Handekzem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Ein Handekzem kann für den Betroffenen sehr belastend sein: Brennende Haut beim Waschen der Hände, starke Schmerzen beim Zubinden der Schuhe und vieles mehr. Die entzündeten Hände schmerzen häufig rund um die Uhr. Zudem sieht die Haut auch nicht schön und gepflegt aus. Daher ist der Leidensdruck oftmals sehr groß.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Handekzem?

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Das Handekzem ist, wie es der Name bereits verrät, ein Ekzem, das im Bereich der Hände als Entzündung auftritt. Es kann durch zahlreiche verschiedene äußere Noxen oder innere Faktoren begünstigt werden. Im Rahmen einer angeborenen Neigung zu Ekzemreaktionen (vererbt) kann durch verschiedene auslösende Faktoren das atopische Handekzem entstehen.

Aus mechanisch-irritativen oder chemisch-irritativen Einflüssen resultiert das irritative Handekzem (Kontaktekzem), bei dem die Ursache in der Einwirkung von reizenden Stoffen liegt. Liegt eine Schädigung des äußeren Schutzmantels der Haut vor, gelingt es den allergenen Stoffen leichter, in die obersten Schichten der Haut einzudringen und zusätzlich allergische Ekzemreaktionen auszulösen.

Ursachen

Die Ursachen für ein Handekzem können sehr verschieden sein. Vor allem trockene Haut ist ein Risikofaktor für Handekzeme. Menschen mit einer vererbten Neigung zu Allergien, beispielsweise Neurodermitis, sind gefährdet. Eine weitere mögliche Ursache ist eine übermäßige Schweißbildung, beim Tragen von Gummihandschuhen. Zudem kann der Kontakt zu gewissen Stoffen wie starke Reinigungsmittel oder Nickel die Bildung eines Handekzems begünstigen.

Wann zum Arzt?

Bei einem Handekzem handelt es sich um eine Entzündung der Haut an den Händen, die nicht ansteckend ist. Ob und wann beim Auftreten eines Ekzems ein Arzt zugezogen werden muss, hängt von den Ursachen und dem Ausmaß der Störung ab. Hände sind sehr schnell einmal gereizt und reagieren mit Rötungen und Juckreiz auf äußere Einflüsse. Ursächlich können der Kontakt mit scharfen Haushaltsreinigern, zu häufiges Händewaschen oder das Gegenteil, ein Mangel an Hygiene sowie Kontaktallergien sein. Ist die Ursache für ein Ekzem bekannt und grundsätzlich harmlos, muss nicht sofort ein Arzt aufgesucht werden. Häufig heilen Ekzeme nach wenigen Tagen von selbst wieder ab.

Ein Arzt sollte aber immer zugezogen werden, wenn sich die Symptome nach einigen Tagen nicht bessern oder gar schlimmer werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Haut nicht nur gerötet ist und juckt, sondern sich auch noch Knötchen oder Blasen bilden. Auch bei starkem Juckreiz sollte frühzeitig ein Arzt zugezogen werden, da sonst die Gefahr besteht, dass der Patient die betroffenen Hautstellen aufkratzt und so Sekundärinfektionen entstehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Handekzems:

Zu den typischen Beschwerden bei einem Handekzem gehören eine Rötung, Schuppung, Juckreiz, Wasserbläschen, aufgerissene Fingerspitzen sowie eine trockene und empfindliche Haut. Bei einer vorwiegenden Bildung von Bläschen wird von einem dyshidrosiformen und bei einem trocken-verhornten Erscheinungsbild von einem hyperkeratotisch-rhagadiformen Handekzem gesprochen.

Bei einem Ekzem handelt es sich grundsätzlich um eine entzündliche, aber nicht ansteckende Erkrankung. Die Haut ist trocken, gerötet, gereizt, eingerissen und in manchen Fällen auch schuppig. Bei einem schweren Krankheitsbild können juckende Bläschen, Risse und verhornte Stellen hinzukommen. Während leichte und mittelschwere Handekzeme mit einer guten Handpflege meist nach wenigen Wochen geheilt werden können, müssen die Betroffenen mit einem schwerwiegenden oder chronischen Handekzem mit starken, ausgedehnten und wiederkehrenden Hautveränderungen rechnen.

Bestimmte Allergene reagieren mit der Haut und können eine Kontaktallergie (Ekzem) auslösen.

Diagnose

Verschiedene diagnostische Möglichkeiten stehen zur Verfügung, um das entsprechende Handekzem genau einzuordnen und eine spezielle Therapie einzuleiten. Die sichtbaren Symptome genügen nicht für eine Differenzierung. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Handekzem bereits länger besteht. In erster Linie ist eine Allergiediagnostik sinnvoll.

