Gräserpollen-Allergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. September 2017
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Die Gräserpollen-Allergie zählt zu den am häufigsten vorkommenden Allergieformen. Besser bekannt ist sie auch als Heuschnupfen. Dabei leiden die betroffenen Personen unter allergischen Reaktionen gegen spezielle Gräser. Die Gräserpollen-Allergie zeigt sich immer wieder an ganz bestimmten Jahreszeiten während der Pollenflugzeiten. Neben Heuschnupfen leiden die Allergiker zudem unter Niesreiz, Augenbrennen und Augentränen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gräserpollen-Allergie?

In der Medizin wird die Gräserpollen-Allergie als allergische Rhinitis oder Heuschnupfen bezeichnet. Gemeint ist damit eine überschießende Reaktion des menschlichen Abwehrsystems gegenüber speziellen Gräsern. Zu den häufigsten auslösenden Gräsern in Europa gehören das Deutsche Weidelgras, das Gewöhnliche Ruchgras, das Wiesenlieschgras, das Wiesenrispengras sowie das Wiesenknäuelgras.

Die Gräserpollen-Allergie entsteht in der Regel schon im frühen Kindesalter und kann jahrzehntelang andauern, wobei beträchtliche Einschränkungen der Lebensqualität drohen. So ist es kaum möglich, die warme Jahreszeit in Frühling und Sommer zu genießen, da in diesem Zeitraum die Gräserpollen unterwegs sind. In manchen Fällen geht aus der Gräserpollen-Allergie auch allergisches Asthma hervor.

Ursachen

Hervorgerufen wird eine Gräserpollen-Allergie durch eine Überempfindlichkeit des Organismus auf bestimmte Substanzen. Häufig spielt auch eine genetische Veranlagung eine wichtige Rolle. Dennoch müssen Kinder von Allergikern nicht zwangsläufig ebenfalls an einer Allergie erkranken. In der Diskussion der Verursacher steht zudem die moderne Lebensweise des Menschen.

Eine Allergie gegen Gräserpollen wird durch das menschliche Immunsystem ausgelöst, das auf die harmlosen Gräserpollen wie auf Krankheitserreger reagiert. Daher entwickelt es zum Schutz des Körpers Antikörper und lässt den Organismus gegen die Gräserpollen vorgehen.

Nach der Sensibilisierung während des ersten Kontakts mit einer Gräserpollenart kommt es nach der zweiten Begegnung zu einer allergischen Reaktion. Dabei werden verschiedene Botenstoffe freigesetzt, zu deren wichtigsten das Histamin zählt. Die allergische Reaktion besteht in einem Heuschnupfen, der sich auf die Atemwege der betroffenen Person auswirkt. Der Heuschnupfen zeigt sich aber nur dann, wenn die auslösenden Pollen Saison haben.

Gräserpollen lösen bei manchen Menschen eine allergische Reaktion aus. Betroffene leiden dann oft unter einer verstopften und kribbelnden Nase sowie unter geschwollenen und geröteten Augen.

Wann zum Arzt?

Beim Verdacht auf eine Gräserpollen-Allergie sollte – auch wenn die Beschwerden nur schwach ausgeprägt sind – ein Arzt zurate gezogen werden. Der Mediziner wird einen Allergietest durchführen und kann rasch feststellen, ob eine Allergie vorliegt. Durch eine frühzeitige Therapie kann die Lunge zum einen vor bleibenden Schäden geschützt werden. Zum anderen lassen sich die Beschwerden effektiv lindern, wodurch sich auch das Wohlbefinden schnell verbessert. Wer im Freien unter einer laufenden Nase, Schnupfen und Juckreiz leidet, ist höchstwahrscheinlich allergisch und sollte dies umgehend abklären lassen.

Auch Hautrötungen, Pusteln, brennende Augen und Reizungen der Atemwege gehören zu den typischen Warnzeichen einer Gräserpollen-Allergie. Es empfiehlt sich, umgehend einen Allergietest durchführen zu lassen. Begleitend zur Diagnose wird der Arzt dem Allergiker einen Allergie-Ausweis aushändigen. Sollte es dann einmal zu einem medizinischen Notfall kommen, können Ersthelfer sofort die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Beschwerden zu lindern. Bei einem allergischen Schock sollte dennoch immer der Notarzt gerufen werden. Dies gilt vor allem bei allergischem Asthma oder einem Kreislaufzusammenbruch.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Pollenallergie:

Die Gräserpollen-Allergie ruft unterschiedliche Symptome hervor. Nicht selten kommt es zu einer Verwechslung zwischen Heuschnupfen und grippalen Infekt (Erkältung). So sind sich die Beschwerden zum Teil sehr ähnlich. Besonders heftig wirkt sich die Gräserpollen-Allergie in der Nasenregion aus. So leidet der Allergiker unter Juckreiz in der Nase, Fließschnupfen, einer Verstopfung der Nase, starken Niesanfällen sowie einer ausgetrockneten Nasenschleimhaut. Doch auch die Augen des Patienten werden in Mitleidenschaft gezogen. Dies macht sich durch ein Brennen an den Augen, starkes Augentränen und Juckreiz der Augen bemerkbar. Außerdem kann eine allergische Bindehautentzündung auftreten.

