Heublume

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Die Heublume setzt sich vorwiegend aus verschiedenen Gräsern zusammen, die zur Familie der Süßgräser gehören, zum Beispiel Wiesengräser wie die Quecke, Lieschgras, das Gemeine Rachgras, Trespen und Fuchsschwanzgras. Die Heublume kann anteilig zudem verschiedene Kleearten enthalten, die zu den Hülsenfrüchtlern gehören sowie andere auf Wiesen wachsende Blumen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Ein Heublumenbad kann bei Muskelkrämpfen, einer Erkältung oder gegen Fieber helfen.

Bei der Heublume handelt es sich um keine eigenständige Pflanze, sondern eher um Nebenprodukte der Heugewinnung, sodass auch die Zusammensetzung unterschiedlich ist. Anteilsmäßig sollte sie jedoch überwiegend aus Gräserblüten bestehen. Bestimmte Magerwiesen weisen eine sehr besondere Vielfalt von Gräser-Arten, Blumen und Heilkräutern auf und werden aus diesem Grund speziell für die Ernte der Heublume genutzt.

Vorkommen und Anbau

Die Heublume fällt beim Lagern von Heu herunter, woraus auch der Name resultiert. Dabei handelt es sich in erster Linie um kleine Pflanzen- und Blütenteile, Samen und was sonst noch im Heu vorkommt und während der Lagerung des Heus nach unten auf den Boden fällt. Heublumen kommen zum Beispiel in Scheunen der alten Art vor, die über loses, hochwertigem Heu verfügen. Insbesondere in der Schweiz und in Österreich sind sie vermehrt zu finden und in Deutschland vereinzelt bei alten Bauern, die wenige Tiere haben, noch selber heuen und wo auf Ballen verzichtet wird. Wer gern wandert, findet die Heublumen auch auf Natur belassenen Wiesen. Wenn die Gräser getrocknet werden, entsteht beim Fermentierungsprozess der Geruch der Heublume, den viele Menschen als angenehm empfinden.

Anwendung und Wirkung

Die Heublume enthält viele natürliche Wirkstoffe, beispielsweise Flavonoide, Gerbstoffe, ätherische Öle, Cumarin und Furanocumarine. Die Inhaltsstoffe variieren je nach Zusammensetzung der Blumen. Heublumen, in denen bestimmte Kleesorten reichlich vertreten sind, enthalten zum Beispiel sehr viel Cumarin. Die Flavonoide wirken antioxidativ sowie gegen verschiedene Viren und Mikrorganismen. Die enthaltenen Gerbstoffe hemmen Entzündungen sowie das Wachstum von Pilzen und Bakterien.

Zudem haben sie eine blutungsstillende und austrocknende Wirkung. Cumarin hemmt die Blutgerinnung und beeinflusst den Vitamin K-Stoffwechsel positiv. Für eine wirksame Therapie kann ein Heublumen-Sack genutzt werden. Einige Hände voll Heublumen werden hierfür in einen kleinen Leinensack gegeben. Dieser wird rund 20 Minuten lang über einem Topf durch den aufsteigenden Wasserdampf heiß. Im Wasser darf der Sack keinesfalls liegen oder damit in Berührung kommen. Nachdem der Heublumen-Sack etwas abgekühlt ist, wird er auf die schmerzende Stelle gelegt und ein trockenes Tuch kommt darüber. Dies wirkt eine Stunde lang ein. Diese Behandlung kann vier Tage lang wiederholt werden.

Bei offenen Verletzungen sollte jedoch auf eine äußerliche Anwendung mit der Heublume verzichtet werden. Das Gleiche gilt für akute Entzündungen oder akute rheumatische Schübe. Für ein Heublumen-Bad werden in einen großen Topf mit kaltem Wasser ein paar handvoll Heublumen hinzugegeben. Dies kocht auf und zieht dann eine halbe Stunde, bevor es ins heiße Badewasser gegeben wird. Darin kann 20 Minuten gebadet werden und danach wird im Bett gut zugedeckt geruht. Beim Inhalieren werden die Dämpfe der Heublumenbrühe zehn Minuten lang eingeatmet. Für Schwangere sind Dampfsitzbäder, die mit der Heublume zubereitet werden, sinnvoll, wenn die Wehen bald einsetzen. Diese machen den Beckenboden weicher und nachgiebiger. Daher kann damit einem Dammriss bei der Geburt vorgebeugt werden.

Wogegen hilft die Heublume?

Bedeutung für die Gesundheit

Die Heilkraft der Heublume wird äußerlich und innerlich angewendet und kommt bei verschiedenen Beschwerden zum Einsatz. Vor allem in der äußerlichen Anwendung kann sie in der Form von Wickeln, Umschlägen oder Bädern gut genutzt werden. Bei einer verkrampften Muskulatur wirkt sie entspannend, steigert die Durchblutung, lindert die Schmerzen und beruhigt. Die Heublume stärkt die Abwehrkräfte und kann gut bei einer Erkältung, Husten und Fieber eingesetzt werden.

Auch bei rheumatischen Beschwerden, einer Arthrose (Gelenkverschleiß) und Muskelschmerzen wird sie als lokales Wärmetherapeutikum sehr geschätzt. Bei Menstruations- und Wechseljahresbeschwerden sowie bei Problemen mit der Haut, Niere und Blase wird die Heublume ebenfalls gern eingesetzt. In diesen Fällen stillt sie die Schmerzen, beruhigt die Nerven und löst Krämpfe. Außerdem wird durch die Heublume die Durchblutung gefördert und Entzündungen werden gelindert.

Bei Magen- und Darmkrämpfen, einem Hexenschuss oder Beschwerden mit dem Ischias kann eine warme Heublumenkompresse aufgelegt werden, wodurch eine wohltuende und krampflösende Wirkung erzielt wird. Auch bei Stress, einer Erschöpfung und einer Müdigkeit leistet die Heublume gute Dienste. Bei Einschlafproblemen sollte ein Kissen, das mit Heublumen gefüllt ist, verwendet werden. Gegen müde Füße hilft ein Heublumen-Fußbad. Menschen, die auf Pollen allergisch reagieren, sollten mit der Verwendung der Heublüte vorsichtig sein oder zumindest zunächst einmal die Verträglichkeit prüfen.

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