Hohlfuß

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Unter einem so genannten Hohlfuß (Pes excavatus) versteht man einen Fuß, der ein stark überhöhtes Längsgewölbe aufweist. Die dadurch auftretenden Beschwerden können durch verschiedene Therapien gelindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hohlfuß?

Hohlfuß oder auch Pes excavatus bezeichnet eine starke Formveränderung des Fußes im Bereich des Längsgewölbes. Der Rist befindet sich dadurch ebenfalls in einer Fehlstellung und die Ferse befindet sich zumeist in einer Art O-Stellung. Wer an Hohlfüßen leidet, hat häufig auch eine Klauenstellung der Zehen. Rein äußerlich erkennt man einen Hohlfuß daran, dass Fersen und Vorderfuß die komplette Last des Körpers tragen und somit einen Hohlraum bilden. Ein Hohlfuß ist also das Gegenteil eines Plattfußes.

Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Formen des Hohlfußes. Zum einen gibt es den Ballenhohlfuß und zum anderen den Hackenhohlfuß. Bei letzterer Form handelt es sich um die schwerwiegendere Variante, da das Fersenbein extrem belastet wird.

Ursachen von Hohlfuß

Hohlfüße sind in den meisten Fällen angeboren, können sich jedoch auch im Laufe des Lebens entwickeln. Gelingt es nicht, die Ursachen festzustellen, was recht häufig der Fall ist, bezeichnet man es als idiopathischen Hohlfuß. Die Ursachen für einen Hohlfuß liegen meist in den erblichen Anlagen. So treten die Beschwerden in mehreren Generationen einer Familie und unter Geschwistern auf. Eine Behandlung ist lediglich dann notwendig, wenn die Fehlstellung das tägliche Leben und die Gesundheit des Fußes maßgeblich beeinträchtigt.

Die genaue Ursache für die Entwicklung eines Hohlfußes ist häufig eine Lähmung der kleinen Fußmuskulatur. Diese kann beispielsweise entstehen, wenn über einen längeren Zeitraum zu kleine Schuhe oder Schuhe mit zu hohen Absätzen getragen werden. Allerdings können Hohlfüße auch neurologisch bedingt sein. Die Ursachen liegen dann in einer Erkrankung des zentralen Nervensystems. Hohlfuß als Begleiterscheinung tritt etwa bei einer Friedreich-Ataxie, einer neurogenen Muskelatrophie, einer amyotrophen Lateralsklerose oder bei einem Rückenmarkstumor auf.

Symptome und Verlauf von Hohlfuß

Ein Hohlfuß lässt sich anhand verschiedener Indizien klar definieren. So ist eine Überhöhung des Längsgewölbes an einem oder beiden Füßen ein eindeutiges Symptom für den Effekt. Auch Krallenzehen und Hammerzehen weisen auf einen Hohlfuß hin. Betroffene können eine Fehlstellung auch alleine an der Art des Auftritts erkennen. Wird hauptsächlich auf die Ferse und den Vorderfuß aufgetreten, sind das Anzeichen für einen Hohlfuß. Mit dieser Fehlstellung gehen auch starke Schmerzen am Fußballen und an den Fersen einher.

Da ein Hohlfuß sich häufig erst über Jahre entwickelt, sind auch die Symptome unterschiedlich ausgeprägt. So kann es bei einer Fehlstellung beispielsweise zu Hühneraugen an den Zehen und Druckstellen auf dem Fußrücken kommen. Der Gang ist durch die daraus resultierenden Schmerzen sehr unsicher, was ebenfalls ein eindeutiges Symptom ist.

Der Verlauf der Beschwerden kann sich über Jahre ziehen, weshalb bei einer frühzeitigen Erkennung die Möglichkeit besteht, die Fußstellung positiv zu korrigieren. Wird der Hohlfuß nicht behandelt, kann es zu Krallenzehen und anderen Beschwerden kommen, die mit starken Schmerzen verbunden sind.

Diagnose von Hohlfuß

Ein Hohlfuß lässt sich durch eine körperliche Untersuchung eindeutig als solcher diagnostizieren. Erfahrene Ärzte können die Fehlstellung zumeist mit bloßem Auge feststellen, wobei stets auch der Gang und insbesondere der Auftritt überprüft werden. Nachdem der Hohlfuß diagnostiziert wurde, werden in der Regel weitere Maßnahmen wie eine Untersuchung mit dem Röntgengerät vorgenommen, um festzustellen, wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist. Auch eine MRT der Wirbelsäule ist häufig vonnöten. Zuletzt wird bei der Diagnose auf eine umfassende neurologische Untersuchung gesetzt, um eine Erkrankung des Nervensystems als Ursache auszuschließen.

Behandlung von Hohlfuß

Ein Hohlfuß muss sehr individuell behandelt werden, damit ein Heilungserfolg möglich ist. Die Therapie richtet sich danach, wie stark die Fehlstellung ausgeprägt ist und wo die genauen Ursachen liegen. Bei einer schwachen Ausprägung, also einem flexiblen Hohlfuß, werden orthopädische Einlagen und Nachtschienen genutzt, um die Fehlstellung zu korrigieren. Im Zusammenhang mit gymnastischen Übungen ist die Chance hoch, den Hohlfuß erfolgreich zu behandeln.

Ist der Hohlfuß stark ausgeprägt und verursacht Schmerzen oder schwerwiegende Probleme im Alltag, wird häufig ein chirurgischer Eingriff vorgenommen. Dabei wird die Fehlstellung operativ behoben. Liegt die Ursache in einer neurologischen Störung, müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Hohlfuß zu korrigieren und Begleiterscheinungen zu vermeiden.

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Vorbeugung von Hohlfuß

Einem Hohlfuß lässt sich auf unterschiedliche Weise vorbeugen. So kann es bereits helfen, bei der Wahl der Schuhe auf die richtige Größe zu achten und zu hohe Absätze zu meiden. Generell empfiehlt es sich, weite und bequeme Schuhe zu tragen, um die Füße nicht unnötig zu belasten. Auch Gymnastikübungen und häufiges Barfußlaufen beugen Hohlfüßen vor, da die Muskulatur in den Füßen gestärkt wird.

Liegt bereits ein Hohlfuß vor, muss spezielles Schuhwerk getragen werden, um Begleiterscheinungen wie Hühneraugen und Blasen vorzubeugen. Einem angeborenen Hohlfuß kann nicht vorgebeugt werden, jedoch besteht die Möglichkeit, der Fehlstellung durch eine Therapie entgegenzuwirken. Auch andere angeborene Fußfehlbildungen lassen sich beheben, wenn rechtzeitig reagiert wird.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

robertica kommentierte am 09.03.2016 um 16:52 Uhr

Ich haben einen Hohlfuß. Zuerst hatte ich nur starke Fußschmerzen, dann empfand ich ein Brennen bis in den Oberkörper. Was bedeutet das für mich?