Herpes Zoster

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Juli 2015
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Der Herpes Zoster beschreibt eine durch die Windpocken-Viren ausgelöste Erkrankung, welche sich vor allem durch kleine gerötete Bläschen auf der Haut erkennbar macht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Herpes Zoster?

Der Herpes Zoster, welcher im Alltag auch als Gürtelrose bekannt ist, wird durch eine Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus ausgelöst und äußert sich in einem charakteristischen Hautausschlag in den Versorgungsgebieten der jeweils betroffenen Nerven.

Während der Zeitraum bis zur vollständigen Abheilung der Symptome im Regelfall bis zu einem Monat beträgt, können bei manchen Patienten die Schmerzen für längere Zeit fortbestehen und auch Augen, Ohren oder das Gehirn betroffen sein.

Somit kann ein Herpes Zoster, an welchem pro Jahr etwa 400.000 Menschen leiden, aufgrund möglich auftretender Komplikationen einen lebensbedrohlichen Zustand für den Betroffenen darstellen. Während die Krankheit bei Kindern meist harmlos verläuft, kann sie besonders bei älteren Patienten schwerwiegende Folgen haben, sodass ein Herpes Zoster nach dem Auftreten erster Symptome umgehend behandelt werden sollte.

Ursachen

Verursacht wird der Herpes Zoster durch das sogenannte Varicella-Zoster-Virus, welches zu den Herpes-Viren gehört und ebenfalls den Auslöser der Windpocken darstellt. Eine besondere Eigenschaft des Varicella-Zoster-Virus besteht darin, ein Leben lang im menschlichen Körper überdauern zu können.

So bleiben die Varicella-Zoster-Viren auch nach Überwindung der Windpocken in den Nerven des Gehirns oder den Rückenmarkwurzeln zurück, können dort reaktiviert werden und dadurch schließlich einen Herpes Zoster verursachen. Solch eine Reaktivierung findet jedoch nur unter bestimmten Gegebenheiten statt, zu welchen neben einem geschwächten Immunsystem auch ein hohes Lebensalter, Stress oder Traumata zählen können.

Übertragen werden die Herpes-Viren über eine Tröpfcheninfektion, bei welcher Tröpfchen beim Atmen oder Husten ausgesondert werden. Aber auch durch Schmierinfektionen, bei welchen die Erreger durch direkten Kontakt in den menschlichen Organismus gelangen, können die Viren des Herpes Zoster weitergegeben werden.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome bei Herpes Zoster:

  • Empfindungsstörungen der Haut
  • lokal begrenzte Knötchen- und Bläschenbildung

Der Herpes Zoster weist einige charakteristische Symptome auf, welche meist einem typischen Krankheitsverlauf folgen. Zunächst äußert sich die Erkrankung in einem Müdigkeitsgefühl und einem schmerzhaften Brennen der Haut, welches in einigen Fällen auch von Fieber begleitet werden kann.

Anschließend treten erste Bläschen auf einem rötlichen Untergrund auf, die teils mit Blut gefüllt sind und sich an den Hautstellen ausbreiten, für welche die jeweils betroffenen Hirn- oder Rückenmarksnerven zuständig sind. Während ein Herpes Zoster bei Kindern meist ohne Komplikationen verläuft, kann die Erkrankung bei älteren Menschen lebensgefährliche Folgen mit sich bringen.

So kann ein Herpes Zoster je nach Entstehungsbereich beispielsweise eine Sehstörung, Gesichtslähmung oder Hirnhautentzündung herbeiführen. In einigen Fällen kann der Herpes Zoster sogar Schmerzen verursachen, welche auch noch lange Zeit nach dem Ausbruch bestehen und unter einer postherpetischen Neuralgie zusammengefasst werden.

Diagnose

Um einem Herpes Zoster optimal entgegenzuwirken, ist es besonders wichtig, die Krankheit frühzeitig zu erkennen. Diese lässt sich durch das Auftreten ihrer charakteristischen Merkmale und einer ausführlichen Befragung des Patienten innerhalb einer ärztlichen Untersuchung schnell diagnostizieren.

Sollte die Diagnose jedoch noch unsicher sein, werden Untersuchungen im Labor durchgeführt, um das Varicella-Zoster-Virus sicher feststellen zu können. Hierbei kann schon eine kleine Anzahl des Erregers im Nervenwasser durch eine Polymerase-Kettenreaktion nachgewiesen werden. Sollten auch Augen oder Ohren durch den Herpes Zoster betroffen sein, sollte zusätzlich ein Facharzt in diesen Bereichen besucht werden, um Hör- und Sehstörungen frühzeitig entgegenzuwirken.

Behandlung und Therapie

Da ein Herpes Zoster in einigen Fällen auch zu einer Hirnhautentzündung oder anderen Komplikationen führen kann, sollte die Erkrankung nach dem Auftreten erster Symptome umgehend behandelt werden. Dabei werden dem Patienten meist innerhalb einer Schmerztherapie spezielle Medikamente verabreicht, welche die Viren hemmen und dadurch einer weiteren Ausbreitung des Herpes Zoster entgegenwirken.

Zudem beschleunigen sie die Heilung der Hautbläschen und setzen das Risiko einer postherpetischen Neuralgie herab. Spätestens drei Tage nach dem Auftauchen erster Symptome sollte mit dem Verabreichen dieser Medikamente begonnen werden, welche als Tabletten oder Infusion gegeben werden und meist Wirkstoffe wie Aciclovir, Brivudin oder Valaciclovir enthalten.

Sollten die durch den Herpes Zoster verursachten Nervenschmerzen jedoch weiterhin anhalten, wird oft auch auf Wirkstoffe wie Gabapentin, Pregabalin oder Carbamazepin zurückgegriffen, welche zu der Gruppe der Antidepressiva zählen und das Risiko einer postherpetischen Neuralgie ebenfalls reduzieren können.

Auch durch antiseptische und austrocknende Tinkturen, welche auf den erkrankten Hautstellen verteilt werden, lässt sich der Herpes Zoster weiter einschränken. In anderen Fällen kann wiederum komplett auf eine antivirale Therapie des Herpes Zoster verzichtet werden. Hierzu zählen Patienten, welche jünger als 50 Jahre sind und nur eine leichte Form des Herpes Zoster in sich tragen.

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Vorbeugung

Da der Mensch sich meist schon in der frühen Kindheit mit dem Varicella-Zoster-Virus infiziert, sind die Möglichkeiten, einem Herpes Zoster rechtzeitig vorzubeugen, sehr gering. So bleiben die Viren ein Leben lang im menschlichen Organismus und können jederzeit reaktiviert werden.

Umso wichtiger ist es dadurch, eine Impfung gegen Windpocken durchzuführen. Diese kann den Ausbruch eines Herpes Zoster zwar nicht vollständig verhindern, setzt das Risiko einer Erkrankung gegenüber nicht geimpften Personen jedoch deutlich herab.

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