Glaskörper

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Glaskörper

Der Glaskörper (Corpus vitreum) füllt als Teil des Auges ungefähr zwei Drittel der hinteren Augenkammer aus. Seine Hauptfunktion besteht in der Erhaltung der Augapfelform. Er ist ein fester Bestandteil des Auges. Die Augenheilkunde ordnet den Glaskörper dem mittleren Augenabschnitt zu.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der Glaskörper gehört zur Anatomie und Augenheilkunde. Corpus vitreum ist eine geleeartige, homogene und durchsichtige Substanz, die die Form der Augen erhält. Er liegt zwischen Linse (vorne) und Netzhaut (hinten). Über der Linse liegen die Aderhaut und die Zonulafasern. Der Schelmkanal und die Irisfortsätze liegen vor der Aderhaut. Vor der Linse sind die Pupille und die Iris in der vorderen Augenkammer positioniert und von der Hornhaut umgeben.

Anatomie

Der Glaskörper besteht zu 98 Prozent aus Wasser, die übrigen zwei Prozent sind Kollagenfasern und Hyaluronsäure-Moleküle. Dieses feine, dreidimensionale Netzwerk besteht vornehmlich aus Kollagen vom Typ II und IX. Hyaluronsäure gehört zu den Glykosaminoglykanen (Vielfachzucker). Als extrazelluläre Matrix des Körpers bildet sie eine Füllung der zellulären Zwischenräume. Aufgrund ihrer Struktur ist Hyaluronsäure in der Lage, große Mengen Wasser zu speichern. Bedingt durch die hohe Wasserbindungskapazität ist ihre Umgebung wie der Glaskörper des Auges geleeartig ausgebildet. Der Glaskörper weist keine Blutgefäße und Nerven auf.

Anatomisch wird ausschließlich der verkrümmte Rest einer embryonalen Arterie nachgewiesen. Dieses Blutgefäß transportiert alle für die Bildung des Glaskörpers zuständigen Substanzen in den Augapfel. Der Glaskörper bildet eine durchsichtige und kugelförmige Struktur im Inneren des Auges.

Der Glaskörper wird nach vorne hin durch die Linse und nach hinten durch die Retina (Netzhaut) begrenzt. Erst gegen Ende des embryonalen Entwicklungsprozesses bildet sich die Arteria haloidea zurück und verbleibt als Cloquet-Kanal im Zentrum des Glaskörpers bis zum Lebensende erhalten.

Funktion

An der Hornhaut (Cornea) werden die einfallenden Lichtstrahlen entsprechend ihrem Einfallwinkel gebrochen und gebündelt. Anschließend durchqueren sie den Glaskörper und fallen auf die dahinter liegende Netzhaut. Auf dieser befinden sich die Fotorezeptoren, die Lichtsignale in elektrische Reize umwandeln.

Diese Signale stoßen eine komplexe Signalkaskade an, die bis zum zentralen Nervensystem reicht. Dort entsteht das Bild, das die Menschen befähigt, zu sehen. Die Transparenz des Glaskörpers ist die wichtigste Voraussetzung für die uneingeschränkte Einstrahlung der Lichtstrahlen auf die Retina.



Erkrankungen des Glaskörpers

Durch degenerative Veränderungen bei Kurzsichtigkeit, Alterungsprozesse, Blutungen und Entzündungen kann es zu Erkrankungen des Glaskörpers kommen. Der Augenarzt stellt Erkrankungen am Glaskörper durch ein sogenanntes Flocken- oder Mückensehen fest, wenn die Patienten auf einen hellen Untergrund schauen.

Sobald diese Veränderungen der Sehfähigkeit eintreten, muss der Augenmediziner weitere Untersuchungen vornehmen, um die Ursache abzuklären, da der Glaskörper eine Verbindung zur Netzhaut darstellt und sich eine Veränderung auch auf diese negativ auswirken kann.

Der Mediziner prüft die Sehschärfe, misst den Augendruck und untersucht die Augenstrukturen mittels einer Spaltlampe. Zudem nimmt er eine medikamentöse Erweiterung der Pupillen vor, um mit einer Lupe oder einem Kontaktglas die Aderstrukturen von Glaskörper und Netzhaut zu untersuchen. Die Patienten müssen darauf achten, dass das Führen eines Autos aufgrund der erweiterten Pupillen nach dieser Untersuchung untersagt ist.

Einfache und harmlose Trübungen des Glaskörpers können nicht therapiert werden. Sie sacken im Auge ab und machen sich anschließend kaum bemerkbar. Liegen andere Ursachen für eine Erkrankung des Glaskörpers vor, werden diese entsprechend der Indikation behandelt. Nur in Ausnahmefällen ist die Entfernung des Glaskörpers durch eine Vitrektomie (Teilschritt einer Augenoperation zur gezielten, teilweisen Entfernung des Glaskörpers) notwendig.

Häufige Erkrankungen sind die Glaskörperabhebung (Ablösung von Ober- und Hinterseite der Netzhaut), Glaskörperblutung (Blutung im Glaskörper), Glaskörperdestruktion (Zerstörung), Glaskörperentzündung (Uveitisk, chronisch oder akut, aber selten aufgrund von Struktur und Gefäßversorgung), Synchisis scintillans (Funkensehen bei Cholesterin-Einlagerungen), Glaskörpertrübung und ein persistierender hyperplastischer primärer Glaskörper (angeborene Fehlbildung).

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