Glaukomanfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
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Der Begriff Glaukom bezeichnet viele verschiedene Formen des grünen Stars. Tritt ein Glaukomanfall ein, entsteht eine plötzliche Erhöhung des Augeninnendrucks. Während bei vielen anderen Formen des Glaukoms ein langwieriges Geschehen im Vordergrund steht, tritt der Glaukomanfall plötzlich ein. Jene Erkrankung ist ein augenärztlicher Notfall.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Glaukomanfall?

Liegt ein Glaukomanfall vor, besteht eine plötzliche Abflussstörung des Kammerwassers. Vorwiegend ist der Kammerwinkel verengt bzw. verlegt, sodass ein Abfluss durch die Iris bzw. Regenbogenhaut nicht oder nur sehr schwer möglich ist. Jenen Zustand bezeichnet der Mediziner auch als Pupillarblock oder Winkelblock. Auf Grund jener Abflussbehinderung kommt es - innerhalb kürzester Zeit - zu einer eklatanten Erhöhung des Augeninnendrucks.

In vielen Fällen wurden Werte dokumentiert, welche dreifach so hoch wie der Normalzustand waren. Aus diesem Grund sind Werte von 70 mm/HG keine Seltenheit. Im Regelfall ist jedoch nur ein Auge von dem Glaukomanfall betroffen. Jener Zustand bedarf einer sofortigen augenärztlichen Behandlung und gilt als medizinischer Notfall. Wird keine oder zu späte Behandlung durchgeführt, kann ein irreparabler Sehnervschaden sowie Erblindung des Auges eintreten.

Usachen

Für die Entstehung des Glaukoms ist nicht der absolute Augeninnendruck verantwortlich. Vielmehr ist die Differenz zwischen dem Druck der Blutgefäße in der Netzhaut bzw. den Sehnerven (Perfusionsdruck) und dem Augeninnendruck von Bedeutung. Ist der Augeninnendruck derart erhöht, dass er den Wert des Perfusionsdrucks erreicht bzw. gar übersteigt, können Blutgefäße "abgeklemmt" werden. Aus diesem Grund wird der Blutfluss gestoppt.

Jedoch haben neuere Untersuchungen gezeigt, dass rund 50 Prozent aller Betroffenen tatsächlich über einen abnorm hohen Druck des Augeninneren verfügen. Auch wenn bei der Hälfte der Patienten der Augeninnendruck unter 25 mm/HG liegt, bestehen bereits Durchblutungsstörungen. Das zeigt auch, dass nur rund 50 Prozent aller Ursachen eines Glaukomanfalls daher entstehen, wenn das Kammerwasser am Abfluss gehindert wird. Schlussendlich können auch Veränderungen der Blutgefäße oder auch allgemeine Störungen des Kreislaufs verantwortlich sein, dass ein Glaukomanfall eintritt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Glaukomanfalls:

Vorwiegend klagen die Patienten über einen extrem harten Augapfel und haben ein sichtbar gerötetes Auge. Ebenfalls berichten die Betroffenen über relativ starke Augenschmerzen bzw. können auch gastrointestinale Symptome (wie etwa Übelkeit und Erbrechen) auftreten. In vielen Fällen leiden die Patienten unter einem plötzlichen Sehverlust bzw. berichten über ein Sehen von sogenannten Farbringen.

Weitere Symptome sind unter anderem starke Kopfschmerzen sowie auch Herzrhythmusstörungen. Lässt der Patient die Symptome nicht abklären bzw. folgt keine Behandlung, erblindet er auf dem betroffenen Auge. Dies deshalb, weil der Sehnerv immer weiter geschädigt wird. Je länger der Patient unter einem Glaukom leidet, desto höher stehen die Chancen, dass plötzlich ein Glaukomanfall eintritt. Ebenfalls muss der Patient damit rechnen, dass Schäden, welche bereits aufgetreten sind, nicht mehr behoben werden können.

