Haarausfall - So funktioniert eine Haartransplantation

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Eine Haartransplantation dient dazu, fehlendes Haupthaar durch die Einsetzung von Haarfollikeln nachwachsen zu lassen. Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren, mit denen Haare transplantiert werden können. Welche Methode letztlich angewandt wird, hängt von der Ausgangssituation ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Haartransplantation?

Bei einer Haartransplantation wird Körperhaar verpflanzt; dies geschieht meist, um Haarausfall zu behandeln. Haarausfall, auch Alopezie genannt, ist bis zu einem gewissen Ausmaß als normal anzusehen. Jeder Mensch verliert täglich zwischen 100 und 300 Haare.

Dieser Vorgang ist jedoch nicht krankhaft, da die Haarfollikel dabei nicht geschädigt werden und das Haar wieder nachwächst. Lieg jedoch eine Alopezie vor, wächst das ausgefallene Haar nicht mehr nach, weil der Haarfollikel nicht mehr richtig arbeitet. So nimmt die Haarmenge stetig ab, bis es zur Glatzenbildung kommt.

In der Mehrheit der Fälle von Haarausfall sind Männer betroffen. Aber auch bei Frauen kann das Kopfhaar ab der Menopause immer weniger werden. Während sich bei Männern meist kahle Stellen bilden, nimmt bei Frauen eher das Haarvolumen über den ganzen Kopf verteilt ab. Eine Haartransplantation eignet sich sowohl für Männer als auch für Frauen und kann dabei helfen, das schütter gewordene Haupthaar wieder aufzufüllen.

Wie entsteht Haarausfall?

Am häufigsten wird eine Haartransplantation aufgrund der sogenannten androgenetischen Alopezie benötigt. Bei dieser erblich bedingten Form des Haarausfalls entwickelt sich eine übermäßige Sensitivität der Haarwurzel gegenüber Testosteron.

Geheimratsecken sind häufig der Beginn von Glatzenbildung.

Die Haarfollikel werden in weiterer Folge immer kleiner und produzieren schließlich nur noch dünne, kurze Vellushaare. Diese beinahe unsichtbaren Härchen fallen entweder ganz aus oder bleiben bestehen.

An dieser Art des Haarausfalls leiden fast nur Männer. Bei Frauen können die Wechseljahre für eine Abnahme der Haardichte verantwortlich sein. Die Hormonumstellung während der Menopause begünstigt nämlich Haarausfall. Ein Defekt des Immunsystems führt zu kreisrundem Haarausfall.

Obwohl die genauen Ursachen für diese Form des Haarausfalls noch unbekannt sind, gilt es als erwiesen, dass dabei körpereigene Immunzellen die Haarfollikel angreifen. Neben der androgenetischen Alopezie und dem kreisrunden Haarausfall gibt es auch den diffusen Haarausfall.

Die Einnahme bestimmter Medikamente, Vergiftungen, Mangelernährung, Hormonumstellungen während der Schwangerschaft oder schwere Infektionskrankheiten sind mögliche Ursachen für diese Art des Haarausfalls. Grundsätzlich ist eine Haartransplantation nur dann sinnvoll, wenn die Haarfollikel dauerhaft geschädigt sind und sich nicht nur in einer Ruhephase befinden.

Wie funktioniert die Haartransplantation?

Prinzip der Haartransplantation.

Es gibt zwei Hauptmethoden, um eine Haartransplantation durchzuführen. Welches Verfahren der Haartransplantation angewandt wird, ist vom Einzelfall abhängig. Das aufwendigere Verfahren ist die Follicular Unit Extraction (FUE).

Dabei werden mittels einer Hohlnadel einzelne Follikel angesaugt und in eine Nährlösung überführt. Danach werden die entnommenen Haarfollikel aufbereitet und an der gewünschten Stelle eingebracht. Wichtig dabei ist, dass der Arzt bei der Haartransplantation die Haarwuchsrichtung beachtet. So wird verhindert, dass die Haare in die falsche Richtung nachwachsen.

