Hagebutten (Lebensmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
Gesundpedia.deLebensmittel Hagebutten (Lebensmittel)

Hagebutten sind Sammelnussfrüchte, die von verschiedenen Rosenarten stammen und im Spätherbst geerntet werden. Sie können zu Konfitüre, Tee, oder Mus verarbeitet werden.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über wissen

Hagebutten enthalten viel Vitamin C und helfen somit gegen Erkältungen sowie auch bei Hautkrankheiten.

Hagebutten verfügen über einen fleischigen Blütenboden und schmecken süßsauer. Sie wachsen im frühen Herbst und sind die Früchte unterschiedlichster Wildrosenarten. In Deutschland wird sie daher auch als "Dornröschen", Mariendorn oder Frauenrose bezeichnet.

Das Wort "Hag" hat im Mittelhochdeutschen die Bedeutung von "Gehege" oder "Umzäunung", das heißt, die Hagebutten wachsen umhegt in dicken Hecken. Der Strauch kann einige Meter hoch werden und verfügt über gefiederte Blätter und Äste mit Stacheln. Besonders schmackhaft sind die Hagebutten der Kartoffel- und Apfelrosen, sodass diese auch von vielen Gärtnern kultiviert werden. Die Hagebutte gedeiht in Asien und Europa vorzugsweise in Hecken, auf Böschungen oder in Gebüschen. Im Hochsommer tragen die Rosengewächse zartrosa oder weiße Blüten und bis zum Herbst reift dann die rote Frucht heran. Die Früchte verfügen über feine Haare mit Widerhaken und werden daher auch oft als Juckpulver verwendet.

Bedeutung für die Gesundheit

Ein Hagebuttentee kann den Kreislauf ankurbeln und einer Erkältung vorbeugen. Vor allem in Erkältungszeiten kann die Hagebutte auch sehr gut mit anderen Kräutern - wie zum Beispiel mit Lindenblüten - gemischt werden. Linderung schaffen die Früchte auch bei Rheuma.

Der Farbstoff Lycopin trägt außerdem dazu bei, dass das Immunsystem gestärkt wird. Der Körper bildet aus Lycopin Vitamin A, wodurch die Zellen vor Alterungsprozessen und freien Radikalen geschützt werden. Außerdem wirken Hagebutten stimmungsaufhellend und entsäuernd.

Äußerlich kann ein Absud aus den Früchten gegen Zahnschmerzen bzw. Zahnfleischbluten helfen. Des Weiteren kommt die Hagebutte auch bei Arthritis, Arthrose, Ischias, Gicht, Harnsteinen oder Nieren- bzw. Blasenerkrankungen zum Einsatz.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Hagebutten sind äußerst reich an Vitamin C und werden daher auch häufig als "Zitrone des Nordens" bezeichnet. So enthalten beispielsweise 100g der Früchte rund 1250mg Vitamin C. Des Weiteren ist in der Hagebutte auch Lycopin enthalten, ein Antioxidanz, das eine krebsvorbeugende Wirkung hat. Ebenfalls vertreten sind die Vitamine B1 bzw. B2, Magnesium, Eisen, das Provitamin A, ätherische Öle sowie der Ballaststoff Pektin.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 108 kcal/ 452 kj
Eiweiß 3,60 g
Kohlenhydrate 19,30 g
Fett 0,60 g
Wasser 64,80 g
Ballaststoffe 6,00 g
Beta-Carotin 2400 µg
Vitamin 1250 µg

Unverträglichkeiten

Beim Verzehr von Hagebutten kann es auch zu Unverträglichkeiten kommen. So sollten Hagebutten gemieden werden, wenn die Betroffenen unter einer Rosengewächs-Allergie leiden, da hier schon kleinste Mengen eine allergische Reaktion hervorrufen könnten.



Einkaufs- und Küchentipps

Hagebutten können von Ende August bis November gepflückt werden. Wenn sie reif sind, lassen sie sich sehr leicht abzupfen, außerdem gibt ihre Schale dann bei Fingerdruck nach. Oft bleiben die Früchte die ganzen Wintermonate über am Strauch und können dann auch noch im Frühling verzehrt werden. Frische Hagebutten werden nur sehr selten angeboten. Im Reformhaus oder im Supermarkt ist jedoch Hagebuttenmark erhältlich.

Hagebutten sollten nicht zu lange gelagert werden, da sonst der Vitamingehalt bzw. der Geschmack der Früchte verloren geht. Aus diesem Grund ist es am besten, frische Hagebutten nicht länger als zwei bis drei Tage im Kühlschrank aufzubewahren. Werden die Früchte frisch gesammelt, so müssen nach dem Waschen die Stiele und Blütenansätze entfernt werden. Danach werden sie halbiert und von den kleinen Kernen befreit.

Eine andere Möglichkeit der Verarbeitung besteht darin, die Hagebutten zu waschen und sie dann mit etwas Wasser weich zu kochen. Anschließend können sie durch ein feines Sieb passiert werden. Hagebutten sollten nicht roh gegessen werden, da die enthaltene Säure sehr intensiv ist und die Stoffe die Schleimhäute reizen können. Die zerkleinerten Früchte eignen sich aber sehr gut zum Einkochen von Marmeladen und Chutneys und können auch in Fleisch oder Wildgerichten mitgeschmort werden.

Zubereitungstipps

Aus Hagebutten wird sehr häufig Tee zubereitet, man kann sie aber auch für Marmelade, Mus oder einen Hagebuttenwein verwenden. In Schweden wird aus den Früchten eine süße Suppe zubereitet, außerdem werden mit Hagebuttenmark auch die so genannten fränkischen Krapfen gefüllt. Des Weiteren können Hagebutten auch zu Likör verarbeitet werden.

Für einen Tee werden die getrockneten Hagebutten mit heißem Wasser übergossen. Anschließend muss die Mischung 10 Minuten lang ziehen, bevor sie abgeseiht und getrunken werden kann. Für ein Mus werden entkernte und zerteilte Hagebutten mit Wasser übergossen und über Nacht stehen gelassen. Danach sollten die Hagebutten noch 30 Minuten lang gekocht und passiert werden. Für einen Hagebuttenwein müssen die Früchte in Rotwein 14 Tage lang ziehen und werden dann abgeseiht.

Wer eine Marmelade herstellen möchte, entfernt von den Hagebutten die Stielreste und Krönchen und verarbeitet die Früchte in der Küchenmaschine zu einem Brei. Dieser wird passiert, mit Zucker aufgekocht und in Gläser umgefüllt.

Bücher & Produkte zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hagebutten (Lebensmittel)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?