Hepatose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Hepatose

Bei der Hepatose (auch als cholestatische bzw. cholostatische Hepatose bezeichnet) handelt es sich um eine Leberschädigung, die durch Rückstau von Gallensaft verursacht wird. Die Gallenwege verquellen, was zu Symptomen wie Gelbsucht führt. Für diese Erkrankung kommen vielfältige Ursachen in Betracht, eine medikamentöse Behandlung schlägt bei der Hepatose aber in der Regel gut an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hepatose?

Per Definition spricht man bei einer Hepatose von einer allergisch-toxischen Reaktion der Galle mit anschließender Schädigung der Leber. Es kommt zu einer Verstopfung der Gallengänge, wodurch sich der Gallensaft staut. Dies führt in der Folge zu degenerativen Veränderungen im Lebergewebe. Der Patient kann unter Symptomen wie Fettsucht, Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut), Fieber sowie allgemeinem Krankheitsgefühl leiden.

Auslöser für eine Hepatose ist in vielen Fällen die Einnahme bestimmter Medikamente, allerdings können auch der Missbrauch von Alkohol sowie eine dauerhafte falsche Ernährung Grund dafür sein. Bei frühzeitiger Erkennung der Krankheit ist eine Behandlung erfolgreich. Erfolgt allerdings keine Behandlung, kann die Hepatose zu einer schwerwiegenden Schädigung der Leber, in der Folge zu einer Leberzirrhose oder schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.

Eine besondere Form ist die so genannte cholestatische Schwangerschafts-Hepatose. Diese äußert sich meist im 3. Trimenon und zeigt sich durch eine Verlangsamung des intrahepatischen Gallenflusses oder einen Gallenstau. In der Fachsprache wird hier von einer Schwangerschaftscholestase (ICP) gesprochen, die mit 0,1 bis 1 Prozent der Schwangerschaften in Mitteleuropa eher selten beobachtet wird. Mit der Entbindung ist diese Erkrankung voll reversibel, d. h. sie verschwindet nach der Entbindung in der Regel innerhalb von 24 bis 48 Stunden. Wenn es zu fetalem Stress oder einer Verschlechterung des Zustands des Fötus kommt, dann wird die Geburt oft vorzeitig eingeleitet. Die vitale Gefährdung steht bei der Schwangerschafts-Hepatose immer im Vordergrund.

Im Gegensatz zu einer Hepatitis handelt es sich bei einer Hepatose um ein degeneratives und nicht um ein entzündliches Leberleiden. So haben vor allem andere medikamenteninduzierte Schädigungen der Leber (z. B. ZytoloseLebernekrose, fulminantes Leberversagen – bei Überdosierung von Paracetamol) eine deutliche schlechtere Prognose, als die Hepatose.

Ursachen von Hepatose

Oft ist die Einnahme von bestimmten Medikamten als Ursache der Hepatose genannt. Hierzu gehören vor allem Medikamente, die den Gemütszustand von Patienten beeinflussen. Unter diese Medikamente fallen Psychopharmaka, Antidepressive sowie Neuroleptika. Unter Umständen können auch einige Antibiotika, Diuretika oder auch Antidiabetika ursächlich für die Hepatose sein. In der heutigen Zeit zwar eher selten, gelten auch Arsenverbinbdungen als Ursache.

Wenn Frauen bereits erblich vorbelastet sind, dann können auch verabreichte Östrogene zu einer Hepatose führen. Eine weitere Ursache ist der Missbrauch von Alkohol oder auch eine dauerhaft falsche Ernährung. Zudem können Stoffwechselstörungen (so genannte Speichererkrankungen) eine Hepatose begünstigen.

Symptome und Verlauf von Hepatose

Typische Symptome einer Hepatose:

Zu den typischen Symtomen einer Hepatose gehören Gallenstau, Gelbsucht, Juckreiz, Fettsucht, unter Umständen Fieber sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Wird die Hepatose nicht behandelt, dann kann die Schädigung der Leber weiter voranschreiten und sich zu einer Leberzirrhose entwickeln. Bei diesem Endstadium einer Leberzirrhose ist die Funktion der Leber so stark eingeschränkt, dass es sogar zum völligen Leberversagen kommt, welche potenziell tödlich ist.

Diagnose von Hepatose

Wenn der Verdacht auf Hepatose besteht, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Anhand der Symptome und eines ausführlichen Gesprächs kann er unter Berücksichtigung sämtlicher Lebensumstände des Patienten sowie der Krankengeschichte bereits eine Diagnose stellen, welche aber immer durch eine Untersuchung des Blutes sichergestellt wird.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu wissen, dass bei einer Hepatose die regulären Leberwerte (GOT und GPT) oft im Normbereich liegen. Hingegen sind die Werte der alkalischen Phosphatase (AP, Enzym) sowie des Bilirubin (Gallenfarbstoff) deutlich erhöht. Diese Werte zeigen eindeutig das Vorliegen einer Hepatose an.

Behandlung von Hepatose

Ist die Hepatose eindeutig diagnostiziert worden, dann wird vom Arzt eine entsprechende Therapie begonnen. Die Hepatose gehört zu den Erkrankungen, die generell recht gut behandelt werden können. Sie klingt bei einer entsprechenden Behandlung innerhalb von wenigen Wochen ab. Sind Medikamente die Ursache der Hepatose, dann ist es wichtig, diese so schnell wie möglich abzusetzen und in der Zukunft möglichst nicht wieder einzunehmen, um so eine erneute Entstehung der Erkrankung zu vermeiden.

Um das Abheilen des Lebergewebes zu erleichtern, können während der Behandlung auch kortisonhaltige Medikamente verabreicht werden. Bei Alkoholmissbrauch wird generell zu einer Alkoholtherapie geraten, denn nur eine dauerhafte Abstinenz kann zu einer Regeneration der Leber beitragen.

Liegt die Ursache der Hepatose in einer falschen Ernährung, so sollte unter ärztlicher Kontrolle eine Änderung der Essgewohnheiten sowie der Lebensweise angestrebt werden. Das Lebergewebe kann sich so gut regenerieren und ein Fortschreiten der Schädigung wird dadurch verhindert.

Rezeptfreie Medikamente gegen Hepatose


Vorbeugung von Hepatose

Durch die Anpassung der Lebensgewohnheiten kann einer Hepatose in bestimmten Fällen bereits vorgebeugt werden. So sind in diesem Zusammenhang ein maßvoller Alkoholgenuss, eine ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensführung besonders wichtig. Dadurch wird die Gesundheit der Leber erhalten und die optimale Funktion des Organs kann gewährleistet werden.

Bei den ersten Anzeichen einer Hepatose wird den Betroffenen geraten, schnellstens einen Arzt aufzusuchen, der nach Diagnosestellung eine entsprechende Behandlung einleiten wird, durch welche die Erkrankung schnell und möglichst ohne Folgeschäden abklingen kann.

Bücher zum Thema Hepatose und Lebererkrankungen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hepatose?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?