Herzrhythmusstörungen nachts

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
Gesundpedia.deSymptome Herzrhythmusstörungen nachts

Die Ursachen von Herzrhythmusstörungen nachts sind vielfältig. Generell ist zu klären, ob die Rhythmusstörung tatsächlich nur nachts auftritt oder ob sie tagsüber nur nicht wahrgenommen wird. Nicht jede Herzrhythmusstörung ist behandlungsbedürftig. Dennoch ist eine ärztliche Diagnostik unumgänglich, um eine Herzerkrankung auszuschließen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Herzrhythmusstörungen nachts?

Herzrhythmusstörungen liegen dann vor, wenn das Herz unregelmäßig, also nicht im normalen Rhythmus, schlägt. Diese können in vielen verschiedenen Formen auftreten. So kann ein zu schneller Herzschlag genauso auftreten wie ein zu langsamer Herzschlag oder ein Herzstolpern. Auch die Ursachen der Herzrhythmusstörungen sind vielfältige. Diese werden im weiteren Verlauf genauer beschrieben. Das Auftreten der Rhythmusstörungen des Herzen kann entweder über den ganzen Tag verteilt oder gehäuft zu einer bestimmten Tageszeit vorliegen.

Ein Auftreten der Beschwerden in der Nacht kann, neben dem tatsächlich au diese Tageszeit beschränkten Auftreten, auch dafür sprechen, dass die Herzrhythmusstörungen tagsüber aufgrund körperlicher Aktivität nicht wahrgenommen werden. Nachts kommt der Körper zur Ruhe, der Mensch liegt im Bett und der Herzschlag verlangsamt sich. Auch ein im Sinne einer Rhythmusstörungen verlangsamter Herzschlag fällt daher besonders nachts und im Liegen auf. Hieraus lässt sich nicht sofort ableiten, dass die Beschwerden tagsüber nicht bestehen, dies muss zunächst überprüft werden. Weiteres hierzu wird unter "Diagnose und Verlauf" aufgeführt.

Ursachen

Die Ursachen nächtlicher Herzrhythmusstörungen sind wie bereits erwähnt vielfältig. Häufig liegen die Rhythmusstörungen auch am Tage vor, werden von Patienten aber nur während der nächtlichen Ruhephasen wahrgenommen. Dies ist auf den verlangsamten Herzschlag und das Erholen des Körpers zurückzuführen. Der Patient ist nicht durch körperliche Aktivität oder alltägliche Aufgaben abgelenkt. Im Zusammenspiel mit dem aufgrund des Ausruhens verlangsamten Herzschlag erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, Herzrhythmusstörungen zu bemerken. Bei diesen Patienten ist zunächst abzuklären, ob die Rhythmusstörungen des Herzens tatsächlich nur in der Nacht auftreten.

Die möglichen Ursachen für eine Herzrhythmusstörung reichen von harmlosen Gegebenheiten bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Aus diesem Grund Bedarf eine Herzrhythmusstörungen -unabhängig davon, wann sie auftritt- immer einer ärztlichen Abklärung. Wie bereits genannt, steht hinter einer nachts im Liegen auftretenden Herzrhythmusstörung häufig ein generell verlangsamter Herzschlag. Das von vielen Menschen wahrgenommene "Herzstolpen" wird durch Extrasystolen ausgelöst. Auch Übermüdung, Alkohol- und Nikotinkonsum und die Einnahme bestimmter Medikamente (häufig gegen Herzprobleme wirksame Medikamente) können Herzrhythmusstörungen auslösen.

Generell können diverse Erkrankungen hinter diesen verschiedenen Rhythmusstörungen stehen. Zu nennen sind hier unter anderem angeborene Ursachen wie Kardiomyopathien, Ionenkanalstörungen und angeborene Herzfehler. Auch erworbene Ursachen sind häufig. So verursachen Herzmuskelschädigungen Herzrhythmusstörungen. Eine Herzmuskelschädigung kann beispielsweise durch einen Herzinfarkt, durch Erkrankungen des Herzens oder durch herzchirurgische Eingriffe entstehen. Weiterhin ist eine Entzündung des Herzmuskels eine mögliche Ursache für die Rhythmusstörung des Herzens. Auch andere Veränderungen des Herzmuskels können die Beschwerden verursachen.