Diagnose

Vorwiegend hebt der Mediziner die Krankengeschichte des Patienten ein bzw. versucht auch herauszufinden, ob der Betroffene etwaige risikoträchtige Medikamente zu sich genommen hat. Eine Palpation des Augapfels sowie eine Messung des Augeninnendrucks sind weitere Vorgehensweisen, damit die Diagnose gestellt werden kann. Ebenfalls untersucht der Mediziner das Trabekelsystem.

Behandlung und Therapie

Bei der chirurgischen Therapie wendet der Mediziner die Zyklokoagulation an. Hier verödet der Arzt den Ziliarkörper. Bei der Iridektomie wird eine kleine Öffnung - direkt in die Iris bzw. Regenbogenhaut - gemacht. Weitere chirurgische Therapien sind etwa die Goniotomie und auch die Trabekulotomie. Hier wird das Trabekelsystem eröffnet und die Verbindung zwischen der Vorderkammer des Auges und dem Schlemm-Kanal überprüft bzw. gereinigt.

Bei der Goniotrepanation und der Trabekulektomie wird ein Abflusskanal gelegt. Jener "Abflusskanal" wird unter die Bindehaut bzw. zwischen der Vorderkammer des Auges angebracht. Bei der Kanaloplastie handelt es sich um ein neues Verfahren. Der Mediziner legt bei jenem Verfahren ein ringförmiges Implantat in den Schlemm-Kanal. Mit jenem Implantat soll der Kanal offengehalten werden. Die zusätzliche Katarakt-Operation sorgt für eine Verkleinerung der sogenannten hypertrophierten Linse. Somit entsteht - im gleichen Zug - eine Erweiterung des Kammerwinkels.

Neben der chirurgischen Therapie kann der Mediziner auch eine Laser-Therapie durchführen. Mittels Neodymium-YAG-Laseriridotomie kann in die Iris bzw. äußere Regenbogenhaut eine Öffnung gemacht werden. Bei der Zyklophotokoagulation bzw. der Laserzyklodestruktion wird der Ziliarkörper - mittels Laser - verödet. Bei jenem Verfahren entstehen Narben, welche jedoch gleichzeitig als Abflussmöglichkeit für das entstandene Kammerwasser dienen. Bei einer Argonlasertrabekuloplastik versucht der Arzt - mittels Laser - den Kammerwinkel aufzuweiten. Ebenfalls gibt es noch die Möglichkeit der SLT - der Selektiven Laser Trabekuloplastik.

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Vorbeugung

Der grüne Star bzw. das Glaukom kann - mittels Augeninnendruckmessung - vorgebeugt bzw. verhindert werden. Vor allem nach Verletzungen des Auges bzw. nach Verwendung von Kortison, sollten regelmäßige Untersuchungen des betroffenen Auges durchgeführt werden. Ebenfalls gibt es die Glaukom-Früherkennung. Bei jener Methode werden Menschen untersucht, welche noch keine Beschwerden aufweisen. Einen Glaukomanfall kann man nur bedingt vorbeugen; wichtig ist, dass begünstigende Faktoren (etwa Medikamente) vermieden werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Sikol kommentierte am 30.07.2016 um 18:54 Uhr

Bei der letzten augenärztlichen Untersuchung, lang der Augeninnendruck rechts bei 28, ich habe nun Tropfen bekommen um den Druck zu senken. In zwei Wochen erfolgt wieder eine Kontrolle. Nun ist es seit drei Tagen so, dass gegen Abend ein Druckgefühl im rechten Auge entsteht. Sobald ich aufstehe, wird mir nur am rechten Auge "schwarz vor Augen". Setzte ich mich wieder sehe ich wieder etwas klarer, aber das Auge ist rot und sieht wässrig aus. Zusätzlich hab ich ein extremes Druckgefühl oberhalb der Augenlider. Kühlen hilft nicht. Handelt es sich hier um einen Glaukomanfall? Der Sehnerv ist laut AA schon stark beschädigt. Oder kann es sich hier auch um eine Migräne handeln, unter der leide ich schon seit vielen Jahren und hatte sie bisher immer nur links. Über eine Rückmeldung wäre ich sehr dankbar.