Handekzem

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Ein Handekzem kann für den Betroffenen sehr belastend sein: Brennende Haut beim Waschen der Hände, starke Schmerzen beim Zubinden der Schuhe und vieles mehr. Die entzündeten Hände schmerzen häufig rund um die Uhr. Zudem sieht die Haut auch nicht schön und gepflegt aus. Daher ist der Leidensdruck oftmals sehr groß.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Handekzem?

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Das Handekzem ist, wie es der Name bereits verrät, ein Ekzem, das im Bereich der Hände als Entzündung auftritt. Es kann durch zahlreiche verschiedene äußere Noxen oder innere Faktoren begünstigt werden. Im Rahmen einer angeborenen Neigung zu Ekzemreaktionen (vererbt) kann durch verschiedene auslösende Faktoren das atopische Handekzem entstehen.

Aus mechanisch-irritativen oder chemisch-irritativen Einflüssen resultiert das irritative Handekzem (Kontaktekzem), bei dem die Ursache in der Einwirkung von reizenden Stoffen liegt. Liegt eine Schädigung des äußeren Schutzmantels der Haut vor, gelingt es den allergenen Stoffen leichter, in die obersten Schichten der Haut einzudringen und zusätzlich allergische Ekzemreaktionen auszulösen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Handekzem können sehr verschieden sein. Vor allem trockene Haut ist ein Risikofaktor für Handekzeme. Menschen mit einer vererbten Neigung zu Allergien, beispielsweise Neurodermitis, sind gefährdet. Eine weitere mögliche Ursache ist eine übermäßige Schweißbildung, beim Tragen von Gummihandschuhen. Zudem kann der Kontakt zu gewissen Stoffen wie starke Reinigungsmittel oder Nickel die Bildung eines Handekzems begünstigen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Handekzems:

Zu den typischen Beschwerden bei einem Handekzem gehören eine Rötung, Schuppung, Juckreiz, Wasserbläschen, aufgerissene Fingerspitzen sowie eine trockene und empfindliche Haut. Bei einer vorwiegenden Bildung von Bläschen wird von einem dyshidrosiformen und bei einem trocken-verhornten Erscheinungsbild von einem hyperkeratotisch-rhagadiformen Handekzem gesprochen.

Bei einem Ekzem handelt es sich grundsätzlich um eine entzündliche, aber nicht ansteckende Erkrankung. Die Haut ist trocken, gerötet, gereizt, eingerissen und in manchen Fällen auch schuppig. Bei einem schweren Krankheitsbild können juckende Bläschen, Risse und verhornte Stellen hinzukommen. Während leichte und mittelschwere Handekzeme mit einer guten Handpflege meist nach wenigen Wochen geheilt werden können, müssen die Betroffenen mit einem schwerwiegenden oder chronischen Handekzem mit starken, ausgedehnten und wiederkehrenden Hautveränderungen rechnen.

Diagnose

Verschiedene diagnostische Möglichkeiten stehen zur Verfügung, um das entsprechende Handekzem genau einzuordnen und eine spezielle Therapie einzuleiten. Die sichtbaren Symptome genügen nicht für eine Differenzierung. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Handekzem bereits länger besteht. In erster Linie ist eine Allergiediagnostik sinnvoll.

Damit kann geprüft werden, ob Kontaktallergien oder die atopische Diathese als Auslöser des Handekzems infrage kommen. Zudem wird die Häufigkeit von Wasser-, Allergiestoff- und Irritanzienkontakt geprüft, um die Hautbelastung des Betroffenen einschätzen zu können. Auch eine Pilzdiagnostik ist sinnvoll, da in manchen Fällen zum bestehenden Handekzem ebenso ein Pilzbefall hinzukommen kann.

Behandlung und Therapie

Ein leichtes und mittelschweres Handekzem ist mit der Hilfe des Hautarztes und einer optimalen Handpflege meist nach wenigen Wochen gut zu bewältigen. Bei schwerwiegenden Fällen gestaltet sich dies schwieriger. Grundsätzlich gilt, dass viel Pflege sehr wichtig ist. Die Haut sollte mit idealen Basispflegen und rückfettenden Cremes oder Salben eingerieben werden. Es gilt, darauf zu achten, dass in den Produkten keine Duft- und Konservierungsstoffe enthalten sind, denn die Haut wird dadurch zusätzlich gereizt.

Baumwollhandschuhe oder allergenarme Kunststoffhandschuhe können die Haut vor äußeren Einflüssen schützen. Natürlich sollten ebenso die Auslöser, chemikalische Reinigungsmittel, ein übermäßiger Wasserkontakt oder sonstige hautschädigende Substanzen gemieden werden. Fettfeuchte Umschläge können den Juckreiz lindern und Handbäder bläschenbildende Ekzeme austrocknen. Bei einer verhornten Haut ist eine harnstoff- oder Salicylsäurehaltige Therapie hilfreich.

Entzündungen werden oftmals mit kortisonhaltigenden Cremes gelindert und sehr schwere Verläufe mit kortisonhaltigen Tabletten oder Antibiotika behandelt. Dies bildet jedoch grundsätzlich die letzte Stufe der Behandlung, wenn andere Versuche erfolglos blieben. Sollten aufgrund von schweren oder hartnäckigen Verläufen stärkere Maßnahmen erforderlich sein, kann ein Präparat mit dem Wirkstoff Alitretinoinzum eingenommen werden. Dieses ist zur Behandlung der chronischen Handekzeme zugelassen.



Vorbeugung

Die wichtigste Basis, um ein Handekzem vorzubeugen, ist, dass die auslösenden Faktoren vermieden werden. Geschieht dies nicht, wird das Handekzem immer wieder auftreten oder gar nicht zu verhindern sein. Zudem ist es ratsam, die Hände mit parfümfreien Seifen zu waschen und sie gut abzutrocknen, insbesondere in den Zwischenräumen der Finger. Eine optimale Handpflege ist das A und O und kann der wichtigste Faktor sein, um ein Handekzem zu vermeiden. Auch hilfreich ist es, bei Tätigkeiten, welche die Haut belasten, Schutzhandschuhe zu tragen.

Ebenso eine Rolle spielt eine gesunde Ernährung. Diese sollte viele frische Bestandteile enthalten, das heißt, Obst und Gemüse. Ausreichend zu trinken, kann eine trockene Haut vermeiden. Des Weiteren sollten Patienten mit einem Handekzem nicht rauchen, da beobachtet werden konnte, dass Raucher im Vergleich zu den Nichtrauchern stets unter schwereren Ekzemen leiden. Durch diese genannten Tipps kann ein Handekzem vermieden werden. Meist ist es zudem erforderlich, dass ein Hautarzt aufgesucht wird, der nützliche Ratschläge geben kann.

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