Hüft-TEP

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Juli 2016
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Als Hüft-TEP wird das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes bezeichnet. Es handelt sich dabei nicht um einen Teilersatz, sondern um eine Endoprothese. Das Hüftgelenk wird vollständig durch künstliche Materialien ersetzt. Derartige Prothesen werden in Deutschland jährlich etwa 200.000 eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hüft-TEP?

Bei einer Hüft-TEP wird der Gelenkkopf der Hüfte vollständig durch ein künstliches Implantat ersetzt. Der natürliche Knorpel muss bei diesem Eingriff entfernt werden. Anschließend wird das künstliche Gelenk eingesetzt. Der umfangreiche operative Eingriff soll den Patienten ein schmerzfreies Leben ermöglichen. Damit ein künstliches Hüftgelenk dauerhaft beansprucht werden kann, liegt der Fokus auf der Verwendung hochwertigen Materialien. Meist sind die Gelenkpfannen, die im Hüftknochen eingesetzt werden, mit Keramik oder Polyethylen ausgekleidet. Das Implantat selbst umgibt eine Titanlegierung. Damit das Implantat sicher fixiert werden kann, wird während einer Hüft-TEP der Oberschenkelknochen im oberen Teil entkernt.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Hüft-TEP:

Am häufigsten wird eine Hüft-TEP durchgeführt, wenn es zu Abnutzungserscheinungen des Hüftgelenks gekommen ist. Hat der Knorpel sich abgenutzt, dann ist kaum noch Gelenkflüssigkeit vorhanden. Der Betroffene spürt starke Schmerzen, wenn der Gelenkkopf in der Gelenkpfanne reibt. Es kommt zu einem fortschreitenden Verschleiß des Gelenks. Bei einer fortschreitenden Arthrose ist die Hüft-TEP die einzige Möglichkeit, um die Beschwerden des Patienten gezielt zu behandeln.

Weiterhin können durch eine Hüft-TEP Beine vor einer Amputation bewahrt werden. Ist der Oberschenkelhalsknochen von einer Nekrose betroffen, dann würde das Knochengewebe absterben. Dies kann mit dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes verhindert werden. Nicht nur ein Verschleiß kann den Eingriff notwendig machen. Auch bei Entzündungen des Gelenks, welche durch Rheuma oder Bakterien entstehen können, ist eine Hüft-TEP angezeigt. Weiterhin ist der Eingriff üblich bei angeborenen oder erworbenen Fehlbildungen der Hüfte oder wenn das Hüftgelenk auf Grund von Übergewicht permanent überlastet wird. Immer wieder sind auch Unfälle die Ursache für die Durchführung des Eingriffs.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Die Hüftprothese ist aus zwei Teilen aufgebaut. Auf einem Stiel, welcher im Oberschenkelhalsknochen fixiert wird, befindet sich der runde Hüftkopf. Das Gegenstück bildet eine Art Schale. Um eine Hüft-TEP sicher zu befestigen, sind zwei Varianten üblich. Dabei wird mit oder ohne Zement gearbeitet. Bei jüngeren Patienten wird die Methode bevorzugt, welche ohne Zement auskommt. Denn nach zehn bis fünfzehn Jahren müssen Hüftprothesen in der Regel ausgetauscht werden und die Befestigung ohne Zement erleichtert diesen wiederholten Eingriff.

Die Befestigung erfolgt in diesem Fall durch Verschraubung mit dem Knochen. Der Knochen wächst mit der Zeit an der Oberfläche der Prothese an und ist so fest und dauerhaft mit der Hüft-TEP verbunden. Die Hüft-TEP kann auch mit Hilfe eines speziellen Zements mit dem Knochen verbunden werden. Sogenannte Hybridprothesen verbinden beide Verfahren. Während der Schaft mit Zement befestigt wird, wird die Gelenkpfanne verschraubt.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Im Vorfeld einer Hüftoperation werden eine ganze Reihe von Untersuchungen anstehen. Es handelt sich um einen umfangreichen Eingriff und die Untersuchungen sollen sicherstellen, dass der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes definitiv notwendig ist. Der Arzt wird dem Patienten umfassend untersuchen, röntgen und darüber aufklären, welche Form der Prothese am geeigneten erscheint. Anhand der Röntgenbilder wird in der Regel eine Computerskizze angefertigt.

