Hüftgelenksarthrose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Eine Hüftgelenksarthrose ist häufig eine über das übliche Maß an altersgemäßer Abnutzung hinaus gehende Verschleißerscheinung des Hüftgelenks. Der zwischen Kugel und Pfanne des Hüftgelenks bestehende Gelenkspalt ist dann deformiert oder extrem verkleinert. Die Knorpel im Umfeld haben unebene Ränder.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hüftgelenksarthrose?

Die Hüftgelenksarthrose ist eine der häufigsten Arthroseformen überhaupt. Unter dem Begriff versteht man jedoch alle degenerativen Erkrankungen des Hüftgelenks. Sie können schon durch angeborene Störungen entstehen. Stoffwechselstörungen oder Durchblutungsstörungen können maßgeblich beteiligt sein. Weiterhin kann neben dem übermäßigen Verschleiß auch ein Unfall Hüftgelenksarthrose auslösen.

Das Erkrankungsbild zeigt die zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpels. Auch die Gelenkkapsel, Knochen und die umgebende Muskulatur wird schrittweise immer stärker geschädigt. Ist die Ursache der Arthrose nicht bekannt, so handelt es sich zumeist um eine primäre Hüftarthrose, die sich erst zwischen dem 50. Und 60. Lebensjahr entwickelt. Sie ist häufig beidseitig. Die einseitig ausgebildete Hüftgelenksarthrose kann sich dagegen schon in früherem Lebensalter schmerzhaft bemerkbar machen.

Ursachen von Hüftgelenksarthrose

Bei einer Hüftgelenksarthrose ist der Gelenkknorpel im Hüftgelenk, welcher normalerweise ein Leben lang funktionstüchtig sein sollte, nicht mehr funktionsfähig. Wird er nicht überbelastet und ausreichend ernährt, so bleibt er es auch. Es wird vermutet, dass eine Fehlernährung den Gelenkknorpel schwächen kann. Überbeanspruchung und Fehlbelastung zählt wie auch mangelnde Bewegung zu den Ursachen.

Die Ursachen für die primäre Hüftgelenksarthrose, die in einem höheren Lebensalter beginnt, sind noch weitgehend unbekannt. Erklärungsansätze zielen auf die angeborene Minderwertigkeit des Gelenkknorpels. Es dauert jedoch auch sehr lange, ehe sich Schädigungen des Gelenkknorpels auswirken. So können sich in der Jugend zugezogene Schädigungen erst im Alter bemerkbar machen.

Weiterhin wird in einem alternden Gelenkknorpel nicht mehr so viel Wasser gespeichert. Die Stoffwechselprozesse im älteren Körper sind verlangsamt. Der alternde Knorpel ist zudem anfälliger für Schädigungen. Auch Übergewicht kann eine Hüftgelenkarthrose begünstigen. Frauen erkranken vor allem nach den Wechseljahren deutlich häufiger als Männer. Zu den weiteren Ursachen gehören Fehlstellungen der Gliedmaßen, beispielsweise X-Beine. Unfälle oder Vergiftungen zählen gleichfalls dazu.

Symptome und Verlauf von Hüftgelenksarthrose

Da sich bei diesem Krankheitsbild der Hüftgelenksarthrose der Gelenkknorpel immer mehr zurückbildet, können die Reibungen starke Schmerzen verursachen. Der bei Bewegung entstehende Druck wird nicht mehr gleichmäßig auf die umgebenden Knochen verteilt. Es kommt zu schmerzhaften Beanspruchungen der Knochen. Das Gelenkumfeld kann deformiert sein. Es bilden sich neue knöcherne Strukturen. Bei fortgeschrittener Arthrose ist dann die Gelenkkapsel betroffen.

Symptomatisch kann sie sich verhärten oder sogar verknöchern. Auch die Muskulatur um das Gelenk schrumpft oder bildet Narbengewebe. Alle Symptome im Verlauf verursachen belastungsabhängig extreme und unerträgliche Schmerzen. Verändern sich Knochen, Knorpel und Gelenk, so kann man nicht mehr ausbalanciert stehen und laufen. Mit einer Schonhaltung werden schmerzverursachende Belastungsbereiche des Gelenks vermieden. Dauerhaft verursacht sie weitere Probleme, da das Kräftegleichgewicht der gesamten Muskulatur empfindlich gestört wird.

Diagnose von Hüftgelenksarthrose

Die körperliche Untersuchung bei einer Hüftgelenksarthrose ist zumeist eher unauffällig. Das Gangbild ist auffälliger, die Standphasen sind verkürzt und es kann zu einem Entlastungshinken oder einer Außenrotation des Fußes kommen. Weiterhin können Patienten Druckschmerz an der Hüftaußenseite empfinden, der durch eine Überbelastung von Muskeln verursacht wird. Die Röntgendiagnostik ist das zentrale Hilfsmittel, um eine Hüftgelenksarthrose zweifelsfrei diagnostizieren zu können. Es können Deformationen allerart erkannt werden.

Behandlung von Hüftgelenksarthrose

Im Anfangsstadium einer Hüftgelenksarthrose ist eine konservative Therapie zumeist ausreichend. Krankengymnastik und Physiotherapie helfen, die Symptome zurück zu drängen und einen operativen Eingriff vorerst vermeidbar zu machen. Weiterhin gehört zur konservativen Therapie überwärmende Maßnahmen wie Fangopackungen oder heiße Wickel. Ultraschalltherapie oder Kurzwellentherapie können sinnvoll sein.

Weiterhin helfen Heilbäder, das Schwimmen entlastet die Gelenke und fördert die Durchblutung. Auch werden verschiedene Medikamente eingesetzt, um die Schmerzen zu lindern und Entzündungen im Gelenk zu beseitigen. Sehr wichtig ist das Normalgewicht. Übergewicht kann die Arthrose in kürzester Zeit maximal verschlimmern und sollte deshalb beseitigt werden. Die Gewichtsreduktion sollte gleich am Anfang der konservativen Therapie stehen und gegebenenfalls mit professioneller Hilfe erfolgen.

Ist die Hüftgelenksarthrose schon weit fortgeschritten, kann meist nur noch ein operativer Eingriff helfen. Für die operative Therapie stehen mehrere Verfahren zur Verfügung. Häufig wird sich für das Einsetzen eines neuen Hüftgelenks entschieden. Alternativ verändert eine Umstellungsosteotomie die Einstellung des Hüftkopfes zur Hüftpfanne. Weiterhin kann auch eine bewusst herbeigeführte Versteifung des Gelenks sinnvoll sein. Selten wird operativ der Hüftkopf und Teile des Schenkelhalses komplett entfernt, eine sogenannte Girdlestone-Operation. Ein Verfahren, das nur bei starken Entzündungen angewendet wird.

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Vorbeugung von Hüftgelenksarthrose

Es ist möglich, der altersbedingten Hüftgelenksarthrose vorzubeugen, indem man den Gelenkknorpel so widerstandsfähig wie möglich erhält. Dazu gehört eine gesunde Ernährung mit viel Wasser und möglichst viel Bewegung. Fahrrad fahren oder schwimmen sind gut geeignete Möglichkeiten.

Weiterhin sollte man unbedingt vorbeugen, indem man die Hüftgelenke nicht zu sehr strapaziert. Einseitige Dauerbelastungen können sich ungünstig auswirken. Gleichfalls fehlerhaftes Muskeltraining oder häufige Verletzungen im Mannschaftssport. Die beste Vorbeugung ist ein gesundes, ausbalanciertes Leben zu führen – ohne Übergewicht und mit vielen sportlichen Aktivitäten.

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