Behandlung.

Es ist dadurch zumindest möglich, die Stärke eventueller Folgeschäden, die durch die Erweiterung der Hirnkammern auftreten können, zu reduzieren. Wird der Hydrocephalus bereits während der Schwangerschaft diagnostiziert, so kann die Therapie bereits „in utero“ – also vor der Geburt – im Mutterleib erfolgen.

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