Heißhunger in der Schwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. November 2016
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Heißhunger in der Schwangerschaft ist eine recht häufige Auswirkung der hormonellen Umstellung und kann in jeder Phase der Schwangerschaft vorkommen. Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ist vollkommen normal und gesund. Dafür gibt es verschiedene Erklärungen, die von Veränderungen des Stoffwechsels über die Gewichtszunahme des Kindes bis hin zu Heißhunger in der Schwangerschaft reichen. Letzterer betrifft die meisten Frauen und sorgt dafür, dass sie zu jedem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel oder grundsätzlich stark gesteigerten Appetit erfahren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Heißhunger in der Schwangerschaft?

Bei vielen Frauen hält sich der Heißhunger in der Schwangerschaft im ersten Trimester noch in Grenzen, was aber auch darin begründet sein kann, dass sie an Morgenübelkeit leiden oder mit bestimmten Gerüchen schlecht zurechtkommen. Das zweite und dritte Trimester sind eher für Heißhunger in der Schwangerschaft bekannt. Bei der spezifischen Form weiß die Frau genau, was sie will. Dabei kann es auch zu ungewohnten Kombinationen kommen, die eine nicht schwangere Frau so nicht essen würde. Die Essiggurken in Schokolade sind kein bloßes Sinnbild. Der Heißhunger in der Schwangerschaft kann aber auch unspezifisch sein, sodass die Frau mehr Appetit auf alles Mögliche hat, schnell hungrig wird und sofort Essen braucht.

Ursachen

Der Heißhunger in der Schwangerschaft liegt nicht etwa daran, dass der Frau etwas fehlt oder dass sie mehr Nährstoffe bräuchte. Dass sie für zwei Menschen essen muss, entspricht nicht der Wahrheit und führt nur zu Übergewicht. Vielmehr liegt Heißhunger in der Schwangerschaft an der hormonellen Umstellung des Körpers, der kaum ein organisches System der Frau verschont. Manche Schwangere bemerken das daran, dass besonders im ersten Trimester der Geschmackssinn stark verändert ist.

Da jede Schwangerschaft anders verläuft, essen manche Frauen seltsame Kombinationen oder entwickeln eine Leidenschaft für ein Lebensmittel, das sie vorher in dieser Menge nicht gegessen haben. Manche Heißhungerattacken beruhen aber teilweise wirklich auf erhöhtem Nährstoffbedarf. Beispielsweise wünschen sich viele Frauen bei Heißhunger in der Schwangerschaft Milch oder Milchprodukte, was möglicherweise am Calciumbedarf des Babys zum Knochenwachstum liegt. Diese Zusammenhänge sind allerdings noch unzureichend erforscht.

Diagnose und Verlauf

Bei einigen wenigen Frauen setzt der Heißhunger in der Schwangerschaft schon im ersten Trimester ein. Viele Schwangere haben jetzt allerdings mit Morgenübelkeit, Geruchsempfindlichkeit und derartigen Beschwerden zu tun, die Heißhunger in der Schwangerschaft eher ausbremsen. Wenn sie jetzt noch keine starken Gelüste entwickeln, dann verspüren sie meistens einen intensiveren Hunger und haben das Gefühl, bei Hunger schneller reagieren zu müssen.

Viele Frauen erfahren im zweiten und dritten Trimester großen Heißhunger in der Schwangerschaft, der sich aber bei jeder Frau anders auswirkt. Ein Verlauf ist daher kaum zu prognostizieren. Fest steht lediglich, dass die meisten Schwangeren Heißhunger erleben und dass dieser bis zur Geburt erhalten bleiben wird. Ist das Baby aber einmal auf der Welt, normalisiert sich der Appetit meistens sehr schnell wieder und die Frau kombiniert auch bald keine nicht mehr zueinander passenden Lebensmittel mehr, sondern ernährt sich wieder vollkommen normal.

Behandlung und Therapie

Heißhunger in der Schwangerschaft ist kein Krankheitssymptom und wird daher auch nicht behandelt. Die wenigsten Frauen verspüren deswegen einen körperlichen Leidensdruck und sie gefährden auch ihr Baby damit nicht, wenn sie nicht gerade Gelüste auf Alkohol haben. Allerdings gibt es Ausnahmefälle beim Heißhunger in der Schwangerschaft. Das sind zunächst Mütter, die Gelüste auf Lebens- und Genussmittel bekommen, die für ihr Baby nicht gut sind.

Wenn die Frau vorher geraucht oder viel Alkohol getrunken hat, kann es durchaus sein, dass sie darauf Gelüste bekommt. Dies ist schwierig von einer möglichen Sucht abzugrenzen. In sehr seltenen Fällen bekommen Frauen Gelüste auf Dinge, die gar nicht essbar sind, beispielsweise auf Erde oder Metall. Wenn sie diesen nachgehen, gefährden sie sich damit womöglich und sollten mit dem Gynäkologen darüber sprechen. Solche abwegigen Gelüste könnten für eine Mangelerscheinung sprechen.

Weiterhin sollte der Gynäkologe informiert werden, wenn durch den Heißhunger in der Schwangerschaft wesentlich größere Mengen gegessen werden als vorher. Das wird eine Weile gut gehen, dann aber wird die Frau mehr zunehmen, als sie sollte. Das wird dem Gynäkologen bei den regelmäßigen Gewichtskontrollen auffallen. Einerseits würde ein solcher Heißhunger in der Schwangerschaft dazu führen, dass die Frau es nach der Geburt schwer hat, ihr Normalgewicht wieder zu bekommen. Andererseits könnte auch das Baby mit einer Veranlagung zu Übergewicht auf die Welt kommen und seine Gesundheit damit ab dem ersten Lebenstag gefährden. Das birgt die Gefahr eines sehr hohen Geburtsgewichts, was der Frau die Geburt maßgeblich erschwert und schwere Geburtsverletzungen nach sich ziehen könnte.



Vorbeugung

Heißhunger in der Schwangerschaft kann man leider gar nicht vorbeugen. Er ist hormonell bedingt und die meisten Gynäkologen würden einer schwangeren Frau dazu raten, dem Heißhunger in gewissen Maßen nachzugehen. Wenn sie das nicht tun, wirkt sich das auf ihre Zufriedenheit und Stimmung aus - und hungern darf eine Frau in der Schwangerschaft auch nicht. Allerdings kann Heißhunger in der Schwangerschaft dazu führen, dass viel mehr als gewohnt gegessen wird, was zu Übergewicht führt.

Das kann durchaus vermieden werden, indem beispielsweise bei Heißhunger auf Schokolade nur eine Rippe aus dem Kühlschrank geholt und der Rest wieder hineingelegt wird. Eine Portionierung der Speisen beugt unkontrolliertem Essen bei Heißhunger vor. Wichtig sind kleine, dafür aber häufige Mahlzeiten. Außerhalb von Frühstück, Mittag- und Abendessen dürfen durchaus ein Vor- und Nachmittagssnack eingelegt werden. Die Schwangere sollte versuchen, sich zu den Hauptmahlzeiten so naturbelassen und gesund wie möglich zu ernähren. Keine Fertiggerichte, sondern selbst gekochtes Essen mit viel Gemüse und wenigen künstlichen Zutaten sind angesagt. Dadurch fällt es weniger ins Gewicht, wenn sie doch einmal eine ganze Schokoladentafel verschlingt, und sie stellt die Versorgung ihres Babys mit wichtigen Nährstoffen sicher.

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