Hüftgelenkspfanne

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Bei der Hüftgelenkspfanne handelt es sich um den knöchernen Anteil des Hüftgelenks, der vom Becken gebildet wird. Sie ist wichtig für die Bewegung des Oberschenkelkopfes.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) wird in der Medizin auch als Hüftpfanne oder Beckenpfanne bezeichnet. Der lateinische Fachbegriff Acetabulum bedeutet „Essignäpfchen“. So weist die Hüftgelenkspfanne Ähnlichkeit mit einem Essignäpfchen aus dem alten Rom auf. Diese Napfform gestattet es, den Kopf des Oberschenkelknochens (Os femoris) aufzunehmen. Darüber hinaus ermöglicht die Gelenkpfanne aufgrund von Muskelkontraktionen multidirektionale Bewegungen des Oberschenkelkopfes.

Anatomie

Die Hüftgelenkspfanne stellt eine Einsenkung in Form einer Halbkugel dar und befindet sich im Lateralteil der zugehörigen Beckenhälfte. Da sie der Aufnahme des Oberschenkelkopfes dient, bildet sie einen wichtigen Teil des menschlichen Hüftgelenks (Articulatio coxae). Das Hüftgelenk verbindet wiederum den Oberschenkelknochen beweglich mit dem Becken (Pelvis).

Getrennt werden die beiden Strukturen durch eine Knorpelschicht von einigen Millimetern. Auf diese Weise lassen sich gleitende Bewegungen ermöglichen. Weil das Hüftgelenk die Form einer Kugel hat, gehört es ebenso wie die Fingergrundgelenke und das Schultergelenk zu den Kugelgelenken.

Die Zusammensetzung der Hüftgelenkspfanne besteht aus sämtlichen drei Hüftknochen. Dabei handelt es sich um das Schambein (Os pubis), das Sitzbein (Os ischii) sowie das Darmbein (Os ilium). Diese Knochen sind zudem wichtig für die Bildung des Beckens und stoßen im Zentrum der Hüftpfanne aufeinander. Dabei wird von ihnen eine Fuge gebildet, die wie der Buchstabe Y aussieht.

Im Verlauf der Ontogenese kommt es zum Verknöchern der knorpeligen Fuge. Das Darmbein bildet sozusagen das Dach der Hüftgelenkspfanne. Dagegen stellen Schambein und Sitzbein ihr Vorder- und Hinterteil dar. Am meisten trägt das Sitzbein zum Aufbau der Hüftgelenkspfanne bei.

Wie ein Napf senkt sich die Hüftpfanne in das Becken des Menschen ein. Die Ränder setzen sich wie bei einem Krater von den benachbarten Beckenknochen ab. Die verdickte Knochenkante, Limbus acetabuli genannt, verläuft ungleichmäßig umher und bildet eine Anhaftung für die Faserknorpellippe. Diese bewirkt das Verkleinern der Hüftgelenkspfanne und sichert die Stabilität des Femurkopfs innerhalb der Pfanne.

Unweit des Schambeinloches (Foramen obturatum) wird die Hüftgelenkspfannenwand durch den Incisura acetabuli, einen Spalt, unterbrochen. Durch diesen Spalt erhält die Hüftpfanne das Aussehen einer Halbkugel. Die restliche Region umfasst das Ligamentum transversum acetabuli. In der Mitte der Hüftgelenkspfanne kommt die Fossa acetabuli vor, bei der es sich um eine flache Grube handelt. Dort setzt zudem das Ligamentum teres femoris an. Dieses sorgt für das Verbleiben des Oberschenkelknochens innerhalb der Gelenkpfanne.

Funktion

Als wichtigste Funktion der Hüftgelenkspfanne gilt das Herstellen einer beweglichen Verbindung zwischen dem Becken und dem Oberschenkelknochen. Dadurch kommt es zu einer weitreichenden Bewegungsfreiheit, die überaus wichtig für die menschliche Fortbewegung ist. Die Kugelform des Hüftgelenks bewirkt dabei für den Oberschenkelknochen drei Freiheitsgerade, wodurch sich dieser in sechs verschiedene Richtungen bewegen kann.

Zu den Bewegungsmöglichkeiten des Oberschenkelknochens zählen das Strecken (Extension), das Beugen (Flexion), das Heranführen (Adduktion) sowie das Abspreizen (Abduktion). Weitere Optionen sind die Außenrotation (Ausdrehen) und die Innenrotation (Eindrehen).

Ein wenig eingeschränkt werden die Bewegungsmöglichkeiten der Hüftgelenkspfanne allerdings durch deren knorpelige und knöcherne Führung. Das Bewegen des Oberschenkelknochens in eine Richtung erfolgt durch spezielle Muskeln, deren Arbeitsweise teilweise antagonistisch verläuft. Damit die Hüftgelenkspfanne ihren üppigen Bewegungsraum ausspielen kann, verfügt sie über einen ausgeprägten Bänderapparat.



Erkrankungen der Hüftgelenkspfanne

Es gibt verschiedene Erkrankungen, die das menschliche Hüftgelenk in Mitleidenschaft ziehen können. Dazu zählen in erster Linie angeborene und entzündliche Erkrankungen. Besonders häufig zeigt sich die Coxarthrose. Diese macht sich durch eine Rückentwicklung und Entzündung des Gelenkknorpels bemerkbar. Neben Schmerzen leiden die betroffenen Personen auch unter Bewegungseinschränkungen.

Eine weitere Entzündungserkrankung der Hüftgelenkspfanne stellt die Coxitis fugax dar. Von diesem Leiden sind besonders Kinder und Jugendliche betroffen. Als typische Symptome gelten eine beschränkte Hüftrotation, Hinken und Knieschmerzen.

Eher selten zu verzeichnen sind abgeflachte Hüftgelenkspfannen. Diese werden entweder durch Entwicklungsstörungen bei kleinen Kindern oder bei älteren Menschen hervorgerufen. Eine frühzeitige Arthrose des Hüftgelenks kann eintreten, wenn durch eine Hüftdysplasie der Oberschenkelkopf aus der Hüftgelenkspfanne hinaus gleitet, was wiederum zu einer dauerhaften Fehlbelastung führt.

Als weiteres Problem gilt das Vorwölben der Hüftgelenkspfanne und des Kopfes des Oberschenkelknochens. Dabei werden die Bewegungen des Oberschenkels eingeschränkt. So können die Betroffenen ihr Bein nur noch schwer beugen und strecken.

Auch aufgrund von Verletzungen wird die Hüftgelenkspfanne nicht selten beeinträchtigt. Durch die unmittelbare Einwirkung von Gewalt besteht die Gefahr einer Acetabulumfraktur. Dabei kommt es zu einem Bruch der Hüftpfanne, die oftmals mit einer Hüftgelenksluxation verbunden ist.

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