Harnröhrenstriktur (Hypospadie)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Februar 2016
Gesundpedia.deSymptome Harnröhrenstriktur (Hypospadie)

Die als Verengung der Harnröhre relevante Harnröhrenstriktur beeinträchtigt die Lebensqualität und kann zu schwerwiegenden Erkrankungen der Blase und der Nieren führen. Die Behandlung der Hypospadie ist relativ einfach, jedoch nur operativ möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Harnröhrenstriktur (Hypospadie)?

Als Harnröhrenstriktur, auch Hypospadie genannt, wird die angeborene oder erworbene Verengung der Harnröhre (Urethra) durch vernarbtes Gewebe bezeichnet. Die Verengung kann ringförmig und kurz sein, aber auch einen längeren Abschnitt der Harnröhre betreffen.

Dieser Defekt betrifft in erster Linie Männer, da deren Harnröhre aus anatomischen Gründen normalerweise deutlich länger als die von Frauen ist. Eine Harnröhrenstriktur bei Frauen ist sehr selten.

Ursachen

Eine angeborene Harnröhrenstriktur geht meist mit einer krankhaften Verkürzung oder Verlagerung der Harnröhre bei Männern einher. Der Ausgang der Harnröhre befindet sich an ungewöhnlichen Stellen, der Urin tritt zum Beispiel nicht an der Penisspitze, sondern an verschiedenen Regionen des Penisschaftes aus. Dieser Defekt heißt in der medizinischen Fachsprache Hypospadie oder Epispadie.

Eine erworbene Harnröhrenstriktur wird durch mechanische Reizungen oder Infektionen verursacht. Nach operativen Eingriffen (zum Beispiel Verlängerungen von Penis und/oder Harnröhre) kann durch Narbengewebe die Verengung hervorgerufen werden. Auch eine angeborene Vorhautverengung (Phimose) kann durch häufige Entzündungsvorgänge eine Harnröhrenstriktur beeinflussen.

Mechanische Verletzungen wie zum Beispiel durch das unsachgemäße Legen eines Blasenkatheders oder verschiedenen Sextoys, häufige Harnröhrenentzündungen (Urethritis) sowie Tumore des umliegenden Gewebes begünstigen eine Harnröhrenstriktur. Dabei kann die einschneidende Störung an allen Abschnitten der Harnröhre auftreten. Die Verengung der Harnröhre ist ein schleichender Vorgang und tritt nicht von heute auf morgen ein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Harnröhrenverengung (Hypospadie):

Eine Hypospadie macht sich langsam bemerkbar und kann deshalb von aufmerksamen Patienten und Ärzten rechtzeitig diagnostiziert werden. Hauptsymptom der Harnröhrenstriktur ist ein veränderter Harnstrahl. Harn wird mit geringerer Intensität abgelassen, bis hin zu teilweisem Unvermögen, was zu gefährlichem Harnstau in der Blase führt. Vor allem ein verdrehter oder mehrfach geteilter Harnstrahl deutet auf eine Harnröhrenstriktur hin.

Beim Wasserlassen kommt es zu brennenden Schmerzen, auch wenn keine Infektion vorliegt. Dennoch führt Restharn in der Harnblase häufig zu schmerzhaften Blasenentzündungen, die chronisch werden können. Bei dauerhaft unbehandelter Harnröhrenstriktur verändert sich die Elastizität der Blase. Es kommt zu Verdickungen des Blasenmuskels und zum Harnrückfluss in die Nieren, was zu schweren Nierenschäden bis hin zum Nierenversagen führen kann. Blut im Urin ist ein weiteres Zeichen für Harnröhrenstriktur im fortgeschrittenen Stadium.

Diagnose

Eine genaue Anamnese (Befragung) des Patienten steht am Anfang der Diagnose einer Hypospadie. Dabei erkundigt sich der Arzt nach Art und Dauer der Beschwerden und klärt eventuelle vorangegangene Infektionen oder Verletzungen ab. Im Labor wird der Urin untersucht, um mögliche Infekte zu klassifizieren.

Sonografie und Ultraschall geben Auskunft über den Zustand der Harnblase, die Restharnmenge sowie den Zustand der Nieren. Zur genauen Lokalisierung der Verengung ist eine Röntgenuntersuchung mit Hilfe eines Kontrastmittels erforderlich. Führt die Röntgendiagnostik nicht zu einer klaren Aussage, wird in der Regel eine Spiegelung der Harnröhre mittels Diagnose-Katheder vorgenommen, um die exakte Stelle der Harnröhrenstriktur zu erkennen.

Behandlung

Die Behandlung einer Harnröhrenstriktur erfolgt operativ. Eine Dehnung (Bougierung) durch Dilatoren (medizinische Stifte, die in die Harnröhre eingeführt werden) wird heute nicht mehr als sinnvoll angesehen, da weitere Verletzungen nicht auszuschließen sind. Ringförmig einschneidendes, vernarbtes Gewebe lässt sich auch nicht dehnen, sondern muss operativ entfernt und gegebenenfalls durch Prothesen ersetzt werden.

Bei der operativen Behandlung einer Harnröhrenstriktur wird die Harnröhre im lokalisierten Bereich von innen aufgeschlitzt. Anschließend wird ein Blasenkatheder gelegt, der solange in der Harnröhre verbleibt, bis sich diese regeneriert und durch neugebildetes Gewebe den Schnitt verschlossen hat. Bildet sich eine Harnröhrenstriktur trotz mehrfacher operativer Eingriffe immer wieder neu oder ist die Harnröhrenstriktur langflächig, wird eine Mundschleimhautplastik in Betracht gezogen. Hierbei wird die Harnröhre von außen freigelegt (das heißt, der Penis wird längs aufgeschnitten). Schleimhaut aus dem Mund wird entnommen und an der geschlitzten Harnröhre eingesetzt.

Das körpereigene Gewebe verwächst sehr schnell und bietet der geschädigten Harnröhre zusätzliche Elastizität. Kleinere, ringförmige Harnröhrenstrikturen können herausgeschnitten werden. Die beiden Enden der Harnröhre werden anschließend miteinander vernäht. Andere Auslöser wie Tumore, Entzündungen oder Geschlechtskrankheiten (Tripper) müssen ebenfalls mitbehandelt und entfernt bzw. geheilt werden.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung einer Harnröhrenstriktur ist schwierig. Es sollten möglichst alle auslösenden Faktoren vermieden werden, was sich im Fall der Harnröhrenstriktur als schwierig gestaltet, weil die Gründe unabwägbar sind. Helfen kann die Behandlung einer Phimose im Kindesalter, um zukünftige Entzündungen, die eine Harnröhrenverengung verursachen können, einzudämmen.

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