Holunderblüten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
Gesundpedia.deLebensmittel Holunderblüten

Holunderblüten zählen zur Familie der Moschuskrautgewächse, von denen in Mitteleuropa drei heimisch sind. Holunderblüten können im Frühsommer gesammelt und dann zu verschiedensten süßen Spezialitäten verarbeitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Holunderblüten wissen

Holunderblüten wirken schleimfördernd und helfen somit bei Erkältungen. Die Holunderbeeren hingegen können giftig sein!

Der Holunder ist eine verholzende Pflanze und wächst als Strauch bzw. Halbstrauch. Er wird zwischen 1 und 15 Meter hoch und verfügt über unpaarig gefiederte Laubblätter sowie rispige Blütenstände mit weißen Blüten. Die Holunderblüten sind drei- bis fünfzählig und verfügen über eine doppelte Blütenhülle. Holunderblüten haben einen sehr intensiven Geruch und einen süßlichen Geschmack.

Holunder kann vor allem in Mitteleuropa gefunden werden, er wächst aber auch im mittleren und westlichen Asien sowie in Nordafrika. In einigen Ländern wie Polen, Spanien, Ungarn und Russland wird die Pflanze auch gezielt angebaut.

Bedeutung für die Gesundheit

Bereits in der Antike war bekannt, dass Holunderblüten sehr gesund sind. Für die Gesundheit haben die Blüten aber nur dann einen Wert, wenn sie komplett geöffnet sind. So wird ein Tee beispielsweise bei Erkältungen, grippalen Infekten und Fieber eingesetzt, wobei dafür einfach zwei Teelöffel Holunderblüten mit kochendem Wasser übergossen werden. Der Tee muss zehn Minuten lang ziehen, wird dann abgeseiht und getrunken. Bei Halsschmerzen kann auch damit gegurgelt werden.

Des Weiteren kann mit Hilfe des Tees auch der Kreislauf gestärkt und der Stoffwechsel gefördert werden. Darüber hinaus wirkt er auch blutreinigend und hilft gegen Blähungen. Bei Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen helfen auch Dampfbäder mit Holunderblüten. Bei Sonnenbrand und entzündeten Augen lindern Umschläge mit den Blüten die Beschwerden.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Holunderblüten enthalten vor allem ätherisches Öl sowie Flavonoide, wobei hier vor allem organische Säuren sowie die Substanz Rutin vorkommen. Weitere Inhaltsstoffe sind:

  • Vitamin C
  • Gerbsäure
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • Cholin
  • Glycoside

Unverträglichkeiten

Da Holunder nur in einem sehr geringen Ausmaß Pollen freisetzt, sind die allergischen Reaktionen hier nur sehr gering. Lebensmittelallergien, die auf Grund des Verzehrs von Holunderblüten auftreten, sind nicht bekannt.

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Einkaufs- und Küchentipps

Holunderblüten können nicht gekauft sondern nur gesammelt werden. Der Holunder blüht von Ende Mai bis Ende Juli. Dann können die Holunderblüten gepflückt werden. Allerdings sollte hier die Schadstoffbelastung berücksichtigt und die Blüten nur abseits befahrener Straßen gesammelt werden. Gepflückt werden nur die weißen Dolden, da die Blätter und Stängel des Strauches leicht giftig sind und Magen-Darm-Beschwerden auslösen können.

Da die Blüten sehr empfindlich sind, sollten sie an trockenen Tagen geerntet werden, da sie bei Regen abfallen. Besonders gut dazu geeignet sind die Vormittagsstunden, dann werden die Blüten vorsichtig abgeschnitten und am besten in einen Korb gelegt. Eine Plastiktüte ist für das Sammeln nicht geeignet, da die Blüten dann ziemlich rasch verderben. Nach dem Pflücken sollten die Blüten möglichst rasch verwendet werden.

Holunderblüten eignen sich aber auch zum Trocknen und halten lichtgeschützt und in einem luftdichten Glas mehrere Monate lang. Wer die Blüten trocknen möchte, verteilt sie auf einem Backblech und gibt sie dann bei etwa 40 Grad in das leicht geöffnete Backrohr. Bei Umluft ist eine Temperatur von 20 Grad ausreichend.

Die Holunderblüten sind dann trocken, wenn sie leicht von den Blüten gelöst werden können. Anschließend werden sie durch ein Drahtsieb gerieben und in ein dunkles Gefäß gefüllt. Werden die Blüten frisch verwendet, so müssen sie nur gewaschen und dann trockengeschüttelt werden.

Zubereitungstipps

Sehr bekannt sind die so genannten Hollerküchle, für die Holunderblüten in Teig getaucht werden. Für den Ausbackteig werden Mehl, Milch, Rum, Salz, Ei und Akazienhonig verquirlt. Die Masse muss 30 Minuten lang rasten, dann können die Blüten eingetaucht und in Fett herausgebacken werden. Die gebackenen Holunderblüten werden warm mit Zimt und Zucker serviert.

Darüber hinaus kann aus den Blüten auch ein leckerer Sirup, Gelee oder Likör zubereitet werden. Für einen Holunderblütensaft müssen die Blüten mit Zitronenscheiben, Wasser und Weinsteinsäure an einem kühlen Ort 24 Stunden lang ziehen.

Anschließend werden sie abgeseiht, mit Zucker aufgekocht und in Flaschen gefüllt. Durch das Aufkochen löst sich der Zucker sehr gut auf, sodass auch die Haltbarkeit verlängert wird.

Sehr beliebt ist aber auch der Holunderblütensekt. Dafür wird Zucker in Wasser aufgelöst, dann werden Zitronen, Weinessig und die Blüten hinzugefügt. Die Mischung muss 24 Stunden lang ziehen, wird dann abgeseiht und in Flaschen abgefüllt.

Die Flaschen werden mit einem Korken gesichert, an dessen Oberfläche eine flache Kerbe geschnitten wird. In diese Kerbe drückt man einen etwa 45cm langen Bindfaden, der um den Flaschenhals gebunden wird. Nach einigen Tagen beginnt das Getränk leicht zu gären und kann dann einen Monat später getrunken werden.

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