Hirtentäschel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Hirtentäschel ist eine schon fast in Vergessenheit geratene alte Heilpflanze, die jedoch in letzter Zeit von der Naturmedizin wiederentdeckt wurde. In der Antike setzte man das Kraut zur Behandlung von Frauenleiden ein, das Mittelalter wusste um seine blutungstillenden Qualitäten. In der deutschen Volksmedizin wird der Hirtentäschel erstmals im 15. Jahrhundert schriftlich erwähnt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Das Hirtentäschel wirkt blutstillend und hilft somit bei Nasenbluten und Wundheilung.

Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) wird auch Hirtentäschelkraut oder Gewöhnlicher Hirtentäschel genannt. Er gehört zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Da er Blutungen stillt, gab man ihm den Namen "Blutwurz". Die unscheinbare ein- oder mehrjährige krautige Pflanze hat eine grundständige Blattrosette. Die Laubblätter sind länglich, gelappt oder mit Fieder-Spalten versehen.

Am aufrecht wachsenden maximal 50 cm hohen Stängel befindet sich endständig ein Vielzahl kleiner weißer Blüten, die später zu flachen, nur 5 mm großen herzförmigen Täschchen-Schoten werden. Sie enthalten eine Unmenge winziger Samen. Die Wurzeln des Hirtentäschels können bis in 0,90 m Tiefe hinabreichen. Die Pflanze blüht bei günstigen Witterungsbedingungen fast das ganze Jahr über. Wer sie für medizinische Anwendungen benötigt, sammelt das frische Hirtentäschel Kraut in der Zeit von Juni bis August und trocknet es anschließend.

Vorkommen und Anbau

Der nur in drei Arten vorkommende Hirtentäschel stammt wohl ursprünglich aus West-Asien und Südeuropa. Heute findet man ihn fast überall auf der Welt und in besonders dichter Verbreitung vor allem in Mitteleuropa. Die alte Heilpflanze liebt sonnige Standorte und besiedelt sogar subalpine Regionen. So wächst sie beispielsweise in den Allgäuer Alpen noch in einer Höhe von 1.820 Metern.

Der sehr anpassungsfähige Hirtentäschel begegnet dem Spaziergänger am Rand von Äckern und Wegen, in Gärten, auf Viehweiden, Böschungen, in Gräben und sogar auf Schutthalden. Das Gewächs liebt nährstoffreiche Böden. Der Hirtentäschel kann jährlich bis zu vier Generationen von Jungpflanzen hervorbringen und wird daher von Gartenbesitzern als auszurottendes Unkraut bekämpft.

Anwendung und Wirkung

Hirtentäschel enthält 32% Aminosäuren und Proteine, Acetylcholin, Cholin, ätherisches Öl, Tyramin, Saponine, Bursasäure, Gerb- und Bitterstoffe, Kalium und Kalziumsalze, Flavonoide, Senföl-Glykoside, Vitamin C und Phenol-Carbonsäure. Ob die alte Heilpflanze einen oder mehrere Hauptwirkstoffe hat, ist in der aktuellen Forschung noch nicht geklärt.

Medizinisch genutzt werden das frische und getrocknete Kraut, der Extrakt und homöopathische Mittel. Hirtentäschel hat eine adstringierende, wehenfördernde, verdauungsanregende, entzündungshemmende, antibakterielle, antivirale, antimykotische, blutdruckregulierende, stoffwechselanregende, krampflösende, harntreibende und schmerzlindernde Wirkung.

Wer sich einen Hirtentäschel Tee zubereiten möchte, nimmt dazu 1 gehäuften TL getrocknetes Kraut und übergießt es mit 1 Tasse kochendem Wasser. Der zugedeckte Tee kann nach 15 Minuten abgeseiht werden. Man trinkt ihn 2- bis 3-mal täglich zwischen den Mahlzeiten. Patienten mit Halsentzündung gurgeln mit dem lauwarmen Tee. Zur äußerlichen Behandlung stellt man einen Hirtentäschel Absud her und tränkt ein auf die zu bedeckende Wunde passendes Stück Mullbinde in den Absud, drückt es leicht aus und legt es flach auf. Der Umschlag muss mehrmals täglich erneuert werden. Hirtentäschel Naturheilmittel sind bei vorschriftsmäßiger Anwendung frei von Nebenwirkungen und sogar zum dauerhaften Gebrauch geeignet. Schwangere sollten Hirtentäschel jedoch nicht konsumieren.

Wogegen hilft Hirtentäschel?

Bedeutung für die Gesundheit

Hirtentäschel wird bei akuten und chronischen Beschwerden angewandt. Nasenbluten, oberflächliche blutende Wunden und Ekzeme und andere Hautausschläge werden äußerlich mithilfe von Hirtentäschel Nasentamponaden und Umschlägen behandelt. Die adstringierende Wirkung der Pflanze zieht die Kapillargefäße im Umfeld der Wunde zusammen, sodass die Blutung gestoppt wird und der Wundheilungsprozess einsetzt. Mitunter wird sogar das frische, gereinigte und pulverisierte Kraut des Hirtentäschels direkt in die Wunde gestreut.

In innerlicher Anwendung - meist als Tee, aber auch in Form einer alkoholbasierten Tinktur - kann man damit erfolgreich Hämorrhoiden und Krampfadern behandeln. Störungen des weiblichen Monatszyklus, verlängerte und zu starke Monatsblutungen, hormonell bedingte leichte Zwischenblutungen und Nachblutungen nach der Entbindung lassen sich dank seiner blutstillenden Eigenschaften ebenfalls mit Hirtentäschel Tee kurieren. Die Blutgefäße zusammenziehende Wirkung kommt auch Patienten mit Kopfschmerzen zugute.

Außerdem lindert das Pflanzen-Heilmittel Verstopfung, beugt Arteriosklerose vor (anti-oxidativer Effekt), reguliert zu hohen und zu niedrigen Blutdruck und Kreislaufprobleme. Dank seiner entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften hilft es bei Erkältungen und Atemwegsinfektionen. Von seiner Harnausscheidung und Stoffwechselfunktion anregenden Wirkung profitieren Kranke, die ein Blasenleiden, eine rheumatische Erkrankung oder Adipositas haben.

Hirtentäschel Tee wird meist zur Begleitung einer konventionellen Therapie genutzt. Außerdem kann er prophylaktisch vor dem Beginn der Monatsblutung konsumiert werden. Die Blutung fällt dann schon von vornherein geringer aus und wird von weniger oder keinen Unterleibsschmerzen begleitet. Hirtentäschel hat für die Anwendungen leicht blutende Hautverletzungen und Nasen-Blutungen die positive Bewertung der Kommission E des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

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