Helle Flecken im Gesicht

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Juli 2017
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Helle Flecken im Gesicht sind in der Regel nicht mit einer schwerwiegenden Erkrankung in Verbindung zu bringen. Ein kosmetisches Manko stellen sie aber auf jeden Fall dar. Eine möglichst effektive Vorbeugung besteht in ausreichendem Sonnenschutz. Die Behandlungen erfolgen konservativ und sind insbesondere darauf ausgerichtet, ein Ausbreiten der Symptomatik zu verhindern.

Inhaltsverzeichnis

Was sind helle Flecken im Gesicht?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Im Gegensatz zu einer Hyperpigmentierung mit dunklen Flecken handelt es sich bei hellen Flecken um eine Hypopigmentierung. Die ersten Flecken zeigen sich fast immer zuerst im Gesicht, an den Händen oder den Füßen. Die weißen Flecken beruhen immer auf einer Störung der Pigmentierung durch eine Krankheit, eine Entzündung oder einen Pilz. Allerdings sind auch äußere Einflüsse wie der Sonnenbrand und eine Hautschädigung durch chemische Substanzen in der Verantwortung für weiße Flecken im Gesicht. Auch eine Vererbung ist möglich. Die hellen Flecken können pigmentarm oder sogar pigmentfrei sein. Betroffen sind in den meisten Fällen Menschen mit blonden oder roten Haaren. Bis zu 4 % aller ethnischen Gruppen unabhängig von Alter und Geschlecht können betroffen sein.

Ursachen

Die Ursachen für eine Hypopigmentierung, folglich für helle Flecken, sind sehr differenziert zu betrachten. Zu den äußeren Ursachen zählen extreme Temperaturen, weil sie die Melanozyten schädigen und deren Produktion erheblich beeinflussen können. Wird die Weiterleitung von Melanin mehr oder weniger stark durch entzündliche Hautkrankheiten wie eine Schuppenflechte oder Neurodermitis gestört, kommt es fast unvermeidlich zu weißen Flecken.

Eine Pilzinfektion, insbesondere mit dem Hefepilz Pityriasis versicolor, kann zu Weißflecken führen. Auch Röntgenstrahlen geraten zunehmend unter Verdacht, für die Bildung von weißen Flecken verantwortlich zu sein. Giftige Substanzen wie beispielsweise chemische Stoffe (Verbindungen) aus der Gummiherstellung können zur Zerstörung der Melanozyten und damit ebenfalls zu weißen Flecken führen.

Krankhaft gestörte Autoimmunprozesse gehören wahrscheinlich bei Pigmentstörungen wie beispielsweise einer Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt, zu den hauptsächlichen Ursachen. Die Entstehung konnte vonseiten der Wissenschaft bisher noch nicht entschlüsselt werden. Allerdings wird angenommen, dass gegen die eigenen Pigmentzellen vom Körper Abwehrstoffe gebildet werden, die dann im weiteren Verlauf die Pigmentzellen zerstören.

Wird Albinismus diagnostiziert, handelt es sich häufig um eine vererbte Symptomatik. Darüber hinaus kann ein Vitaminmangel genauso wie auch ein Kalziummangel für die hellen Flecken verantwortlich sein. Auch der oft unterschätzte Sonnenbrand kann zu Pigmentstörungen und damit zu hellen Hautflecken führen. Entzündungen können gleichfalls die Pigmentierung an den betroffenen Stellen so stark schädigen, dass die Haut durch eine fehlende Pigmentierung stellenweise weiß bleibt.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Folgen die hellen Flecken im Gesicht unmittelbar auf eine Entzündung, sind sie zumeist eine Nachwirkung. Die Haut ist in diesen Fällen lediglich heller als das umgebende Gewebe, nicht vollständig weiß. Diese Form der Pigmentstörung geht im Lauf der Zeit ohne Behandlung zurück, ein Arztbesuch ist nicht zwingend notwendig.

Auch bei einer Schädigung durch äußere Einflüsse wie extreme Kälte können helle Flecken auftreten. In diesem Fällen bleiben sie jedoch meistens dauerhaft bestehen. Ein Arztbesuch ist zu empfehlen, um die Ursache der Pigmentstörung zu behandeln. Gegen die Flecken selbst ist in diesen Fällen jedoch keine Behandlung möglich, da die Melanozyten in der Haut zumeist irreversibel geschädigt wurden. Die hellen Flecken im Gesicht können auch nach einem Sonnenbrand auftreten. Auch in diesem Fall ist es nicht zwangsläufig nötig, den Arzt aufzusuchen.