Schließlich zeigen sich auch Beschwerden in Hals, Rachen und Lunge. Dazu gehören Halskratzen, Halsschmerzen und Reizhusten. In schweren Fällen besteht das Risiko von Atemproblemen oder eines Asthmaanfalls. Diese Symptome weisen große Ähnlichkeit mit einer Erkältung auf. Allerdings zeigen sie sich nach dem Kontakt mit den Gräserpollen sehr viel schneller als bei einem grippalen Infekt.

Eine Gräserpollen-Allergie und der mit ihr verbundene Heuschnupfen halten zumeist ein ganzes Leben lang an. Außerdem drohen ohne eine Behandlung asthmatische Beschwerden. Es ist aber durchaus möglich, dass sich die Beschwerden mit ansteigendem Lebensalter bessern. Eine Linderung der Symptome ist auch durch eine spezielle Hyposensibilisierung möglich.

Diagnose

Liegt Verdacht auf eine Gräserpollen-Allergie vor, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser verfügt über die Möglichkeit, mithilfe von speziellen Allergietests den genauen Urheber der Beschwerden aufzuspüren. Wichtigster Test dieser Art ist der Prick-Test. Bei diesem Verfahren werden unterschiedliche Pollenextrakte auf dem Unterarm oder dem Rücken des Patienten aufgebracht. Danach ritzt der Arzt die Haut leicht an. Leidet die Person tatsächlich an einer Allergie gegen die aufgebrachten Pollenarten, kommt es nach 20 bis 30 Minuten zum Anschwellen oder zum Jucken der behandelten Hautstellen. Zur Bestätigung des Pricktests kann außerdem ein Bluttest erfolgen. So sind im Falle von Heuschnupfen Antikörper gegen die Allergene im Blut zu finden.

Komplikationen

Die Gräserpollen-Allergie ist durch ihr saisonales Auftreten für die Betroffenen sehr gut vorauszusehen und durch das weitgehende Meiden der Allergene sowie die Einnahme von Medikamenten bei Bedarf in der Regel gut zu beherrschen. Dennoch können auch diese Erkrankungen sowohl lokale als auch größere Komplikationen mit sich bringen. Besonders in regenarmen und windigen Sommern ist mit einer vermehrten Belastung zu rechnen. Das bedeutet, dass Patienten oft einen heftigeren Fließschnupfen bekommen, häufigere Niesattacken bekommen und stärker als sonst mit juckenden und geröteten Augen zu kämpfen haben. Dies kann zu vermehrten lokalen Entzündungen führen.

Betroffen sind die Nasenschleimhaut, die vom Schnäuzen strapazierte Partie im unteren Bereich der Nase und die Augen. Letztere reagieren oft mit besonders starker allergischer Bindehautentzündung, wenn der Patient aufgrund des Juckreizes das ständige Reiben nicht unterlassen kann. Zu den lokalen Komplikationen im Bereich Augen und Nase kommt die Gefahr, dass sich bei Allergiker ein Asthma Bronchiale entwickelt. Diese Verlagerung hinunter auf die unteren Atemwege wird als Etagenwechsel bezeichnet und macht sich durch Husten und Atemprobleme bemerkbar. Eine weitere Komplikation der Gräserpollen-Allergie kann eine Beteiligung des Magen-Darm-Trakts oder ein ausgeprägtes Schlappheitsgefühl sein. Zudem ist es möglich, dass eine stark verstopfte Nase die Nebenhöhlen in Mitleidenschaft zieht und auch Kopfschmerzen verursachen kann.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Gräserpollen-Allergie setzt sich aus drei Stufen zusammen. Dies sind das Vermeiden der auslösenden Allergene, die Pharmakotherapie sowie die spezifische Immuntherapie.

Das Vermeiden der Allergene gilt als besonders wichtig, was allerdings bei Gräserpollen nicht leicht ist, weil sie in der Luft umherfliegen. Daher ist eine totale Vermeidung kaum zu erreichen. Aus diesem Grund kommen meist Medikamente wie Cromoglicinsäure oder Antihistaminika zum Einsatz.

Die Antihistaminika wirken den symptomauslösenden Effekten des Botenstoffs Histamin entgegen. Sie lassen sich sowohl als Nasenspray als auch in Tablettenform zur systemischen Anwendung darreichen. Gängige Präparate sind Fexofenadin, Loratadin und Levocetrizin.

Als wirksamstes Mittel gegen Heuschnupfen gelten topische Glukokortikoide wie Mometason, Budesonid, Fluticason und Flunisolid. Von ihnen werden sämtliche nasale Beschwerden unterdrückt.

Um eine dauerhafte Besserung des Heuschnupfens zu erreichen, gilt eine spezifische Immuntherapie als sinnvoll. Bei dieser Hyposensibilisierung erhält der Körper das auslösende Allergen in ansteigender Dosis, wodurch er sich im Laufe der Zeit daran gewöhnen kann. Schließlich stuft der Organismus die Gräserpollen-Allergene nicht mehr als Gefahr ein.



Vorbeugung

Die Vorbeugung einer Gräserpollen-Allergie ist nur zum Teil möglich. Den Beschwerden lässt sich jedoch begegnen, wenn während der Gräserpollensaison ein Schutzvlies am Fenster angebracht wird, der Patient bei geschlossenem Fenster schläft und die Pollen mithilfe eines Staubsaugers, der mit einem HEPA-Filter ausgestattet ist, von Teppich und Polstermöbeln absaugt. Parkett- oder Fliesenböden sollten täglich gewischt werden. Die Bettwäsche ist regelmäßig zu reinigen.

Bücher über Allergien

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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