Handarthrose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Die Handarthrose ist eine schmerzhafte Erkrankung der Fingergelenke, die durch einen altersbedingten Verschleiß des Knorpelgewebes verursacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Handarthrose?

Die Handarthrose beschreibt eine durch Degeneration bedingte Erkrankung der Hand- und Fingergelenke, im Zuge derer es zu einem Verschleiß von Gelenksknorpeln kommt. Das Risiko, an einer Handarthrose zu erkranken, nimmt ab dem 50. Lebensjahr zu, da es ab diesem Alter vermehrt zu Abnutzungsprozessen der Gelenke kommt, die sich in Rissen und aufgerauhtem Gewebe äußern.

Eine Handarthrose betrifft hauptsächlich die Knorpelstrukturen der Fingermittel- und Fingerendgelenke, des Daumensattelgelenks und der Handgelenke zwischen Elle und Speiche sowie Kahnbein und Speiche. Durch eine rechtzeitige Behandlung und eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten können die Symptome erheblich gelindert und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden. Bei ausbleibender Therapie kann eine Handarthrose enorme Einschränkungen der Lebensqualität bedeuten.

Ursachen von Handarthrose

Die Ursachen der primären Handarthrose liegen vorrangig in einer genetischen Disposition, da in Familien Häufungen dieser Erkrankung beobachtet werden. Da hauptsächlich Frauen nach den Wechseljahren an primärer Handarthrose, insbesondere in den Fingergelenken leiden, wird diese mit Veränderungen im Hormonhaushalt in Verbindung gebracht.

Eine sekundäre Handarthrose tritt als Folge unterschiedlicher Krankheiten wie Borreliose, Gicht, Rheuma, Osteonekrose oder Osteoporose sowie angeborener und durch Unfälle verursachter Gelenksfehlstellungen und Verletzungen des Knorpelgewebes auf. Ein ungesunder Lebensstil, der durch eine einseitige, vitamin- und mineralstoffarme Ernährung, Übersäuerung, Bewegungsmangel und Übergewicht gekennzeichnet ist, erhöht das Risiko, an einer Handarthrose zu erkranken, signifikant.

Langfristige Über- und Fehlbelastungen der betroffenen Gelenke durch Leistungssport und berufliche Tätigkeiten können ebenfalls zu Gelenkverschleiß führen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum, starkes Rauchen und Stress erhöhen das Risiko, an einer Handarthrose zu erkranken.

Symptome und Verlauf von Handarthrose

Typische Symptome einer Handarthrose:

Eine Handarthrose zeigt sich in der Regel zunächst durch Steifheitsgefühle in den Händen, vor allem am Morgen. Im weiteren Verlauf treten die typischen Anzeichen wie heftige Schmerzen in den Fingern oder an der ganzen Hand und damit verbundene Einschränkungen der Beweglichkeit auf. Vor allem die Bildung einer Faust sowie das Ausüben alltäglicher Tätigkeiten wie Heben von Gegenständen oder Öffnen von Flaschen bereitet den Patienten enorme Probleme.

Schwellungen, Rötungen und Überwärmung der betroffenen Gelenke sind ebenfalls charakteristische Symptome einer Handarthrose. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es zu Verdickungen an den Gelenken, die allmählich zu Fehlstellungen der Finger führen. In seltenen Fällen verläuft eine Handarthrose auch völlig schmerzfrei und symptomlos.

Diagnose von Handarthrose

Durch die charakteristischen Anzeichen einer Handarthrose kann der Arzt die Diagnose meist sofort stellen. Die von außen feststellbaren Veränderungen der betroffenen Gelenke, die starken Druckschmerzen und die Einschränkungen in der Bewegung geben Aufschluss darüber, um welche Art der Handarthrose es sich handelt. Durch eine Röntgenuntersuchung kann der Arzt die genauen Verschleißspuren und Gelenksveränderungen und damit das Stadium der Handarthrose feststellen.