Können Ursachen wie eine vorangegangene Entzündung oder äußere Einflüsse ausgeschlossen werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besonders wenn die hellen Flecken im Gesicht sich verändern und sich auszubreiten beginnen, kann dies ein Anzeichen von weißem Hautkrebs, einer Pilzerkrankung oder der Weißfleckenkrankheit Vitiligo sein. Dies sollte durch einen Mediziner überprüft werden.

Diagnose und Verlauf

Haben sich die weißen Flecken insbesondere auf dem Rücken, im Nacken und unterhalb der Brust (bei Frauen) ausgebreitet, handelt es sich rein diagnostisch meistens um den Hefepilz Pityriasis versicolor. Zu dieser Pilzart ist zu sagen, dass die weißen Flecken zusammen mit dem Pilz zwar relativ schnell nach entsprechender Pflege mit einem Spezialshampoo verschwinden, aber jederzeit erneut auftreten können.

Im weiteren Verlauf einer Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) kann es zu einer Vergrößerung der meist symmetrischen weißen Flecken sowie der Bildung von neuen weißen Flecken an anderen Körperstellen kommen. Besonders betroffen sind jene Areale, die ständigem Druck oder häufiger Zugbelastung ausgesetzt sind. Auch im Bereich von Verletzungen und Narben treten diese Flecken gerne auf. Eine genaue Diagnose lässt sich mit einer feingeweblichen Untersuchung stellen. Eine Störung der Schilddrüse (Hashimoto), Diabetes millitus Typ II sowie Morbus Crohn, Morbus Adison oder Zoliakie können als Begleiterkrankung manchmal auftreten. Lautet die Diagnose Poliosis, sind auch die Haarwurzeln betroffen. Eine Beteiligung der Haarwurzeln ist an einzelnen weißen Haarbüscheln zu erkennen. Auch die Wimpern und Augenbrauen können betroffen sein. In besonders schweren Fällen kommt es zu Schwerhörigkeit oder einer zunehmenden Sehschwäche unter Beteiligung der Netzhaut. Sind durch einen Sonnenbrand auch die tiefen Hautschichten geschädigt, kann es im Laufe der Zeit sogar zu Hautkrebs kommen. Eine Untersuchung mit der Spaltlampe durch den Dermatologen bringt Klarheit.

Komplikationen

Helle Flecken im Gesicht verursachen in der Regel zwar selber keine gesundheitlichen Probleme. Sie sind aber häufig ein Begleitsymptom von verschiedenen Erkrankungen, die durchaus manchmal zu Komplikationen führen, wie Diabetes Typ I, Schilddrüsenerkrankungen oder Nebenschilddrüsenunterfunktion. Daher kann die Ausbildung der weißen Flecken im Gesicht auf eine dieser Erkrankungen hindeuten. Die hellen Flecken können sowohl im Gesicht als auch an anderen Körperstellen auftreten.

Folgen der sogenannten Weißfleckenkrankheit können psychische Störungen sein. Denn betroffene Personen meiden häufig den Kontakt mit anderen Menschen, weil sie sich für ihr Aussehen schämen. Des Weiteren ist die Haut an den weißen Stellen besonders empfindlich gegen die UV-Strahlung der Sonne, weil der Lichtschutzfaktor des Melanins fehlt. Eine erhöhte Sonneneinstrahlung kann daher auch das Hautkrebsrisiko erhöhen. Da die Weißfleckenkrankheit nicht heilbar ist, sollte zur Vermeidung von Hautkrebs immer eine Sonnenschutzcreme mit einem guten Lichtschutzfaktor gegen die UV-Strahlung der Sonne verwendet werden. Ein Aufenthalt in der prallen Sonne kann auch mit Sonnenschutzcreme potenziell gefährlich werden und sollte daher immer vermieden werden.

Helle Flecken im Gesicht können aber auch auf einen weißen Hautkrebs, das sogenannte Basaliom, hinweisen. Dabei entpuppen sich die hellen Flecken als kleine helle Knötchen auf der Haut, die langsam weiter wachsen und schließlich zur Zerstörung von tiefer gelegenem Gewebe und Knochen führen können.

Behandlung und Therapie

Jeder Behandlung geht eine ausführliche Anamnese voraus. Diese enthält Fragen zur Ernährung und eine endokrine Auswertung. Unterschiedliche Bluttests und labortechnische Untersuchungen schließen sich an. Die erste Regel für die Behandlung von weißen Flecken im Gesicht lautet: Beim Aufenthalt im Freien mit Sonneneinwirkung immer Sonnenschutz mit einem hohen Lichtschutzfaktor verwenden.