Wird eine FUE durchgeführt, werden meist mehrere Sitzungen benötigt, um die Haartransplantation abzuschließen. Da diese Technik sehr zeitintensiv ist, wird sie nur angewandt, wenn es am ganzen Kopf keine dicht behaarten Stellen mehr gibt. So wird verhindert, dass sich durch die Entnahme von Haarfollikeln an anderen Stellen kahle Flecken bilden. Ist ein Haarkranz mit dichtem Haar vorhanden, kann anstatt der FUE eine FUI durchgeführt werden. Diese Methode ist nicht nur um einiges kostengünstiger, sondern auch weniger zeitraubend. In den meisten Fällen ist die Haartransplantation nach nur einer Behandlung abgeschlossen.

Bei der FUI handelt es sich um die sogenannte Streifenentnahme. Diese Methode ist das am häufigsten angewandte Verfahren zur Haartransplantation. Dabei wird ein kleiner Hautstreifen aus einer Stelle im dicht behaarten Haarkranz entnommen. Der entnommene Streifen wird danach aufbereitet. Das bedeutet, dass der Streifen unter dem Mikroskop in follikulare Einheiten unterteilt wird. Diese Einheiten werden danach an den gewünschten Stellen eingesetzt.

Damit die Haartransplantation erfolgreich durchgeführt werden kann, sitzt der Betroffene während der ganzen Prozedur. Nur so hat der Arzt Zugang zum gesamten Kopfbereich. Um eine Haartransplantation durchführen zu können, wird der Betroffene nur leicht narkotisiert und kann nach dem Eingriff wieder nach Hause.

Welche Risiken hat eine Haartransplantation?

Wie jeder Eingriff birgt auch eine Haartransplantation gewisse Risiken. Im Vergleich zu anderen Operationen sind die Gefahren jedoch als gering einzustufen. Da der Patient nur eine leichte Narkose erhält, sind die Risiken dabei minimal. Nur selten treten aufgrund der Narkose Nebenwirkungen auf. Nach der Haartransplantation leiden Betroffene gelegentlich unter Schmerzen; diese können jedoch mit Schmerzmitteln effektiv behandelt werden. Bei einer Haartransplantation besteht grundsätzlich das Risiko, dass die verpflanzten Haarfollikel keine neuen Haare bilden, weil sie nicht richtig anwachsen. Wird das Verfahren der Streifenentnahme angewandt, kann an der Entnahmestelle eine kleine Narbe zurückbleiben. In seltenen Fällen kommt es nach der Haartransplantation zu einer Entzündung der betroffenen Stellen.

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Wie hoch sind die Kosten für eine Haartransplantation?

Die Kosten einer Haartransplantation müssen für jeden Patienten individuell berechnet werden. Allgemein ist es nur schwer möglich, vor dem Eingriff eine genaue Vorhersage der zu erwartenden Kosten zu treffen.

Wie viel die Haartransplantation letztlich kostet, hängt mit der angewandten Methode zusammen. So ist die Transplantation von einzelnen Haarfollikeln um einiges aufwendiger und damit auch teuer als die Streifenmethode, bei der gleich mehrere Follikel auf einmal verpflanzt werden.

Für Haartransplantationen sind grundsätzlich Dermatologen zuständig, da es sich bei Haaren um Anhängsel der Haut handelt. Eine Haartransplantation kann sowohl in dermatologischen Ambulanzen als auch bei niedergelassenen Dermatologen durchgeführt werden. Im günstigsten Fall kostet eine Haartransplantation etwa 2000€.

Die letztlich anfallenden Kosten sind nicht unbedingt von der Größe der zu behandelnden kahlen Stelle abhängig, sondern vor allem vom notwendigen Zeitaufwand für die Transplantation.

So kann bereits die Behandlung eines Haaransatzes die Verpflanzung von mehreren Hundert follikularen Einheiten bedeuten. Meist wird von den behandelnden Dermatologen ein Preis pro eingesetzter follikularer Einheit (Graft) angegeben. Der Preis pro Graft liegt zwischen 3, 50 - 12 Euro. Insgesamt können bei einer Haartransplantation Kosten von bis zu 10 000€ entstehen.

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