Homöopathie bei Beschwerden im Kopfbereich

Letzte Aktualisierung am 24. Mai 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Im Jahr 2013 zählte der Gesundheitsdienstleister IMS Health 5,4 Millionen Verordnungen, um Kopfschmerzen zu lindern. Der Großteil der Medikamente, etwa 60 Prozent, wurde verordnet, um Migränebeschwerden zu lindern. Ein weiteres Drittel wurde zur Linderung von Kopfschmerzen ganz unterschiedlicher Arten verschrieben. Sechs Prozent gingen an Patienten mit Spannungskopfschmerzen, zwei Prozent an Patienten mit Clusterkopfschmerzen. Nur von Clusterkopfschmerzen ist das männliche Geschlecht häufiger betroffen. Ansonsten leiden vornehmlich Frauen darunter. Dieses Zahlenwerk veröffentlichte die Pharmazeutische Zeitung. Grund genug, die „Frauenkrankheit“ Kopfschmerzen einmal detaillierter zu beleuchten – vor allem auch mit Blick darauf, was es neben klassischen Arzneimitteln noch gibt, um Kopfschmerzen zu lindern.

Die meisten Menschen kennen das Gefühl von Kopfschmerzen. Die Ursachen sind ebenso vielfältig, wie die verschiedenen Arten von Kopfschmerz.

So unterschiedlich können Kopfschmerzen sein

Dass Kopfschmerz nicht gleich Kopfschmerz ist, erfahren die Betroffenen am eigenen Leib. Welche Kopfschmerzarten es gibt, verrät der Bayerische Rundfunk in einem Themendossier.

Primärformen

Zu den sogenannten Primärformen von Kopfschmerzen gehören Migräne-Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen und Cluster-Kopfschmerzen. Vor allem der Ort des Schmerzens variiert je nach der Art der Kopfschmerzen.

  • Migräne-Kopfschmerzen sind häufig im Bereich der Augen zu verorten – und zwar halbseitig. Migräne-Kopfschmerzen pulsieren, treten in unregelmäßigen Abständen auf und gehen häufig einher mit Übelkeit sowie einer Empfindlichkeit auf Licht und Geräusche.
  • Cluster-Kopfschmerzen gleichen wahren Schmerzattacken, die einseitig auftreten und vom Auge aus in Richtung Schläfe ausstrahlen. Rote Augen, eine laufende Nase sowie Schweißbildung gehen häufig mit Cluster-Kopfschmerzen einher, die sogar bis zu drei Stunden andauern können.
  • Sogenannte Spannungskopfschmerzen umfassen den größten Teil des Kopfs, allerdings nur in einer mittleren Intensität. Häufig bilden sich Spannungskopfschmerzen an der Stirn sowie am Hinterkopf auf. Das Gefühl, das immerhin 40 bis 50 Prozent der Bevölkerung kennen, erstreckt sich dann über den kompletten Kopfbereich.

Von chronischen Kopfschmerzen ist die Rede, wenn der Kopfschmerz an mehr als 15 Tagen im Monat den Kopf beherrscht.

Sekundärformen

Abhängig von Art und Region des Schmerzes unterscheidet man verschiedenen Kopfschmerz-Typen.

Bei den sogenannten Sekundärformen treten Kopfschmerzen als Folgeerkrankung auf. So können sie als Folge eines Infekts auftreten, auf Gefäßentzündungen oder rheumatische Erkrankungen hinweisen sowie eine Folge des Schlaf-Apnoe-Syndroms sein. Auch nach Hirnblutungen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen, einer Hirnhautentzündung, Hirntumoren oder Schädelfrakturen gehören Kopfschmerzen zu den Folgeschmerzen. Wenn ein Mensch den als Kopfschmerz bezeichneten Druck im Kopf verspürt, können auch Diabetes, Bluthochdruck, Stress und Angst dafür verantwortlich sein.

Welche homöopathischen Mittel helfen bei Kopfschmerzen?