Auch wenn eine Ventiligo bisher als nicht heilbar gilt, so kann ein weiteres Fortschreiten dieser Weißfleckenkrankheit unter Umständen mit einer Lichttherapie verhindert werden. Im Anfangsstadium kann mit der Verordnung von Kortisonpräparaten das Fortschreiten zumindest verlangsamt werden. Das erneute Einwandern von Pigmentzellen in die geschädigten und sich weißlich darstellenden Hautareale kann im fortgeschrittenen Stadium mit speziellen Bestrahlungen angeregt werden. Die Ergebnisse präsentieren sich diesbezüglich sehr unterschiedlich. Eine kosmetische Verbesserung ist darüber hinaus mit der oralen Einnahme von Beta-Carotin möglich. Seit über zehn Jahren ist auch eine Creme (deutscher Hersteller) erhältlich. Betroffene berichten, dass sich damit die weißen Flecken zurückgebildet haben.

Der Hefepilz Pityriasis versicolor wird meistens konservativ mit einem speziellen Reinigungsgel “behandelt“. Auch das Abreiben der befallenen Stellen mit reinem Alkohol ist hilfreich, weil der Alkohol die Fettschicht löst und dem Pilz damit die Nahrungsgrundlage nicht mehr zur Verfügung steht. Fast immer bildet sich der Hefepilzbefall nach kurzer Zeit mit dieser Spezialpflege wieder zurück.

Vitamin- und Kalziummangel als Ursache für weiße Flecken im Gesicht kann durch spezielle Laboruntersuchungen bestätigt oder widerlegt werden. Bestätigt sich der Verdacht, kann durch die Einnahme von entsprechenden Vitamin- und Kalziumpräparaten, die der behandelnde Arzt entsprechend der Laborwerte verschreiben sollte, diese auslösende Ursache in den meisten Fällen rasch beseitigt werden. Liegt eine hochgradige Unterversorgung vor, sollten entsprechend zusammengestellte Infusionslösungen verabreicht werden.



Aussicht und Prognose

In der Regel können helle Flecken im Gesicht auf viele verschiedene Krankheiten hindeuten. Diese Krankheiten sind allerdings nicht gefährlich und können relativ einfach wieder behandelt werden. Sollte der Betroffene vorher an einer Entzündung gelitten haben, so stellen die hellen Flecken im Gesicht ein gewöhnliches Symptom dar. Diese verschwinden in den meisten Fällen nach einigen Tagen wieder und treten nicht mehr auf. Auch ein Sonnenbrand kann zu diesen Flecken führen. Durch das Benutzen von Sonnencreme können die Flecken eingeschränkt werden. In der Regel wird die Haut dadurch nicht geschädigt, wenn der Sonnenbrand nicht oft auftritt.

In schwerwiegenden Fällen können die hellen Flecken im Gesicht auch auf Hautkrebs hindeuten. Sollten sie daher ohne besonderen Grund auftreten und nicht wieder von alleine verschwinden, so sollte eine Untersuchung beim Arzt durchgeführt werden. Auch ein gesunder Lebensstil kann diese Beschwerde einschränken und möglicherweise zu einem positiven Krankheitsverlauf führen. In der Regel wird die Lebenserwartung des Patienten durch diese Beschwerde nicht verringert. Sollte es nicht möglich sein, die Grunderkrankung zu behandeln, so können die Flecken im Gesicht durch kosmische Artikel abgedeckt werden.

Vorbeugung

An erster Stelle ist natürlich der Sonnenschutz zu erwähnen. Dieser muss sich an den Gegebenheiten vor Ort orientieren. Dies gilt für den Strand genauso wie für hoch gelegene Bergregionen im Winter aber auch im Sommer. Weil mittlerweile bekannt ist, dass ein sehr hoher Lichtschutzfaktor zu einer verminderten Vitamin D Bildung im Körper führt, sollte dieser Mineralstoff auch im Sommer oral eingenommen werden. Die Dosierung ist allerdings mit dem Arzt abzusprechen. Wer gerne im Meer oder Außenpool schwimmen geht, sollte zudem einen wasserfesten Sonnenschutz verwenden. Nach dem Sonnenbaden bzw. dem Aufenthalt in der Sonne immer abduschen und sehr gut abtrocknen. Dies ist deshalb wichtig, weil Sonnencreme bzw. Sonnenöl als Nährstoff für weiße Flecken auf der Haut fungieren kann.

Bücher über Hautflecken

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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