Harnleiter

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Harnleiter

Zwischen der Harnblase und dem Nierenbecken liegt der Harnleiter, welcher als sogenannter Muskelschlauch die Verbindung darstellt, sodass der Urin abtransportiert werden kann. Mitunter kann der Harnleiter durch Krankheiten in seiner Funktion beeinträchtigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der Ureter bzw. Harnleiter ist ein muskulär-schlauchartiges Hohlorgan, welches paarig angelegt ist und eine Länge von rund 25-30cm aufweist. Der Durchmesser liegt bei etwa 4 bis 7 mm. Der Harnleiter verbindet das Nierenbecken mit der Harnblase. Es handelt sich dabei um ein Hohlorgan, welches durch den Becken- sowie Bauchraum führt und drei physiologische Engstellen aufweist. In jenen bilden sich oftmals Harnleiter- sowie Nierensteine oder auch Entzündungen.

Anatomie

Der Harnleiter befindet sich hinter dem Abdomen, verläuft entlang der Rückenmuskulatur, führt weiter in den Beckenraum und mündet sodann in der Harnblase. Der Querschnitt zeigt, dass der Harnleiter eine Art Muskelschlauch ist.

Die innere Schicht setzt sich aus der Tunica mucosa (einer Schleimhautschicht) zusammen, die mittlere Schicht bildet die Tunica muscularis, eine Schicht aus einer glatten Muskulatur und die äußere Schicht, die sogenannte Tunica adventitia, ist eine Verankerungsschicht aus Bindegewebe, welche eine Vernetzung mit umliegenden Strukturen ermöglicht.

Die Engstellen des Harnleiters befinden sich bei der Ureter-Überkreuzung mit dem Darmbein bzw. der Beckenarterie, beim uretero-vesikalem Übergang sowie beim Übergang vom Pelvis renalis in den sodann folgenden Harnleiter. Auf Grund der Muskulatur ist es möglich, dass die Harnblase zusammengedrückt und auch verschlossen werden kann, sodass der transportierte Harn nicht mehr in den Harnleiter zurückfließen kann.

Funktion

Der Harnleiter befasst sich vorwiegend mit dem Transport von Urin bzw. Harn, welcher vom Nierenbecken in die Harnblase mündet. Die glatte Muskulatur der Tunica muscularis kontrahiert sukzessive und kann damit gewährleisten, dass die Flüssigkeit (wie auf einem Fließband) in Richtung der Harnblase transportiert wird, selbst dann, wenn es entgegen dem Gefälle geht.

Die peristaltische Welle, die für den Auslöser des Transports sorgt, durchströmt zwischen ein- und viermal pro Minute die Harnleiter-Muskulatur und sorgt somit für eine Selbstreinigung des Hohlorgans. Während der Entleerung der Blase kontrahieren die unterschiedlichen Muskelschichten, die sich in der Harnblase befinden und verschließen gleichzeitig den Harnleiter-Eingang.

So ist es nicht möglich, dass ein Zurückfließen (Reflux) des Harns in den Harnleiter erfolgt. Ein Zurückfließen würde eine Nierenbecken- sowie auch Blasenentzündung mit sich bringen. Des Weiteren entstehen wehen- sowie krampfartige Muskelkontraktionen (Kolik), wenn Ablagerungen in den Engstellen steckenbleiben (beispielsweise Nierensteine).



Erkrankungen des Harnleiter

Es kommt immer wieder zu Fehlbildungen des Harnleiters, welche in weiterer Folge dafür verantwortlich sind, dass der Harntransport beeinträchtigt oder dahingehend gestört wird, dass ein Reflux entsteht. Die Gründe sind vielfältig; bekannte Ursachen sind Harnleitererweiterungen, chronische oder auch akute Infektionen sowie Harn- oder auch Nierensteinbildungen sowie auch eine Nierenschwäche.

Besteht ein dauerhafter Reflux, sodass der Urin in den Harnleiter dringt, entstehen immer wieder Entzündungen des Nierenbeckens sowie des Harnleiters.

Weitere Anlagestörungen sind Ureterozelen, Ureterabgangsengen sowie auch ein Ureter fissus oder eine Ureterektopie. Dabei können auch Ureterdivertikel sowie auch -klappen und -stenosen auftreten.

In sehr wenigen Fällen entarten die Zellen im Harnleiter, sodass in weiterer Folge ein Harnleitertumor entsteht. Selten sind auch direkte Harnleiterverletzungen, welche im Regelfall durch penetrierende Abdominalverletzungen (beispielsweise durch Stich- oder auch Schusswunden) ausgelöst werden.

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