Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine der weltweit meistverbreiteten Krankheiten bei Kindern. Doch auch Erwachsene können sich mit dem heimtückischen Virus anstecken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

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Als Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird eine hochansteckende, weltweit verbreitete und sehr häufig vorkommende Viruserkrankung bezeichnet, von der in den meisten Fällen Kinder im Alter von 2 bis 6 betroffen sind. Seltener infizieren sich Säuglinge, ältere Kinder oder Erwachsene. Bei Erwachsenen sind besonders ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem betroffen. Weitere, weniger oft verwendete Bezeichnungen für die Erkrankung sind Hand-Fuß-Mund-Exanthem und Falsche Maul- und Klauenseuche, obgleich keinerlei Verbindung zur echten Maul- und Klauenseuche besteht.

Ursachen

Auslöser für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit sind sogenannte Enteroviren, die praktisch überall in der Umwelt vorkommen können. Diese Art von Viren kann sich ausschließlich im menschlichen Organismus verbreiten, weshalb von der Krankheit betroffene Menschen die primäre Infektionsquelle sind. Die häufigste Form der Übertragung und Ansteckung ist die Schmierinfektion. Dabei werden Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut oder Schleim direkt von einem Menschen auf einen anderen übertragen, wobei auch die Viren mit in den Organismus gelangen.

Weitere Ansteckungsmöglichkeiten sind die gemeinschaftliche Nutzung von Sanitäranlagen wie z.B. Toiletten, da auch Fäkalien von Enteroviren befallen sein können, oder eine Übertragung durch Husten und Niesen, die sogenannte Tröpfcheninfektion. Ein unhygienisches Umfeld sowie der häufige Kontakt mit anderen Kindern wie beispielsweise im Kindergarten oder in Krabbelgruppen stellen das größte Infektionsrisiko für kleine Kinder dar.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit:

Wie der Name schon erahnen lässt, betrifft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in erster Linie die Körperregionen rund um Hände, Füße und Mund. Obgleich dort die offensichtlichen und daher namensgebenden Symptome der Krankheit auftreten, beginnt diese aber ähnlich wie eine Grippe. Anfänglich treten Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit, Halsschmerzen und Appetitlosigkeit auf.

Nach etwa ein bis zwei Tagen entwickeln sich dann zuerst im Mundraum kleine rote Punkte, die sehr schmerzhaft sind und sich in Form und Größe unterscheiden. Betroffen sind dabei zumeist die Zunge, die Mundschleimhaut sowie das Zahnfleisch. Seltener breiten sich die Punkte auch rund um den Mund aus. Kurz nach ihrer Entstehung entwickeln sich die Punkte zu kleinen Bläschen oder Geschwüren, die auch jucken können.

Nur wenige Stunden später treten die schmerzenden roten Punkte auch an Händen und Füßen auf und nehmen dort dieselbe Entwicklung. Die Punkte und Bläschen müssen nicht auf Hände, Füße und Mundbereich beschränkt sein und können auch an Gesäß, Ellenbogen, Knien oder dem Genitalbereich auftreten. Die genannten Symptome treten Schätzungen zufolge nur bei rund 20 Prozent der betroffenen Kleinkinder auf, beim Rest verläuft die Krankheit völlig symptomlos und daher oft unerkannt. Ca. sieben bis zehn Tage nach Auftreten der ersten Symptome ist die Krankheit meist überstanden und vollständig ausgeheilt.

Diagnose

Der Haus- oder Kinderarzt kann bei einem Verdacht auf Hand-Fuß-Mund-Krankheit zumeist sehr schnell und zuverlässig eine Diagnose stellen. In der Regel reichen die Schilderung der Krankengeschichte sowie eine kurze, oberflächliche Untersuchung der Hände, Füße und Mundhöhle, bei der der charakteristische Hautausschlag festgestellt wird, aus. Untersuchungen des Blutes und des Stuhls sind nur dann vonnöten, wenn das Krankheitsbild nicht eindeutig ist und daher Zweifel an einer eindeutigen Diagnose bestehen.

Behandlung und Therapie

Da die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in den meisten Fällen relativ harmlos und ungefährlich verläuft und ziemlich schnell von selbst wieder abheilt, ist eine Behandlung nicht zweckmäßig. Lediglich die oft schmerzhaften und sehr unangenehmen Symptome können gezielt behandelt werden. Gegen die Schmerzen und das Fieber helfen Schmerzmittel sehr zuverlässig.

Allerdings ist dabei auf die Auswahl des richtigen Präparats zu achten, da Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten, bei Virusinfektionen schwere Komplikationen verursachen können. Zu diesen Schmerzmitteln zählen beispielsweise ASS oder Aspirin. Empfehlenswert sind dagegen Mittel, die Paracetamol enthalten. Alternativ können Hausmittel auf natürlicher Basis wie Wadenwickel gegen das Fieber angewendet werden.

Gegen schmerzende und juckende Bläschen im Mund helfen Tinkturen, die entweder auf die betroffenen Stellen aufgetupft oder als Spülung angewendet werden. Um ferner eine Unterversorgung mit Nährstoffen und eine Dehydrierung zu vermeiden, sollte trotz der Schmerzen im Mund darauf geachtet werden, dass das betroffene Kind ausreichend trinkt und isst. Die Nahrungsmittel sollten vorzugsweise kalt oder lauwarm sein, da heiße Speisen zu weiteren Schmerzen an den Bläschen führen.

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Vorbeugung

Da ein von der Hand-Fuß-Mund-Krankheit betroffener Mensch bereits etwa eine Woche vor dem Auftreten der ersten Symptome ansteckend ist, stellt sich eine Vorbeugung als äußerst schwierig da. Erst bei Ausbruch der typischen Symptome wie den roten Punkten werden Kinder sicherheitshalber aus ihren Kindergärten genommen, wobei es dann häufig schon zu spät ist und sich weitere Kinder angesteckt haben.

Sollte ein Kind in der Familie betroffen sein, ist Hygiene das oberste Gebot, um andere Familienmitglieder zu schützen. Regelmäßiges Händewaschen- und desinfizieren gehört ebenso dazu wie das Reinigen von Türklinken und sanitären Anlagen mit antiviralen Reinigungsmitteln. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist zwar ziemlich unangenehm und schmerzhaft, doch mitunter harmlos. Die Verhinderung der weiteren Verbreitung der Krankheit sollte aber oberste Priorität haben, da sie hochgradig ansteckend ist.

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