Heilerde (Naturheilmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juni 2016
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Heilerde ist eine eiszeitliche Ablagerung bestehend aus Löß, Moorerde, Lehm oder Ton. Sie wird äußerlich und innerlich angewandt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Heilerde?

Heilerde ist ein seit dem Mittelalter bekanntes Gemisch aus pulvrigen Erdablagerungen aus der Eiszeit. Es wird mit Wasser angerührt und auf der Haut verteilt sowie in geringer Menge gegessen. Heilerde soll sich positiv auf Hautunreinheiten und Akne auswirken, indem sie die Haut austrocknet und dadurch beruhigt. Innerlich soll sie gegen Verdauungsbeschwerden helfen. Tatsächlich ist auch im Tierreich zu beobachten, dass verschiedene Arten bei Haut- und Verdauungsproblemen mit Erde Abhilfe schaffen, indem sie diese fressen oder sich darin wälzen.

In Heilerde ist meist ein Gemisch aus Aluminium-Silikaten und weiteren Mineralien in geringer Menge zu finden, darunter Calcit, Feldspat und Spurenelemente. Je nach Abbaugebiet unterscheiden sich Heilerden in ihrer konkreten Zusammensetzung. Obwohl sie grundsätzlich verzehrt werden dürfen, sollten sie nicht in großen Mengen aufgenommen werden, da sie andernfalls zur Bildung von Harnstein und anderen Erkrankungen beitragen kann.

Wirkung und medizinische Anwendung

Lößerde ist seit dem Mittelalter als Heilmittel bekannt, damals wurde sie als Bolus Armenicus bezeichnet. Spätere Mediziner wie Sebastian Kneipp forcierten nochmals die Anwendung der Heilerde, bis heute hat sie sich als Heilmittel gehalten und wird hauptsächlich in der Kosmetik eingesetzt. Reine Heilerde wird aufs Gesicht und andere betroffene Körperstellen aufgetragen, die zu Hautunreinheiten neigen oder von Akne betroffen sind.

Die Heilerde wirkt trocknend auf die Haut und kann bei kontrollierter Anwendung optische Abhilfe schaffen. Als Bestandteil von Cremes oder Peelingprodukten ist sie niedriger dosiert und kann regelmäßig angewendet werden. Als Kapsel oder Pulver eingenommen, soll Heilerde bei Verdauungsstörungen und Gelenkschmerzen Abhilfe schaffen. Dabei wirkt sich Heilerde hauptsächlich auf säurebedingte Verdauungsprobleme wie Sodbrennen, aber auch auf sporadisch auftretende Durchfälle. Durch ihre gute Bindungsfähigkeit mit Giftstoffen kann Heilerde zur Genesung einer angeschlagenen Darmflora beitragen.

Formen und Gruppen

Reine Heilerde kann zur inneren und äußeren Anwendung durch Vermischung und Aufschlämmung mit Wasser verwendet werden. Aus Marketinggründen wird Heilerde aber zur Anwendung in der Kosmetik getrennt von Heilerde für die innerliche Anwendung verkauft. Kosmetische Heilerde wird als Gesichtsmaske mit Wasser vermischt und in Einzelportionen oder als loses, undosiertes Pulver in der Packung verkauft. Letzteres eignet sich zur Auftragung auf die Haut bei schmerzenden Gelenken, da dafür mehr Pulver als für eine Gesichtsmaske notwendig ist. Beliebt sind zu diesem Zweck auch Heilerde-Cremes und -Pasten. Heilerde zur inneren Anwendung wird gern in Kapseln vertrieben, da es manchen Patienten schwer fällt, sie aufgrund ihrer erdigen Konsistenz ohne eine Kapsel zu schlucken.

Dosierung

Heilerde in Kapseln ist vordosiert, sodass die Kapseln nach Bedarf eingenommen werden können. Es empfiehlt sich, mit einer niedrigen Anzahl an Heilerde-Kapseln zu beginnen und eine weitere Kapsel zu nehmen, falls sich keine Besserung einstellt. Dabei ist zu beachten, dass Durchfälle oder lang anhaltende Bauchschmerzen nicht ignoriert werden sollten, wenn sie sich nicht bessern. Bleibende Beschwerden sind ein Fall für den Arzt.

Eine Vordosierung ist auch bei Anwendung von Heilerde im Gesicht hilfreich, sodass pro Gesichtsmaske ein Tütchen geöffnet werden kann und der Anwender die Menge nicht selbst abschätzen muss. Für eine Gesichtsmaske sind die Vordosierungen ausreichend. Soll die Heilerde großflächig aufgetragen werden, kann so viel wie notwendig genommen werden, um eine ausreichend deckende Schicht aufzutragen. Grundsätzlich sollte Heilerde nicht regelmäßig oral eingenommen und bei starker Austrocknung der Haut eine Weile nicht mehr verwendet werden.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

In der Behandlung von Hautunreinheiten und Akne bieten sich etliche Alternativen zur Heilerde. Fruchtsäurepeelings und Verfahren der plastischen Chirurgie schaffen Abhilfe bei Akne; bei gewöhnlichen Hautunreinheiten helfen Peelings oder Masken mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure. Diese sind zwar oft chemisch und nicht natürlich, aber ebenso wirksam gegen Hautunreinheiten. Gelenkschmerzen lassen sich alternativ mit Wärmepflastern, Salben mit Schmerzmitteln wie Diclofenac oder Massagen behandeln - abhängig von der Ursache der Gelenkschmerzen ist Heilerde möglicherweise nur eine symptomatische Behandlung.

Verdauungsprobleme lassen sich mit Kohletabletten, weiteren Naturheilmitteln wie Kräutertees oder mit Medikamenten gegen Bauchkrämpfe oder Sodbrennen behandeln. Insbesondere bei Sodbrennen bieten sich noch etliche weitere Hausmittel an, falls Heilerde nicht hilft. Eine beschädigte Darmflora sollte medikamentös ersetzt und in ihrem Wiederaufbau gefördert werden, dabei kann Heilerde in Begleitung sogar hinderlich sein.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Heilerde besitzt die Fähigkeit, viele Stoffe zu binden - auch an Medikamente, die den Stoffwechsel passieren müssen. Innerlich sollte sie bei gleichzeitiger medikamentöser Behandlung nur nach Absprache mit dem Arzt und einem Blick in den Beipackzettel der eingenommenen Medikamente eingesetzt werden. Andernfalls kann sie das Medikament binden und seine Konzentration im Körper verringern, was dessen Wirksamkeit herabsetzt.

Äußerlich angewandt trocknet Heilerde die Haut aus, was je nach Zustand des Patienten gewünscht, aber auch schädlich sein kann. Eine gewisse Austrocknung ist bei Akne oder Unreinheiten förderlich, langfristig kann sie aber die Hautunreinheiten verschlimmern. Regelmäßig oral eingenommene Heilerde kann die Konzentration von Silikaten im Körper erhöhen und die Harnsteinbildung begünstigen, ständig eingenommene Silikate könnten eine Nierenerkrankung (interstitielle Nephritis) bedingen. Ob die in der Heilerde enthaltenen Aluminiumverbindungen problematisch sind, gilt als umstritten.

Bücher über Heilerde

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