Hodentorsion (Verdrehung des Hodens)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Die Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) ist immer ein Notfall und bedarf einer operativen Behandlung. Eine solche Verdrehung der Hoden und Nebenhoden kann grundsätzlich männliche Personen jeglichen Alters treffen. Wenn jemand von einer Hodentorsion betroffen ist, zählt vor allem Schnelligkeit, um das Organ retten zu können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hodentorsion?

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Bei einer Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) ist der Hoden innerhalb des Hodensacks um seine eigene Achse verdreht. Durch diese Drehung wird ein Blutrückfluss vom Hoden blockiert, was zu einer Stauung führt. Weiterhin ist nachfolgend auch die Blutzufuhr unterbrochen. Hierdurch kann der Hoden in Folge eines akuten Sauerstoffmangels absterben, sofern es nicht rechtzeitig zu einer ärztlichen Behandlung kommt.

Am häufigsten von einer Hodentorsion betroffen sind Säuglinge bis zum Alter von zwei Jahren sowie Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 20 Jahren.

Ursachen von Hodentorsion

Es gibt einige Risikofaktoren, die eine Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) begünstigen. In den meisten Fällen ist eine Veranlagung hierfür bereits angeboren. In etwa 90 Prozent der Fälle lässt sich eine Fehlbildung des Scheidenhautfortsatzes feststellen. Diese führt dazu, dass die Hoden in den frühen Entwicklungsphasen nicht am Hodensack fixiert sind, sondern sich frei bewegen können. Durch diese Bewegungsfreiheit steigt das Risiko einer Hodentorsion enorm.

Auch wenn ein Hoden größer als der andere ist, steigt das Risiko einer Hodentorsion. Dies kann entweder angeboren oder bedingt durch einen Hodentumor sein. Ursächlich für eine Hodentorsion können auch unwillkürliche Bewegungen zum Beispiel im Schlaf (etwa 50 Prozent der Fälle) oder bei Unfällen sein, bei denen die Genitalien belastet und verdreht werden.

Symptome und Verlauf von Hodentorsion

Typische Symptome einer Hodentorsion:

Das Leitsymptom bei einer Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) ist das plötzliche Auftreten stärkster Schmerzen sowie einer besonderen Druckempfindlichkeit beim betroffenen Hoden. Bedingt durch die sehr hohe Intensität des Schmerzes kommt es oft zu Übelkeit bis hin zu Erbrechen bei Personen, die an einer Hodentorsion leiden. Die Schmerzen können teilweise auch unspezifisch sein und die Leistengegend ausstrahlen. Bei Säuglingen kann eine Hodentorsion in seltenen Fällen auch schmerzlos verlaufen.

Im späteren Verlauf einer Hodentorsion kommt es neben den Schmerzen zu einer markanten Rötung und Schwellung des Hodensacks auf der Seite des betroffenen Hodens. Wird die Hodentorsion nicht innerhalb von vier bis sechs Stunden behandelt, stirbt ein Großteil des Hodengewebes ab, wodurch der Hoden nicht mehr zu retten ist.

Diagnose von Hodentorsion

Bei Verdacht auf Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) wird zunächst vom Arzt auf Prehn-Zeichen getestet. Bei diesem Test wird der betroffene Hoden mit der Hand angehoben. Wenn die Schmerzen daraufhin verschwinden, kann eine Hodentorsion ausgeschlossen werden. Falls nicht, folgt ein Ultraschall um die Diagnose zu sichern und andere mögliche Erkrankungen des Hodens auszuschließen. Hierbei kann der Ultraschall mit einer Dopplersonografie verbunden werden, bei der die Durchblutung des Hodens gemessen wird.

Auch wenn nach diesen Tests immer noch Ungewissheit besteht, wird im Zweifelsfall dennoch unverzüglich operiert. Erst der Chirurg kann hiernach endgültig klären, ob eine Hodentorsion vorliegt oder nicht. Ist dies der Fall, so wird die Hodentorsion noch in derselben Operation behandelt.

Behandlung von Hodentorsion

Bei der Behandlung einer Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) hat eine möglichst schnell stattfindende Notoperation höchste Priorität, um bleibende Schäden oder den Verlust des Hodens zu vermeiden. Während die Operation vorbereitet und organisiert wird, bekommt der in der Regel an stärksten Schmerzen leidende Betroffene ein starkes Schmerzmittel wie zum Beispiel Morphin in die Vene gespritzt.

Sobald die Operation stattfindet, wird die Verdrehung des Samenstrangs vom Chirurgen zunächst gelöst. Hiermit wird erreicht, dass der Hoden wieder an die Blutzirkulation angeschlossen ist. An der verschwindenden bläulich-roten Verfärbung des Hodens lässt sich die Erholung des Organs von der Hodentorsion erkennen. Erst wenn der Hoden wieder eine normale, hellrote Farbe annimmt, wird mit der Operation fortgefahren. Im Anschluss wird der Hoden dann mit einigen Nähten am Hodensack fixiert, um einer weiteren Hodentorsion vorzubeugen. Da das angeborene Risiko auch den zweiten Hoden betrifft, wird dieser ebenfalls fixiert.

Wenn die Verfärbung während der Operation nicht von alleine verschwindet, ist bereits zu viel Gewebe abgestorben und der Hoden muss amputiert werden. Es kann dann aus ästhetischen Gründen eine Hodenprothese in Form eines Implantates aus Silikon eingesetzt werden, wenn der Patient dies wünscht. Der verbleibende Hoden übernimmt dann die Funktionen des fehlenden vollständig. Die Zeugungsfähigkeit wird durch die einseitige Hodenamputation in Folge der Hodentorsion also nicht beeinträchtigt und es müssen keine Hormon-Präparate, die das hauptsächlich im Hoden gebildete Testosteron ersetzen, eingenommen werden.

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Vorbeugung von Hodentorsion

Da die erhöhte Beweglichkeit des Hodens, welche zur Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) führt, angeboren ist, kann einer Hodentorsion nicht effektiv vorgebeugt werden. Die einzige Möglichkeit wäre eine präventive Operation. Dieser Eingriff hätte jedoch ein sehr unausgewogenes Nutzen-Risiko-Verhältnis, weshalb solche Operationen nicht durchgeführt werden.

Die wichtigste Maßnahme bezüglich der Hodentorsion ist demnach eine genaue Beobachtung sowie ein frühzeitiger Arztbesuch bei Hodenschmerzen. Besonders bei Säuglingen, die sich nicht beruhigen lassen, muss eine Hodentorsion immer in Betracht gezogen und schnellstmöglich ein Kinderarzt aufgesucht werden.

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