Hautausschlag im Gesicht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Juli 2017
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Hautausschlag im Gesicht bezeichnet sichtbare, krankhafte Veränderungen der Gesichtshaut. Es kann sich dabei um spontan entstandene Pickel, Pustel, Rötungen oder Schwellungen handeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hautausschlag im Gesicht?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Hautausschlag im Gesicht bezeichnet sichtbare Veränderungen der Haut im Gesicht, die in der Regel spontan auftreten. Da der Begriff des Hautausschlags umgangssprachlich ist, steckt in dem Wort noch keine genaue Beschreibung der Hautveränderung. Es kann sich um die Bildung mehrerer Pickel oder Pusteln in einem definierten Hautareal handeln, aber auch um stellenweise Rötungen oder geschwollene rote Stellen. Bei Hautausschlag im Gesicht kann die betroffene Stelle auch Schuppen bilden.

Charakteristisch für einen Hautausschlag ist, dass er spontan entsteht und nicht immer auf eine erkennbare Ursache zurückzuführen ist. Er ist außerdem auf ein Gebiet eingegrenzt und befällt kleinere oder auch größere Hautareale. Bei Hautausschlag im Gesicht handelt es sich also nicht um die Bildung eines vereinzelten Pickels - dies ist ein gewöhnlicher Mitesser und kein auffälliger Ausschlag. Besonders Hautausschlag im Gesicht stellt ein kosmetisches Problem dar und kann nicht überschminkt werden. Das sollte er auch gar nicht, denn zur Heilung von Hautausschlag ist es besser, wenn er an der frischen Luft abheilen darf. Da sich der Betroffene jedoch für den Hautausschlag im Gesicht schämt und er ihm unangenehm ist, beeinträchtigt er massiv den Alltag und sollte schnell behandelt werden.

Ursachen

Hautausschlag im Gesicht hat meist allergische oder infektiöse Hintergründe. Eine allergische Reaktion wird als Kontaktekzem bezeichnet und tritt dann auf, wenn die Gesichtshaut mit einem allergieauslösenden Stoff in Berührung kommt. Der Mensch kann beinahe auf alles allergisch reagieren, weshalb eine Abklärung durch den Arzt notwendig ist. Ein unbemerkter Insektenstich im Gesicht, eine neue Gesichtscreme oder auch nur Pollen könnten das Kontaktekzem im Gesicht ausgelöst haben.

Denkbar wären weiterhin Bakterien, Viren oder noch eher Pilzsporen, die zu Hautausschlag im Gesicht führen. Auch eine Akne hat infektiöse Ursachen und wird durch Bakterien begünstigt. Hautausschlag im Gesicht tritt auch als Nebenwirkung mancher Medikamente auf, weshalb bei der Einnahme neuer, noch unbekannter Wirkstoffe der Beipackzettel studiert werden sollte. Seltenere Ursachen für Hautausschlag im Gesicht sind Gefäß- und Autoimmunkrankheiten. Rosacea, Lupus erythematodes oder Vaskulitis können in manchen Fällen zu Hautausschlag im Gesicht führen. Anhand der Form, Farbe und Ausprägung des Hautausschlags im Gesicht kann ein erfahrener Arzt meist schon eine Verdachtsdiagnose stellen. Zuletzt kommt der idiopatische Hautausschlag in Frage, der keine erkennbare Ursache hat. Er kann das Gesicht, aber auch alle anderen Körperpartien betreffen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einem Hautausschlag im Gesicht, der sich nach einem längeren Aufenthalt in der Sonne einstellt, muss kein Arzt aufgesucht werden. Es genügt, wenn künftig die direkte Sonneneinstrahlung vermieden wird und das Gesicht gekühlt wird. Der Ausschlag bildet sich im Normalfall über Nacht zurück und verschwindet in den kommenden Tagen vollständig. Ist dies nicht der Fall, muss ein Arzt konsultiert werden.

Stellt sich der Hautausschlag nach dem Benutzen verschiedener kosmetischer Produkte ein, ist ein Arzt aufzusuchen. Ein Allergietest ist durchzuführen, um die allergieauslösenden Substanzen zu ermitteln. Künftig sollten die verwendeten Artikel überprüft und gegebenenfalls aussortiert werden. Nimmt der Hautausschlag im Gesicht stetig zu oder breitet sich auf umliegende Hautregionen aus, ist ein Arzt zu konsultieren. Es liegt eine Hauterkrankung vor, die über verschiedene Untersuchungen ermittelt werden muss.