Damit kann geprüft werden, ob Kontaktallergien oder die atopische Diathese als Auslöser des Handekzems infrage kommen. Zudem wird die Häufigkeit von Wasser-, Allergiestoff- und Irritanzienkontakt geprüft, um die Hautbelastung des Betroffenen einschätzen zu können. Auch eine Pilzdiagnostik ist sinnvoll, da in manchen Fällen zum bestehenden Handekzem ebenso ein Pilzbefall hinzukommen kann.

Komplikationen

Durch das Handekzem leiden die Patienten an verschiedenen Hautbeschwerden, die direkt an den Händen auftreten. Nicht selten breiten sich diese Hautbeschwerden auch auf die Arme und die Finger aus und können dadurch den Alltag des Betroffenen deutlich einschränken und auch die Lebensqualität verringern. Weiterhin führt das Handekzem zu einem Ausschlag und weiterhin auch zu einem Juckreiz direkt auf der Haut. Die Haut selbst ist dabei gerötet und kann in einigen Fällen auch schmerzen. Sollten die Beschwerden durch das Handekzem auch in der Nacht auftreten, so kann es zu Schlafbeschwerden und dadurch möglicherweise auch zu Depressionen kommen. Das Handekzem wirkt sich daher sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus. In der Regel kann ein Handekzem mit Hilfe von Antibiotika oder Cremes relativ gut behandelt werden. Die Beschwerden verschwinden dabei schnell und es kommt nicht zu weiteren Komplikationen. Nur in schwerwiegenden Fällen ist eine Behandlung mit Tabletten notwendig. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Handekzem nicht beeinflusst.

Behandlung und Therapie

Ein leichtes und mittelschweres Handekzem ist mit der Hilfe des Hautarztes und einer optimalen Handpflege meist nach wenigen Wochen gut zu bewältigen. Bei schwerwiegenden Fällen gestaltet sich dies schwieriger. Grundsätzlich gilt, dass viel Pflege sehr wichtig ist. Die Haut sollte mit idealen Basispflegen und rückfettenden Cremes oder Salben eingerieben werden. Es gilt, darauf zu achten, dass in den Produkten keine Duft- und Konservierungsstoffe enthalten sind, denn die Haut wird dadurch zusätzlich gereizt.

Baumwollhandschuhe oder allergenarme Kunststoffhandschuhe können die Haut vor äußeren Einflüssen schützen. Natürlich sollten ebenso die Auslöser, chemikalische Reinigungsmittel, ein übermäßiger Wasserkontakt oder sonstige hautschädigende Substanzen gemieden werden. Fettfeuchte Umschläge können den Juckreiz lindern und Handbäder bläschenbildende Ekzeme austrocknen. Bei einer verhornten Haut ist eine harnstoff- oder Salicylsäurehaltige Therapie hilfreich.

Entzündungen werden oftmals mit kortisonhaltigenden Cremes gelindert und sehr schwere Verläufe mit kortisonhaltigen Tabletten oder Antibiotika behandelt. Dies bildet jedoch grundsätzlich die letzte Stufe der Behandlung, wenn andere Versuche erfolglos blieben. Sollten aufgrund von schweren oder hartnäckigen Verläufen stärkere Maßnahmen erforderlich sein, kann ein Präparat mit dem Wirkstoff Alitretinoinzum eingenommen werden. Dieses ist zur Behandlung der chronischen Handekzeme zugelassen.



Vorbeugung

Die wichtigste Basis, um ein Handekzem vorzubeugen, ist, dass die auslösenden Faktoren vermieden werden. Geschieht dies nicht, wird das Handekzem immer wieder auftreten oder gar nicht zu verhindern sein. Zudem ist es ratsam, die Hände mit parfümfreien Seifen zu waschen und sie gut abzutrocknen, insbesondere in den Zwischenräumen der Finger. Eine optimale Handpflege ist das A und O und kann der wichtigste Faktor sein, um ein Handekzem zu vermeiden. Auch hilfreich ist es, bei Tätigkeiten, welche die Haut belasten, Schutzhandschuhe zu tragen.

Ebenso eine Rolle spielt eine gesunde Ernährung. Diese sollte viele frische Bestandteile enthalten, das heißt, Obst und Gemüse. Ausreichend zu trinken, kann eine trockene Haut vermeiden. Des Weiteren sollten Patienten mit einem Handekzem nicht rauchen, da beobachtet werden konnte, dass Raucher im Vergleich zu den Nichtrauchern stets unter schwereren Ekzemen leiden. Durch diese genannten Tipps kann ein Handekzem vermieden werden. Meist ist es zudem erforderlich, dass ein Hautarzt aufgesucht wird, der nützliche Ratschläge geben kann.

Bücher über Ekzeme

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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