Hochsprung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. November 2014
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Der Hochsprung ist eine Disziplin in der Leichtathletik, bei der der Sportler versucht, eine vier Meter lange Latte im Sprung zu überqueren und dabei die maximale Höhe zu überspringen. In diesem Zusammenhang heißt Hochspringen, eine größtmögliche Höhe zu überqueren und dabei den Körperschwerpunkt möglichst so nah wie möglich an die Latte zu bringen, ohne sie dabei zu berühren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Hochsprungs

Die Wettkampfregeln sind seit 1932 gleich. Da diese Regeln lediglich festlegen, dass mit einem Bein abgesprungen werden muss, die Art der Lattenüberquerung aber jedem persönlich überlassen wird, ist die Entwicklung des Hochsprungs gleichzeitig die Geschichte der unterschiedlichen Techniken.

Der erste bekannte Wettkampf hat 1840 in England stattgefunden. Im Jahr 1865 wurden grundlegend die noch heute größtenteils geltenden Regeln eingeführt. Die wichtigsten Regeln des Hochsprungs sind:

  • Absprung erfolgt mit einem Bein,
  • nach jedem Durchgang wird die Latte um mindestens zwei Zentimeter erhöht,
  • die Athleten können selber entscheiden, ab welcher Höhe sie springen und ob sie eine zu überspringende Höhe auslassen,
  • ein Athlet scheidet aus, wenn er bei einer Höhe drei mal gescheitert ist und
  • Sieger ist der Athlet, der am Ende die größte Höhe übersprungen hat (bei mehreren Athleten mit der selben Höhe gewinnt der, der für die Höhe die wenigsten Versuche benötigt hat.
  • Ist diese Anzahl gleich, gewinnt der Athlet, der weniger Fehlversuche im gesamten Wettkampf hatte)

Grundlagen beim Hochsprung

Wichtig sind für den Hochsprung allgemein, die Sprungkraft und Schnelligkeit sowie die koordinativen Eigenschaften. Insbesondere die hier notwendige reaktive Sprungkraft ist als leistungslimitierender Faktor entscheidend.

Bewegungstechnisch ist der Hochsprung schwieriger als der Weitsprung, da die Anlaufgeschwindigkeit in die Höhe umgesetzt werden muss. Problematisch ist es dabei, aus der Anlaufgeschwindigkeit vertikal abzuspringen. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls herausfordernd, die zyklische Anlaufbewegung in eine azyklische Absprungbewegung umzusetzen.

Die Verwandtschaft des Flops zum Weitsprung aufgrund der hohen Anlaufgeschwindigkeit sowie des wenig gestemmten Absprungs als in die Höhe gesprungener Weitsprung wird deutlich erkennbar.

Zusätzlich sollte man zu Beginn eines jeden Trainings Beine und Füße durch ein Lauf-ABC erwärmen und dehnbar machen. (Siehe Video)

Techniken des Hochsprungs

Im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelten sich in Folge der relativ freien Wettkampfregeln viele unterschiedliche technische Veränderungen im Hochsprung. Insgesamt werden neben der einfachen Hocksprungform vier Hauptarten der Sprungtechnik unterschieden:

  • Die Schersprungtechnik: Eine Sprungform, bei der der Absprung mit dem lattenentfernteren Bein erfolgt
  • Die Rollsprungtechnik: Der Absprung wird dabei mit dem lattennäheren Bein durchgeführt, die Landung erfolgt ebenfalls auf diesem.
  • Die Wälzertechnik: Hier wird ebenso mit dem lattennäheren Fuß abgesprungen, die Landung geht allerdings über das Schwungbein.

Die Floptechnik

Der Siegeszug des Flops begann bei den Olympischen Spielen 1968, als sein Erfinder, der Amerikaner Dick Fosbury, völlig überraschend mit dieser Technik die Goldmedaille für die USA gewann. Unvorstellbar war bis dahin eine Überquerung der Latte mit dem Rücken. Der Flop, zuerst belächelt, dann bestaunt, hat sich dennoch durchgesetzt. Die besten Hochspringer der Welt springen in dieser Technik.

Die Faszination liegt nicht nur in der Technik, sondern besonders im schnellen Erlernen sowie im frühen Leistungserfolg begründet. Grundlegend unterliegen alle Techniken des Hochsprungs technischen Prinzipien. Der Bewegungsablauf der Disziplin wird in vier Phasen eingeteilt:

  • Anlauf
  • Absprung
  • Flug mit Lattenüberquerung
  • Landung

Schlüsselsequenz sind in der Anlauf- und Absprungbewegung, mit der Problematik und Herausforderung mit dieser horizontalen Geschwindigkeit anschließend vertikal abzuspringen. Eine weitere Schlüsselsequenz des Flopsprungs ist der Flug mit der Lattenüberquerung. Herausfordernd ist dabei die Beibehaltung der Absprunggestalt und der „Brückenhaltung“.

In den einzelnen Phasen bei der Ausführung der Floptechnik ist Folgendes zu beachten:

Anlaufphase: Charakteristische Merkmale

  • Linksspringer von rechts – Rechtsspringer von links
  • Steigerungslauf (Ballendrucklauf), 8-12 Anlaufschritte, zunächst geradlinig (3-6 Schritte), dann bogenförmig (4-5 Schritte)
  • deutliche Rhythmisierung der letzten drei Schritte (Impulsabschnitt)
  • aus der Körpervorlage auf den letzten 2 Schritten Wechsel in die Körperrücklage zur Sprungauslage
  • Vorbereitung des Doppelarmschwungs im drittletzten Schritt

Anlaufphase: Ziel und Funktion

  • möglichst hohe Anlaufgeschwindigkeit
  • Vorbereitung eines optimalen Absprungs durch Körperinnenneigung (von der Latte weg)
  • Verlängerung des Beschleunigungsweges zum Absprung durch das Absenken des Körperschwerpunktes

Absprung: Charakteristische Merkmale

  • Aktives, schlagendes, gestrecktes Aufsetzen des Absprungbeins über die Ferse oder den ganzen Fuß, dabei beträgt die Entfernung zur Latte ca. 1 Meter
  • Absprungpunkt im ersten Viertel der Lattenebene
  • schnelles Hochführen des gebeugten Schwungbeins körpereinwärts
  • Vor- und Hochschwingen beider Arme

Absprung: Ziel und Funktion

  • möglichst hohe Abfluggeschwindigkeit
  • Einleitung der Drehimpulse zur Lattenüberquerung
  • dabei in einen optimalen Abflugwinkel gelangen
  • anstreben einer sehr kurzen Bodenkontaktzeit

Flug mit Lattenüberquerung: Charakteristische Merkmale

  • Absprunggestalt fixiert beibehalten (Becken nach oben gedrückt, Kopf seitlich im Nacken)
  • Beibehalten der Hohlkreuzhaltung

Flug mit Lattenüberquerung: Ziel und Funktion

  • Drehung um die Längsachse
  • Optimale Annährung an die Lattenebene
  • Überquerung der Latte mit einem möglichst tiefen Körperschwerpunkt, Drehung um die Breitenachse in der individuell günstigen Technik

Landung: Charakteristische Merkmale nach der Lattenüberquerung:

  • Beugung im Hüftgelenk, Strecken beider Kniegelenke
  • Landung auf den Schultern mit seitlich ausgebreiteten Armen (dabei möglichst kein Überrollen) ca. 90° zur Latte

Landung: Ziel und Funktion

  • Abfangen des Körpers ohne eine Verletzungsgefahr

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