Helicobacter-pylori-Infektion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Die Helicobacter-pylori-Infektion ist die zweithäufigste Infektion nach Karies. Dabei handelt es sich um Bakterien, die häufig keine Beschwerden auslösen, wohl aber die Entstehung von Folgeerkrankungen begünstigen. Daher ist es ratsam, eine diagnostizierte Infektion behandeln zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Helicobacter-pylori-Infektion?

Eine Helicobacter-pylori-Infektion wird durch das gleichnamige Helicobacter-pylori-Bakterium ausgelöst. Es ist ein stäbchenförmiges Bakterium, welches trotz des sauren Milieus im Magen überlebt. Es hält sich auf und innerhalb der Schleimschicht des Magens auf. Die Infektion ist weltweit verbreitet, wobei 80 Prozent der 20 bis 30-jährigen in den Entwicklungsländern das Bakterium in sich tragen.

In Deutschland sind immerhin noch 33 Millionen Menschen betroffen, wobei aufgrund mangelnder Beschwerden die Helicobacter-pylori-Infektion häufig nur zufällig entdeckt wird. Dies kann beispielsweise im Rahmen einer Stuhluntersuchung geschehen.

Ursachen

Die Ursachen für die Übertragung des Bakteriums und die Entstehung einer Helicobacter-pylori-Infektion sind nicht klar geklärt. Allerdings gehen Mediziner davon aus, dass es sich vorwiegend um eine Mund-zu-Mund-Übertragung handelt. Das betrifft insbesondere die Übertragung von Müttern auf ihre Kinder. Dass Erwachsene sich gegenseitig anstecken, ist hingegen eher selten. Daher wird davon ausgegangen, dass die Ansteckung bereits im Kindesalter erfolgt.

Andere Infektionsherde können auch verunreinigte Lebensmittel oder verschmutztes Wasser sein. Auch Haustiere sind potentielle Bakterienträger. Anhand Statistiken lässt sich daher behaupten, dass Hygienestandards maßgeblich Schuld an einer Infektion sind. Die Hauptursache des Infekts ist die Besiedlung der Magenschleimhaut mit den Helicobacter-pylori-Bakterien, die gerade einmal drei Tausendstel Millimeter groß sind. Die unerwünschten Mitbewohner bewegen sich über fadenförmige Fortsätze, die sogenannten Geißel, fort. Durch die Magenschleimhaut werden sie vor der sauren Magensäure geschützt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Helicobacter-pylori-Infektion:

Meist verläuft die Infektion symptomfrei, wobei durchaus auch Beschwerden im Oberbauch auftreten können. Dazu gehören insbesondere Magendrücken, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen. In manchen Fällen kann es auch zu Appetitlosigkeit, nächtlichen Schmerzen und dem sogenannten Nüchternschmerz kommen. Dabei handelt es sich um Schmerzen, die insbesondere während und nach der Nahrungsaufnahme abnehmen.

Zudem wurde auch von Blutarmut und schwarzem Stuhl berichtet, der durch geronnene Blutungen aus dem Magenbereich entsteht. Weitere Symptome, die auf eine Helicobacter-pylori-Infektion hindeuten können, sind Blähungen und Durchfall. Sollten diese Beschwerden länger als zwei Wochen anhalten, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen.

Im Verlauf der Infektion kann es zu Magenschleimhautentzündungen sowie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren kommen. Die Entstehung von Tumoren im Magenbereich wird nachweislich durch das Bakterium begünstigt. Häufig bleibt die Infektion allerdings ohne Folgen.

Diagnose

Bei dem Verdacht auf eine Helicobacter-pylori-Infektion gibt es verschiedene Diagnose-Möglichkeiten. Beispielsweise kann über einen Harnstoff-Atemtest das Kohlenstoffatom C13 nachgewiesen werden, welches zusammen mit Ammoniak bei der Spaltung von Harnstoff entsteht. Diese Spaltung erfolgt durch das Enzym Urease. Das Eiweiß wird von dem Helicobacter-pylori-Bakterium gebildet und regt die Produktion von Magensäure an. Kann also C13 nachgewiesen werden, ist im Rückschluss eine Infektion höchst wahrscheinlich.

Allerdings kann der Test auch nach überstandener Infektion noch positiv ausfallen, da die entsprechende Stoffe noch eine Weile im Körper nachweisbar sind. Andere Möglichkeiten sind einerseits eine Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Erreger sowie andererseits eine Stuhluntersuchung, bei der das Bakterium nachgewiesen werden kann.

Die sicherste Methode, um eine Helicobacter-pylori-Infektion zu diagnostizieren, ist jedoch die Magenspiegelung (Gastroskopie). Bei der Methode können gleichzeitig Gewebeproben entnommen und im Labor untersucht werden. Zudem ist eine Gastroskopie die einzig sichere Möglichkeit, um Geschwüre diagnostizieren zu können.

Behandlung

Ist eine Helicobacter-pylori-Infektion nachgewiesen worden, wird üblicherweise eine Triple-Therapie zur Behandlung genutzt. Dabei handelt es sich um eine Kombinationstherapie aus zwei verschiedenen antibiotischen Substanzen und einem Säurehemmer, der als Protonenpumpenhemmer bezeichnet wird. Bei den genutzten Antibiotika handelt es sich meistens um Clarithromycin und Metronidazol. Wahlweise kann auch Amoxicillin genutzt werden. Je nach Schwere der Infektion ist auch eine Vierfach-Therapie möglich.

Der Behandlungszeitraum beträgt sieben Tage, wobei meistens bereits nach zwei bis drei Tagen die Beschwerden nachlassen. Trotzdem sollte die Behandlung in jedem Fall bis zum Ende durchgeführt werden, da es ansonsten zu Rückfällen kommen kann. Zudem ist es grundsätzlich ratsam, Antibiotika bis zum Ende zu nehmen, damit sie ihre volle Wirkung entfalten können.

Meistens ist nach einer Woche die Infektion überstanden. Ob eine Infektion mit Helicobacter-Bakterien überhaupt behandlungsbedürftig ist, hängt mit den jeweiligen Symptomen zusammen, wobei die Diagnose oft erst bei Beschwerden erfolgt. Daher ist eine Behandlung meistens obligatorisch. Falls bereits Folgeerkrankungen wie eine Gastritis oder Geschwüre nachweisbar sind, müssen diese unabhängig von der eigentlichen Infektion behandelt werden, da es sich nicht um Symptome, sondern um eigenständige Krankheiten handelt.

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Vorbeugung

Einer Helicobacter-pylori-Infektion vorzubeugen ist schwierig, da deren Ursachen noch immer nicht vollständig geklärt sind und es sich bei den genannten Übertragungswegen lediglich um Vermutungen handelt. Zudem gibt es noch keine wirksame Impfung, um eine Ansteckung zu verhindern.

Bereits Betroffene können allerdings Folgeerkrankungen wie Entzündungen und Geschwüre durch Behandlung und Eradiktion (Beseitigung) der Bakterien vorbeugen. Je schneller die Infektion entdeckt und behandelt wird, umso unwahrscheinlicher ist es, dass Folgeerkrankungen auftreten.

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