Hält der Hautausschlag über einen längeren Zeitraum an oder stellen sich Schmerzen ein, sollte ebenfalls ein Arztbesuch vorgenommen werden. Es besteht die Gefahr, dass die Reaktion der Haut chronisch wird oder irreparable Schädigungen einzelner Hautschichten auslöst. Führt der Hautausschlag zu einer Verminderung des Wohlbefindens oder stellen sich emotionale Probleme ein, ist ein Arzt aufzusuchen. Durch eine ärztliche Behandlung werden Gegenmaßnahmen eingeleitet, die zu einer Linderung der Symptome führen.

Diagnose und Verlauf

Sicherlich geht Betroffene mit Hautausschlag im Gesicht freiwillig zum Arzt, denn bereits bei geringer Ausprägung fällt er deutlich sichtbar auf. Frauen können - meist erfolglos - noch versuchen, den Ausschlag zu überschminken, Männern bleibt diese Option nicht. Der Arzt wird zunächst nach weiteren Symptomen fragen und wissen wollen, ob der Hautausschlag im Gesicht schmerzt, schuppt, nässt oder sonstige Beschwerden verursacht.

Ohne Behandlung verschwindet ein Hautausschlag im Gesicht in der Regel nicht, sondern bessert sich erst mit der Gesundung der Ursache. Allergisch oder entzündlich bedingte Hautausschläge lassen sich meistens gut topisch behandeln. Das bedeutet, der Arzt verschreibt eine Gesichtscreme, die meist den Wirkstoff Cortison enthält und dafür sorgt, dass sich zumindest der sichtbare Ausschlag zurückbildet - auch, wenn Allergie oder Entzündung noch da sind.

Behandelt werden müssen sie trotzdem, der kosmetische Störfaktor ist jedoch beseitigt. Cortison zeigt auch bei Hautausschlag im Gesicht durch Akne gute Erfolge. Bei Autoimmun- oder chronischen Krankheiten aus Auslöser wird der Hautausschlag im Gesicht ohne dauerhafte Behandlung der Ursache von allein nicht mehr besser und kann auch immer wieder zurückkehren. Ein für den Patienten positiver und unproblematischer Verlauf hängt maßgeblich von der Behandlung des Grundproblems ab.

Komplikationen

Ein Hautausschlag im Gesicht kann durch eine überschießende Antwort des Immunsystems im Rahmen einer Allergie auftreten. Durch die Allergie können die Atemwege anschwellen und so Atmung und Schlucken beeinträchtigen. Daneben kommt es auch meist zu einer Ausbildung von Quaddeln (Urtikaria), die schnell in ein Quincke-Ödem enden können. Dabei handelt es sich um eine Wasseransammlung in den tieferen Hautschichten. Dieses Ödem verstärkt die Symptomatik einer Allergie. Zudem wird der Hals und das Gesicht stark verformt. Im schlimmsten Falle kann es durch einen Stoff zu einer Anaphylaxie kommen. Dies ist ein Schock, der zu starkem Blutdruckabfall führt. Unbehandelt kann es so zu einem Sterben vieler Organe vor allem die Niere oder der Lunge führen.

Des Weiteren führen auch einige Infektionskrankheiten wie Mumps, Scharlach oder Windpocken zu einem typischen Hautausschlag im Gesicht. Beim Mumps entsteht häufig als Folge eine Entzündung der Hoden (Orchitis), die zu einer Unfruchtbarkeit führen können. Daneben ist auch eine Hirnhautentzündung denkbar (Meningitis). Scharlach kann als Folgeerkrankung das Rheumatische Fieber mit sich ziehen oder eine Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis), die in ein Nierenversagen (Niereninsuffizienz) führen können. Bei den Windpocken handelt es sich um einen Erreger, der nach Abheilung im Körper persistiert und jederzeit bei einer Schwächung des Immunsystems wieder als Gürtelrose reaktiviert werden kann. Die Gürtelrose kann ebenfalls zu einer Meningitis oder Enzephalitis führen oder auch zu einer Innenohrentzündung, die zu Schwindel oder Taubheit führen kann.