Neben den genannten möglichen Ursachen sind auch extrakardiale, also außerhalb des Herzens zu findende, Ursachen möglich. Zu diesen zählen eine Schilddrüsenüberfunktion, Elektrolytstörungen, eine Mangelversorgung mit Sauerstoff, ein durch Alkoholkonsum ausgelöster Vorhofflimmern, ein Stromschlag, das Karotissinussyndrom und Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt. Weiterhin sind psychische Ursachen möglich. Hierzu zählen vor allem Stress, Übermüdung und Angst. Auch eine Vagotonie, ein Ungleichgewicht der paradympathischen zur sympathischen Aktivität zu Gunsten des Parasympathikus, kann Herzrhythmusstörungen auslösen. Auch andere Ursachen sind möglich.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Beim Vorliegen jeglicher Herzrhytmusstörungen, somit auch nächtlicher Herzrhythmusstörungen, ist eine umfassende ärztliche Diagnostik notwendig. Diese besteht zunächst aus einer ausführlichen Anamnese. Hier soll geklärt werden, in welchem Zusammenhang die Beschwerden auftreten. Alleine aus der Anamnese lässt sich noch keine sichere Diagnose stellen, es können jedoch Hinweise auf bestimmte Ursachen der Herzrhythmusstörung gegeben werden. Berichtet der Patient beispielsweise über ein Auftreten der Herzrhythmusstörung im zeitlichen Zusammenhang mit einer gestiegenen Arbeitsbelastung, liegt die Vermutung nahe, dass die Beschwerden durch Stress verursacht werden.

Auch Hinweise auf durch Medikamente oder eine bestehende Vorerkrankung ausgelöste Herzrhythmusstörung lassen sich in der Anamnese erfassen. Eine weitergehende Diagnostik ist jedoch in jedem Falle absolut notwendig, um schwerwiegende organische Ursachen ausschließen zu können. Zu dieser Diagnostik zählt in jedem Fall das Schreiben eines Elektrokardiogramms (EKG). Mit Hilfe des EKGs kann die elektrische Aktivität der Herzmuskelfasern erfasst werden. Herzrhythmusstörungen lassen sich hier eindeutig erkennen.

Zumeist ist auch ein Langzeit-EKG von Nöten, um zu erfassen, wann genau die Rhythmusstörungen auftreten. Hiermit ist es auch möglich, zu erfassen, ob die Rhythmusstörung tatsächlich nur nachts auftritt, oder tagsüber schlicht nicht bemerkt wird. Auch ein zu schneller oder ein zu langsamer Herzschlag lassen sich im EKG erkennen. Weiterhin kann die Ergometrie zu diagnostischen Zwecken bei Verdacht auf Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Mit dieser wird die körperliche Leistungsfähigkeit gemessen. Auch eine Echokardiografie, eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Herzens, kann zum Einsatz kommen. Weiterhin stehen pharmakologische und elektrophysiologische Methoden zur Verfügung, die allerdings nicht in jedem Fall zum Einsatz kommen.

Behandlung und Therapie

Zunächst ist die Ursache der Herzrhythmusstörung zu ermitteln. Anschließend stellt sich die Frage, ob eine Therapie der Herzrythmusstörung notwendig ist. Bei Herzkranken und bei akuten Erkrankungen wie einer Entzündung des Herzmuskels muss die ursächliche Erkrankung in jedem Falle therapiert werden. Liegt jedoch keine Herzerkankung vor, bedarf die Herzrhythmusstörung zumeist keiner Behandlung. Die bei vielen Menschen vorzufindenden Extrasystolen stellen keine eigene Erkrankung und in den meisten Fällen auch keine Bedrohung für die Gesundheit oder das Leben des gesunden Patienten dar. Treten sie also nicht im Rahmen einer Herzerkrankung oder einer Grunderkrankung auf, bedürfen sie keiner Behandlung.

Ist jedoch eine Therapie der Herzrhythmusstörung nötig, kann diese medikamentös, elektrisch oder invasiv erfolgen. Die medikamentöse Therapie besteht in der Regel aus der Gabe von Antiarrhythmika. Elektrisch kann bei zu langsamem Herzschlag ein Herzschrittmacher implantiert werden. Treten bedrohliche Herzrhythmusstörungen immer wieder auf, wird ein implantierbarer Defibrillator eingesetzt. Bei Vorhofflimmern kann ein äußerer elektrischer Reiz den normalen Herzrhythmus wiederherstellen. Hierbei wird von einer Kardioversion, bei stärkerer Energie von einer Defibrillation, gesprochen.

Die invasive Therapie besteht bei bösartigen Rhythmusstörungen im Rahmen der koronarer Herzerkrankung aus einer Verbesserung der Durchblutung des Herzens mittels Herzkatheter oder durch eine Bypass-Operation. Einige Formen der Herzrhythmusstörungen können durch die invasive elektrophysiologische Untersuchung beseitigt werden. Liegen extrakardiale Ursachen vor, gilt es diese zu behandeln. Werden die Herzrhythmusstörungen durch Stress ausgelöst, sollte dieser abgestellt werden. Generell lässt sich sagen, dass nicht jede Herzrhythmusstörung behandlungsbedürftig ist.



Vorbeugung

Generelle Tipps zur Vorbeugung lassen sich nicht geben. Es ist jedoch hilfreich, Stress zu minimieren, da dieser durchaus Herzrhythmusstörungen verursachen kann. Auch der Verzicht auf Nikotin, eine Reduzierung des Alkoholkonsums und ein generell "gesunder" Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und Sport sind sinnvoll.

Bücher über Herzrhythmusstörungen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Herzrhythmusstörungen nachts?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?