Es gibt eine kleine Auswahl an homöopathischen Mitteln, die dem Druck im Kopf zu Leibe rücken können. Argentum nitricum hilft den Kopfschmerz zu lindern, der nach geistiger Arbeit oder Schulangst entsteht. Calcium phosphoricum hat denselben Anwendungsbereich und baut auch stressbedingte Kopfschmerzen ab. Wer Kopfschmerzen auf eine durchgefeierte Nacht zurückführen kann, kann auf Nux vomica zurückgreifen. Darüber hinaus gibt es diese detaillierte Empfehlung, je nach dem jeweiligen Schmerzgefühl:

  • Belladonna ist die richtige Wahl, wenn der Kopfschmerz sich tief in den Schädel bohrt und sowohl eine Licht- als auch eine Geräuschempfindlichkeit auslöst.
  • Bryonia hilft bei berstenden Kopfschmerzen.
  • Cimicifuga ist das richtige Mittel, wenn der Kopfschmerz wie ein schießender Pfeil den Schädel vom Nacken aus kommend durchdringt. Eine häufige Begleiterscheinung ist das Frösteln. Auch wird diese Art von Kopfschmerz oft bei Wärme besser.
  • Gelsemium ist das richtige homöopathische Mittel, wenn der Kopfschmerz sich in dumpfer Form vom Nacken bis hin zu den Augen schleicht und den Kopf mit Schmerzen betäubt.
  • Ignatia ist immer dann die richtige Wahl, wenn der Kopfschmerz an den Schläfen startet und von dort aus den ganzen Kopf durchwandert.
  • Pulsatilla hilft bei Kopfschmerzen, die wandernd sind und mit Frösteln einhergehen.
  • Silicea lindert den Kopfschmerz, der vom Nacken aus den Kopf erfasst, sowie den bereits erläuterten Spannungskopfschmerz.

Welche Hausmittel helfen bei Kopfschmerzen?

Bei einer Migräne drücken geschwollene Blutgefäße auf die Nervenfasern, dadurch kann es zu einem stechenden Schmerz im Kopf kommen.

Dr. Miriam Ortiz hält darüber hinaus einige Tipps bereit, welche Hausmittel helfen, um dem Kopfschmerz den Kampf anzusagen. Über 200 Arten von Kopfschmerzen sind der Ärztin zufolge bekannt. Vor allem die Kopfschmerzen aus der Rubrik der leichten oder mittleren Schmerzsequenz müssen nicht zwingend direkt mit einem starken Medikament behandelt werden. Auch die folgenden Tipps können bereits für Schmerzlinderung sorgen:

  • Bewegung ist ein Heilmittel, das sich leicht in den Tag einbauen lässt. Hier und da einige Dehnungs-, Lockerungs- und Bewegungstipps beherzigen und der Köper entspannt sich – inklusive Kopf.
  • Koffein hebt den Blutdruck an, der – mit zu niedrigen Werten – schnell zum Kopfschmerz-Auslöser werden kann. Wirkung zeigt der Espresso allerdings nur bei jenen, die Koffein in Maßen und nicht in Massen konsumieren.
  • Kühlung verspricht dann Linderung, wenn der Kopf nach anstrengender Kopfarbeit eine Abkühlung nötig hat. Ein kalter Waschlappen oder ein Gelkissen kann dann für wohltuende Schmerzlinderung sorgen. Auch ein kaltes Armbad kann zur Linderung der Kopfschmerzen beitragen.
  • Pfefferminzöl wirkt – eingerieben auf Schläfe und Stirn – wahre Wunder bei Kopfschmerzen. Allerdings ist es wichtig, auf ein verdünntes Produkt zu setzen. Zudem sind ätherische Öle für Kleinkinder tabu.
  • Wärme eignet sich vor allem dann, wenn es sich bei den Kopfschmerzen um Spannungskopfschmerzen handelt. Der Grund: Wärme – in Form eines Kirschkernkissens oder einer Kompresse – senkt die Muskelspannung. Während eine warme Dusche eine gute Idee ist, ist ein Vollbad in diesem Fall contra-produktiv. Wechselduschen sowie Arm- und Fußbäder sind deutlich besser geeignet.
  • Weidenrinde ist ein effektiver Schmerzlinderer, allerdings nur für diejenigen, die mit dem bitteren Geschmack im Tee zurechtkommen. Alternativ gibt es das Produkt auch in Form von Kapseln oder Tabletten. Sie sind für Kinder und für Patienten mit Blutverdünnern tabu.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, hier vorerst in der mildesten Form nach Linderung zu suchen und sich so langsam zu steigern. Wenn wirklich nichts hilft, kann natürlich auch eine Schmerztablette helfen, denn generell gilt: Kopfschmerzen sollten nicht „ausgehalten“ werden.

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