Behandlung und Therapie

Bei Hautausschlag im Gesicht wird der Arzt zunächst nicht den Ausschlag an sich, sondern die Ursache herausfinden wollen. Anhand der begleitenden Symptome, Form und Farbe des Ausschlags, Zeitpunkt des Auftretens und sonstiger Beobachtungen und Beschwerden des Patienten kann er meistens schon eine Verdachtsdiagnose stellen. Es folgen zur Sicherung der Diagnose Hautabstriche, Allergietests und möglicherweise Blutuntersuchungen.

Handelt es sich um eine medikamentöse Nebenwirkung, wird das betreffende Medikament durch ein anderes ersetzt und der Hautausschlag im Gesicht sollte sich von allein zurückbilden. Bei Auslösern wie Allergien, bakteriellen oder Pilzinfektionen bleibt dem Arzt die Möglichkeit, diese topisch zu behandeln und gleichzeitig zu versuchen, ein Wiederauftreten zu verhindern. Das bietet sich besonders bei allergischen Symptomen an. In der Regel sorgt eine Behandlung des Hautausschlags im Gesicht auch bei diesen Auslösern für eine schnelle sichtbare Besserung des Problems.

Schwieriger gestaltet sich der Fall bei Akne, denn dieser Zustand braucht Jahre, bis er abheilt. Sollte es dadurch zu Ausschlägen im Gesicht kommen, kann stellenweise mit Cortison behandelt werden, um sie zumindest optisch erträglicher für den Patienten zu machen. Eine medizinische Herausforderung sind dagegen Fälle von Hautausschlag im Gesicht, die eine autoimmune oder gar idiopathische Ursache haben. Der Arzt kann zwar verschiedene Behandlungsformen ausprobieren, je nach Grunderkrankung - doch gerade bei autoimmuner Ursache verschwinden die Hautausschläge nicht immer vollständig.



Aussicht und Prognose

In den meisten Fällen kann ein Hautausschlag im Gesicht relativ gut und einfach wieder behandelt werden. Allerdings hängt der weitere Verlauf auch von der zugrundeliegenden Krankheit ab. Sollte der Hautausschlag im Gesicht durch eine allergische Reaktion oder durch eine Unverträglichkeit auftreten, so verschwindet dieser in den meisten Fällen wieder, wenn das Allergen vom Körper abgebaut wurde. Durch das Vermeiden des Allergens können die Beschwerden dauerhaft vermieden werden. Weiterhin kann auch eine verbesserte Hygiene den Hautausschlag im Gesicht verhindern oder die Beschwerden reduzieren.

Allerdings können auch dermatologische Unverträglichkeiten zu diesem Ausschlag führen, sodass der Betroffene möglicherweise auf bestimmte Kosmetikartikel verzichten muss. Auch andere Krankheiten können einen Hautausschlag im Gesicht als Symptom haben. Sollte dieser nicht innerhalb einiger Tage wieder von alleine verschwinden, so muss auf jeden Fall ein Hautarzt aufgesucht werden. Bei Kindern oder jungen Erwachsenen kann der Hautausschlag im Gesicht durch den Hormonhaushalt während der Pubertät auftreten und stellt dabei ein gewöhnliches Symptom dar. In der Regel verschwinden die Hautbeschwerden nach einer gewissen Zeit wieder. Eventuell hinterlässt der Hautausschlag im Gesicht auch Narben.

Vorbeugung

Gegen Hautausschlag im Gesicht gibt es keine sichere Vorbeugungsmaßnahme. Allergien können spontan auftreten und selbst Autoimmunerkrankungen brechen irgendwann aus und zeigen unerwartet erste Symptome. Betroffene wissen dann jedoch mit der Zeit, was sie tun können und was sie unterlassen sollten, damit es nicht wieder zu Hautausschlag im Gesicht kommt. Aknepatienten sollten beispielsweise bei Juckreiz keinesfalls kratzen, das sorgt für eine Ausbreitung von Ausschlägen mit Mitessern. Allergiker müssen sich von dem jeweiligen Allergen nach Möglichkeit fernhalten und tragen je nach Allergie ständig das Gegenmittel bei sich. Bei Autoimmunkrankheiten wissen Patienten mit der Zeit oft vorher, was Schübe auslöst oder schlimmer macht, sodass sie diese Auslöser vermeiden können.

Bücher über Hautausschlag

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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