Hasenpest

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Oktober 2015
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Die Hasenpest, auch als Tularämie bekannt, gehört zu den Zoonosen. Sie wird auch Hasenpest genannt. Die Bezeichnung Hasenpest entstand durch den Umstand, dass in erster Linie Hasen und wilde Kaninchen von der Erkrankung betroffen sind. Außerdem erinnern die Krankheitsbeschwerden an Pestsymptome.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hasenpest?

Die Tularämie (Hasenpest) stellt eigentlich eine ansteckende Tierkrankheit dar. Da sie jedoch auch auf den Menschen übertragbar ist, zählt sie zu den Zoonosen. So kann die Infektion, die auch als Hasenpest bekannt ist, über Säugetiere in den Körper des Menschen gelangen. In Deutschland zeigt sich die Tularämie jedoch nur sehr selten. Sie gehört hierzulande zu den meldepflichtigen Krankheiten. Die Hasenpest wird außerdem Parinaud-Krankheit, Nagerpest, Lemming-Fieber oder Ohara-Krankheit genannt.

Ursachen

Urheber der Tularämie (Hasenpest) ist das Bakterium Francisella tularensis. Mitunter trägt es auch die Bezeichnung Pasteurella tularensis. Beim Francisella tularensis handelt es sich um ein kleines Bakterium, das die Form eines Stäbchens aufweist. Vernichtet werden kann es durch desinfizierende Mittel oder Wärme über 60 Grad Celsius. Widerstandsfähig zeigt sich Francisella tularensis allerdings gegenüber Kälte. So ist es möglich, dass es innerhalb von gefrorenem Hasenfleisch drei Jahre lang überlebt.

Das Reservoir der Bakterien wird von blutsaugenden Parasiten gebildet. Dazu zählen in erster Linie Wanzen, Zecken, Läuse oder Flöhe, die sich auf der Oberfläche des Körpers ansiedeln. Mediziner unterscheiden bei Francisella tularensis zwischen Jellison Typ A, der einen schweren Krankheitsverlauf hervorruft, sowie Jellison Typ B. Diese Bakterienart gilt als weniger ansteckend.

Die Übertragung des Krankheitserregers erfolgt über Parasiten. Dabei wird durch Zecken, Flöhe, Läuse oder Wanzen der Keim auf Säugetiere wie Hasen, Wildkaninchen, Eichhörnchen, Ratten oder Mäuse übertragen. Aber auch bei Haus- und Nutztieren wie Hunden, Katzen, Rinder, Schweine und Schafen ist eine Infektion möglich. Der Mensch kann sich mit der Hasenpest infizieren, wenn er kontaminiertes Fleisch verzehrt, das nur unzureichend erhitzt wurde, keimhaltiges Wasser trinkt, erregerhaltige Aerosole einatmet oder in unmittelbaren Kontakt mit befallenen Tieren bzw. deren Ausscheidungen oder Blut kommt. Außerdem erfolgt eine Ansteckung durch den Stich von Parasiten wie Flöhen oder Zecken oder durch einen Biss von befallenen Tieren. Die Inkubationszeit liegt bei etwa zehn Tagen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Hasenpest:

Wird ein Mensch von der Hasenpest befallen, sind verschiedene Symptome möglich. Besonders betroffen von den Beschwerden ist die Haut. So kommt es im Bereich der Eintrittsstelle zum Anschwellen der Lymphknoten. Ein weiteres Anzeichen ist das Auftreten von Fieberschüben. Ab dem 5. Erkrankungstag ähnelt die Tularämie Typhusbeschwerden. Häufige Symptome sind außerdem ein Krankheitsgefühl, das der Grippe ähnelt, Schüttelfrost, eine Rachenentzündung, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Erbrechen sowie eine Lungenentzündung.

Letztlich hängen die Beschwerden davon ab, an welcher Stelle das Bakterium in den Organismus eintritt. In schweren Fällen besteht die Gefahr, dass sich die Bakterien über den ganzen Körper ausbreiten und eine Hirnhautentzündung auslösen. Der Verlauf der Tularämie richtet sich danach, wie früh die Krankheit behandelt wird. So fällt die Prognose bei einer rechtzeitigen Therapie mit Antibiotika meist positiv aus. Todesfälle sind dann kaum zu verzeichnen. Außerdem ist der Patient anschließend sein Leben lang gegen das Bakterium Francisella tularensis immun. Ohne eine entsprechende Behandlung besteht jedoch bei rund 30 Prozent aller Erkrankten die Gefahr eines tödlichen Ausgangs.

Diagnose

Die Diagnose Hasenpest lässt sich nicht immer leicht stellen. So mangelt es der Tularämie an eindeutigen Symptomen. Zu Hinweisen kann eine Schilderung der Vorgeschichte des Patienten führen. Außerdem verändert sich die Haut des Erkrankten in den meisten Fällen durch das Auftreten von Geschwüren. Darüber hinaus kommt es zum Anschwellen der Lymphknoten.

Für eine sichere Diagnose bedarf es jedoch eines direkten Nachweises des Bakteriums Francisella tularensis. Zu diesem Zweck findet die Entnahme einer Blutprobe statt, die mit dem Anzüchten der Bakterien in Mäusen kombiniert wird. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr erfolgt diese Prozedur in einem Speziallabor.

Behandlung und Therapie

Behandelt wird die Tularämie durch den Einsatz von Antibiotika. Dabei handelt es sich zumeist um eine Kombination aus Doxycyclin und Streptomycin. Die positive Wirkung dieser Mittel macht sich in der Regel nach 10 bis 14 Tagen bemerkbar. Nur selten ist eine Rückkehr der Krankheit zu verzeichnen. In leichteren Fällen kann als Alternative auch Gentamicin verabreicht werden.

Dagegen gelten Doxycyclin und Ciprofloxacin in schweren Fällen als wirksamer. Obwohl die Behandlung mit Antibiotika in den meisten Fällen nicht über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen hinausgeht, ist auch eine längere Therapiedauer im Bereich des Möglichen, was sich letztlich nach dem Verlauf der Krankheit richtet. Als nicht sinnvoll wird eine Behandlung mit Penicillin oder Sulfonamiden eingestuft. So liegt bei diesen Mitteln eine Resistenz des Bakteriums Francisella tularensis vor.

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Vorbeugung

Damit es gar nicht erst zur Ansteckung mit der Hasenpest kommt, sollten bei der Berührung von Wildtieren Einmalhandschuhe getragen werden. Besteht bei einem Tier Verdacht auf Tularämie, ist es unbedingt zu meiden. Als sinnvoll gilt bei Risikogruppen wie Jägern, Waldarbeitern und Tierärzten das Anlegen einer staubdichten Atemmaske.

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