Grippe (Influenza)
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Die Grippe (Influenza) wird auch als "echte" Grippe oder Virus-Grippe bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine plötzlich einsetzende Infektion der Atemwege durch Influenza-Viren. Im Gegensatz zur schleichend beginnenden Erkältung ist bei einer Influenza der plötzliche Krankheitsbeginn typisch. Klassische Symptome sind: hohes Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Husten, Schüttelfrost und das Gefühl der totalen körperlichen Erschöpfung .
Definition Grippe (Influenza)
In den meisten Fällen handelt es sich dabei aber nicht um Influenzaviren und auch nicht um eine "echte Grippe", sondern nur um harmlose Erkältungskrankheiten. Die Medizin spricht in diesen Fällen von einem "grippalen Infekt".
Davon abzugrenzen ist die Influenza. Das Virus wird von einem infizierten Individuum (Mensch, Tier) in eine Population eingebracht und breitet sich oftmals sehr schnell von Mensch zu Mensch aus.
Solche explosionsartigen Epidemien wirken zunächst sehr gefährlich, werden aber in den allermeisten Fällen durch das menschliche Immunsystem wirksam bekämpft und bleiben daher zeitlich und räumlich begrenzt.
Ursachen von Grippe (Influenza)
Für den Verlauf einer Virusepidemie ist aber immer auch die Immunitätslage der Bevölkerung entscheidend: Grundsätzlich geht: Wenn das Immunsystem vieler Menschen bereits Kontakt mit einem ähnlichen, schwächeren Virus hatte, bleibt die erneute Infektion harmlos.
Gefährlich sind vor allem neuartige Subtypen, die beispielsweise in manchen Fällen durch wenige Mutationen das "Überspringen" vom Tier (Schwein, Vogel etc.) auf den Menschen "erlernen" und dort auf ein völlig unvorbereitetes Immunsystem treffen.
Auch der Immunstatus jedes Einzelnen spielt natürlich eine Rolle. Die Influenza wird für einen gesunden Erwachsenen nur selten gefährlich, fordert aber jedes Jahr viele Todesopfer in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder auch bei kleinen Kindern. Grundsätzlich gehört jeder an "echter" Grippe Erkrankte in ärztliche Betreuung.
Symptome und Verlauf von Grippe (Influenza)
Mögliche Symptome einer "echten" Virus-Grippe (Influenza):
- plötzlicher Krankheitsbeginn
- ausgeprägte körperliche Krankheitszeichen
- totale Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- Schüttelfrost
Die Viren vermehren sich innerhalb der ersten fünf Tage nach Infektion auf der Schleimhaut der Nase und führen dann dort zu ersten Symptomen wie Schnupfen. Sehr früh kommt es zum Auftreten von Fieber, was die Erkrankung oftmals von den harmlosen grippalen Infekten abgrenzt.
Kopf- und Gliederschmerzen kommen oft hinzu sowie Schüttelfrost beim Fieberanstieg und vermehrtes Schwitzen danach. Wer diese Symptome an sich bemerkt, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.
Oft ist das Immunsystem des Körpers infolge einer Virus-Grippe stark beeinträchtigt. Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Risiko für das Eindringen von anderen Krankheitserregern (z.B. Bakterien). Insbesondere bei Personen mit bereits vorhandenen Grunderkrankungen (Herz-Kreislauf-Lungen-Erkrankungen, Immunschwäche) steigt die Gefahr von Sekundärinfektionen. Im schweren Fällen führt eine Influenza-Grippe zu Muskelentzündung, Herzmuskelentzündung, Lungenentzündung oder weiteren Infektionskrankheiten.
Diagnose von Grippe (Influenza)
Die Diagnose einer Grippe (Influenza) ergibt sich in der Regel aus den typischen Krankheitszeichen. Neben der Patientenbefragung (Anamnese) erfolgt die ausführliche körperliche Untersuchung durch den Arzt.
Obwohl die Diagnose, besonders in Zeiten epidemieartigen Auftretens der Krankheit, allein anhand der Symptomatik gestellt werden kann, ist es wichtig, einen Virusnachweis im Labor zu erbringen. Mögliche Untersuchungsmethoden sind Abstriche von Nasen- und Rachenschleimhaut sowie die Blutanalyse.
Außerdem kann ein Influenza-Schnelltest (Teststreifen), innerhalb weniger Minuten, Aufschluss über eine mögliche Infektion geben. Nicht nur zur Sicherung der Diagnose, sondern auch zur ständigen Modifikation der bestehenden Impfstoffe spielen diese Nachweise eine große Rolle.
Behandlung von Grippe (Influenza)
Lediglich bakterielle zusätzliche Infektionen, so genannte Sekundärerkankungen (z.B. Lungenentzündung) können mit Antibiotika behandelt oder prophylaktisch vermieden werden.
Eine Behandlung mit antiviralen Mitteln (z.B. Neuramidase-Hemmer) kann oftmals zumindest die Erkrankungsdauer verkürzen, wenn innerhalb der ersten 48 Stunden nach Symptombeginn therapiert wird.
Symptome wie Fieber oder Schmerzen lassen sich mit Schmerzmitteln lindern. Neben ärztlichen Therapiemaßnahmen kann auch der Betroffene selbst einiges tun, um das Immunsystem zu stärken und die Erkrankung zu verkürzen. Dazu gehören Bettruhe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und vitaminreiche Kost.
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