Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2015
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Hämorrhoiden-Beschwerden sind ziemlich häufig, doch aus Schamgefühl wird kaum darüber geredet. Vor allem die inneren Hämorrhoiden (befinden sich im Inneren des Anus) bereiten vielen Menschen Probleme. Hierbei kommt es oft vor, dass ein Gewebeknoten aus dem Anus hervorschaut. Sehr viel unangenehmer sind die äußeren Hämorrhoiden, da sie nicht nur bluten, sondern auch starke Schmerzen und Juckreiz hervorrufen. Es gibt verschiedene Hausmittel und Tipps wie Hämorrhoiden vermieden und behandelt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was hilft bei Hämorrhoiden?

  • Ein Sitzbad hilft den durch Hämorrhoiden verursachten Schmerz zu lindern und regt den Blutfluss an, wodurch die angeschwollenen Venen schrumpfen. Im warmen Wasser sollte man sich auf einen Sitzring oder ein zurecht geformtes Handtuch setzten und die Knie anziehen, damit besonders viel Wasser zum Darmausgang gelangt.
  • Das Wasserbad kann durch verschiedene Zusätze bereichert werden. Bittersalz (bewirkt ein Zusammenziehen der Hämorrhoiden), Kamille (wirkt entzündungshemmend) oder Eichenrindenextrakt (wirkt auch entzündungshemmend).
  • Menschen, die eine ballaststoffreiche Ernährung haben, leidern seltener an Hämorrhoiden. Dies liegt daran, dass die Ballaststoffe unverdaut durch den Magen kommen und auf ihrem Weg noch ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Wasser aufnehmen. Wenn sie dann gemeinsam mit der anderen verdauten Nahrung den Dickdarm erreichen, ist der Stuhl schwer, massig und weich. Dadurch ist er leicht zu eliminieren. Nahrungsmittel, welche viele Ballaststoffe enthalten sind unter anderem Vollkornbrot, Müsli, frisches Obst und Gemüse, Vollkornreis und Nüsse.

Schnelle Mittel bei Hämorrhoiden

  • Kühlung verschafft eine große Erleichterung. Hierzu können sie weiche Kühlpacks, gefrorene Erbsen und Eiswürfel nehmen. Unbedingt alles mit einem Handtuch umwickeln um Eisverbrennungen zu vermeiden.
  • Salben, welche Calendula und Beinwell enthalten schaffen Linderung und fördern die Heilung.
  • Sich hinzulegen und die Beine hochzunehmen ist eine gute Methode den Druck, der durch die normale aufrechte Haltung des Menschen auf den Venen lastet, zu nehmen.
  • Zu starkes Pressen beim Stuhlgang erhöht das Risiko an Hämorrhoiden zu erkranken. Die Toilette sollte immer aufgesucht werden, wenn es nötig ist, da das Aufschieben zu Verstopfungen führt und das wiederum zu verstärktem Pressen.

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Alternative Heilmittel

  • Bei äußeren Hämorrhoiden gibt es einen alten Hausmitteltrick. Einen noch warmen und feuchten Schwarzteebeutel auf die betroffene Stelle legen. Die Gerbsäure, welche sich in dem Teebeutel befindet, fördert die Blutgerinnung und trägt dazu bei, dass Schmerz und Schwellung nachlassen.
  • Wieder einmal kann die Zaubernuss (Hamamelis) für eine Linderung der Symptome sorgen. Am besten man betupft einen Wattebausch mit undestiliierter Hamamelis und betupft die Hämorrhoiden damit. Es empfiehlt sich kein Reiben, sondern nur sanftes Tupfen um die wunden Stellen nicht unnötig zu reizen.

  • Auch Vaseline kann auf den Hämorrhoiden aufgetragen werden und für Linderung sorgen.
  • Ein weiteres alternatives Heilmittel sind sowohl Vitamin E Tropfen, als auch Weizenkeimöl. Hierbei einen Wattebausch tränken und die betroffenen Stellen vorsichtig betupfen.
  • Wer bei der Arbeit viel an den Schreibtisch gefesselt ist, sollte alle Stunde einen fünfminütigen Spaziergang einlegen. Dadurch wird Druck aus der Region genommen, in der die Hämorrhoiden entstehen. Auch das Heben von Gewichten belastet besagte Stelle und sollte vermieden werden.

Weitere Informationen sind unter Hämorrhoiden zu finden. Üblicherweise muss bei Hämorrhoiden nicht gleich ein Arzt aufgesucht werden. Sobald dunkles Blut im Stuhl entdeckt wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da das ein Zeichen für eine Darmblutung darstellen kann. Auch wenn, wenn die Schmerzen zu stark werden und der Stuhl nicht mehr gehalten werden kann, sollte man einen Besuch zum Arzt nicht länger aufschieben.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Yasmin kommentierte am 09.03.2015 um 13:03 Uhr

Echt prima Ratschläge. Allerdings fehlt der Hinweis auf die natürliche Sitzposition „die Hocke“. In der Hocke ist es dem Darm wesentlich leichter und einfacher möglich sich vom Kot zu befreien, ohne dass man sich vor Schmerzen auf der Toilette krümmen muss. Bei schmerzhaften Hämorrhoiden führt die Hockposition zu einer spürbaren Verbesserung. Ich litt selbst lange Zeit darunter, aber seitdem ich den Toilettenhocker (Hoca) nutze, bin ich beschwerdefrei.

Ella kommentierte am 02.04.2016 um 13:39 Uhr

Das ist ja spannend. Die Methode des "Hockens" kannte ich noch nicht, wobei es mir auch aus anatomischer Sicht sinnvoll erscheint. In der Hocke ist der Darm sicherlich ohne Einschränkung, ohne Knick und so kann er sich gründlich und ohne das starke Pressen entleeren. Ich werde diese Methode ausprobieren, denn ein gereinigter Darm wird bestimmt nicht so anfällig sein für diverse Darmkrankheiten. Ich würde allerdings einen Toilettenhocker aus Holz präferieren. Vielleicht gibt es inzwischen einen praktischen Hocker aus wertvollem Holz. Bei Hämorrhoiden kann die optimierte Haltung auf unseren modernen Sitztoilette sicher einiges an Schmerzen lindern.

Julia kommentierte am 02.05.2016 um 02:47 Uhr

Ich habe meine Hämorrhoiden während und nach der Schwangerschaft bekommen - mein Mann nach einer langen Zeit mit Verdauungsproblemen. Was wirklich geholfen hat war die Änderung unserer Ernährung, so dass sich der Stuhlgang normalisiert hat und die Probleme durch zu starkes Pressen nicht mehr auftraten. Das war nur ein Tipp, den wir aus dem Ratgeber "Nie wieder Hämorrhoiden" von Pascal Linder gelernt haben, ein ehemaliger Hämorrhoiden-Patient und Autor. Die 2-1-H Formel, die in diesem Ratgeber beschrieben wird, kann ich jedem nur empfehlen. Es gibt einen guten Artikel darüber, er heißt "5 Schritte, um hämorrhoidenfrei zu werden - von Pascal Lindner". Ich glaube, dass es vielen weiterhilft.