Um ursächliche Krankheiten wie Borreliose, Stoffwechselerkrankungen oder Rheuma auszuschließen, werden Blutuntersuchungen vorgenommen. Eine Computertomographie gibt Aufschluss darüber, ob eine Knochenerkrankung wie beispielsweise Osteoporose vorliegt. Um Gicht als Ursache der Handarthrose auszuschließen, kommen Gelenkspunktionen und Kontraströntgenuntersuchungen von Harnwegen und Nieren zum Einsatz.

Behandlung von Handarthrose

Da die, durch den Verschleiß verursachten Schäden der Gelenksknorpel, welche die Handarthrose verursachen, irreversibel sind, zielt die Behandlung darauf ab, die Abnutzung zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern. Bei akuten Schmerzen im Anfangsstadium hat sich die Gabe von entzündungs- und schmerzhemmenden Arzneimitteln auf Basis nicht-steroidaler Antirheumatika erfolgreich bewährt. Um die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu verbessern, kommt in der Regel eine Physiotherapie zum Einsatz.

Starke Schmerzen können mit lokalen Injektionen von Cortison oder Radionuklid gelindert werden. Alternative Behandlungsmethoden wie Magnetresonanz, Akupunktur, Laserstimulation oder Kälteanwendungen bringen in vielen Fällen Erleichterung. Wenn physiotherapeutische oder alternative Maßnahmen und eine Behandlung mit Entzündungshemmern keine Erfolge verzeichnen, muss ein chirurgischer Eingriff als letzte Möglichkeit in Erwägung gezogen werden. Im Zuge einer operativen Enervation werden die für die Schmerzen verantwortlichen Nerven durchtrennt, wobei das Gelenk voll funktionstüchtig bleibt.

Im Falle einer Handarthrose an den Fingergelenken besteht die Möglichkeit einer künstlichen Gelenkprothese, wodurch das betroffene Gelenk wieder beweglich wird. Besteht die Handarthrose am Daumensattelgelenk, kommt oft die sogenannte Epping-Plastik in Form einer partiellen Entfernung des Gelenks und einer gleichzeitigen Sehnenaufhängung zum Einsatz.

Die Umstellung auf basische, überwiegend pflanzliche Kost und die zusätzliche Einnahme von Präparaten mit synthetischen Knorpelbausteinen unterstützen den Körper dabei, den Gelenksverschleiß zu verlangsamen und die Symptome der Handarthrose zu lindern.

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Vorbeugung von Handarthrose

Um der Entstehung einer Handarthrose vorzubeugen, sollten vor allem Frauen mit einer genetischen Disposition auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten und regelmäßig gelenkschonende Sportarten sowie Fingerübungen in den Alltag integrieren. Durch spezielle Übungen können die Durchblutung des Gewebes um den Knorpel angeregt und die Muskulatur der Hände gestärkt werden.

Das Risiko, an einer Handarthrose zu erkranken, kann auch durch den Verzicht auf Alkohol und Nikotin sowie die Reduktion des Genusses von Kaffee erheblich reduziert werden. Die konsequente Vermeidung von einseitiger Belastung der Handgelenke ist eine weitere wichtige Maßnahme, einer Handarthrose vorzubeugen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

hexentanz kommentierte am 02.08.2015 um 08:53 Uhr

Ich bin seit 16 Jahren Ergotherapeutin und habe immer wieder vorwiegend Patientinnen, die leider häufig viel zu spät zu uns in die Ergotherapie kommen. Die kleinen Gelenke der Finger sind im allgemeinen sehr anfällig für Bewegungseinschränkungen. Deshalb ist eine rechtzeitige Überweisung notwendig, um den Menschen die erforderlichen Informationen zur Schonung und zum Bewegungserhalt mit an die Hand zu geben. In der Ergotherapie kommen verschiedene Methoden zum Einsatz wie warm/kalt-Anwendungen, Sensibilität Straubing, passive und aktive Maßnahmen zum Bewegungserhalt u.s.w. Hier nun die Bitte an Hausärzte ihre Patienten bald zum Facharzt zu überweisen, um die entsprechenden Maßnahmen zügig voranzutreiben. Es geht eindeutig um den Erhalt bestmöglicher Lebensqualität. Wollen wir die nicht alle möglichst lange?