Somit kann die Hüft-TEP individuell auf den Patienten abgestimmt werden und mögliche operative Risiken und Komplikationen werden gering gehalten. Im Vorfeld der OP wird der Arzt möglicherweise auch zu einer Eigenblutspende raten. Sollte es im Rahmen des Eingriffes notwendig werden, kann der Patient mit seinem eigenen Blut versorgt werden. Diese Methode wird von vielen Patienten bevorzugt und schützt zudem vor Infektionen mit Fremdblut.

Entscheidend von der Mitarbeit des Patienten abhängig ist bei einer Hüft-TEP die Nachsorge. Nach einem Krankenhausaufenthalt von etwa einer Woche beginnt die Rehabilitation. Zunächst wird der Patient an Krücken gehen, um das Gelenk noch nicht voll belasten zu müssen. Gezielte Krankengymnastik kräftigt die Hüftmuskulatur und sollte bereits unmittelbar nach dem Eingriff beginnen. In den ersten Wochen nach der Operation sollten sich die Patienten ausreichende Ruhephasen gönnen und keine abrupten Bewegungen ausführen. Keilförmige Sitzkissen oder spezielle Sitzerhöhungen können im Alltag Erleichterungen bringen.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor dem Einsatz der Hüft-TEP wird der behandelnde Arzt das Implantat in Größe, Material, Kopfgröße oder Schaftstärke auf den Patienten abstimmen. Der operative Eingriff wird unter Vollnarkose oder lokaler Spinalanasthäsie durchgeführt. Der Patient wird in Seitenlage operiert. Das betroffene Bein ruht in einem speziellen Lagerungskissen und kann während der Operation bewegt werden, um den Eingriff zu überwachen und das spätere Ergebnis besser kontrollieren zu können. Für den Eingriff ist ein etwa zehn Zentimeter langer Hautschnitt notwendig. Der Operateur wird den Hüftkopf entfernen und die Gelenkpfanne entsprechend bearbeiten. Anschließend wird das künstliche Hüftgelenk mit dem Knochen verschraubt oder einzementiert und die Wunde durch Nähte geschlossen.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten für eine Hüft-TEP variieren und richten sich nach den verwendeten Materialien, der eingesetzten OP-Technik und dem individuellen Beschwerdebild des Patienten. Die gesetzlichen und privaten Kassen übernehmen alle anfallenden Kosten für den Eingriff. Der Patient muss lediglich die gesetzliche Zuzahlung für den Krankenhausaufenthalt in Höhe von zehn Euro täglich entrichten. Beansprucht der Patient Wahlleistungen und besitzt selbst keine Zusatzversicherung, dann muss er dies aus eigener Tasche zahlen. Von den Kassen bezahlt wird auch die sich an den Krankenhausaufenthalt anschließende Rehabilitation.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

Der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes ist ein schwerwiegender operativer Eingriff. Dabei treten typische Operationsrisiken wie Infektionen oder Blutverlust auf. In seltenen Fällen kann es auftreten, dass die künstliche Hüfte durch Bakterien infiziert ist. Ebenso kann es vorkommen, dass sich die Prothesen vorzeitig zu lockern beginnen. Leidet der Betroffene Wochen oder Monate nach dem Eingriff erneut unter Schmerzen, dann kann eine Knochenneubildung dafür verantwortlich sein. Diese periartikuläre Ossifikation tritt in unmittelbarer Nachbarschaft der Hüft-TEP auf. Diesen Knochenneubildungen kann mit einer Behandlung durch ionisierende Strahlung mit Linearbeschleuniger vorgebeugt werden. Übergewicht oder Osteoporose sind Faktoren, welche eine Lockerung des künstlichen Hüftgelenkes begünstigen.

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