Gewebeprobeentnahme

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Juli 2016
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Bei einer Gewebeprobeentnahme erfolgt das Entnehmen von Körpermaterial. Anschließend findet eine ausführliche Analyse der Probe statt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gewebeprobeentnahme?

In der Medizin trägt die Gewebeprobeentnahme auch die Fachbezeichnung Biopsie. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Wörtern „Bios“ (Leben) und „Opsis“ (Sehen) zusammen. Bei diesem Verfahren entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus dem Körper des Patienten und lässt sie in einem Labor von einem Pathologen mikroskopisch untersuchen. Dabei können auch chemische Verfahren vorgenommen werden. Mithilfe der Gewebeprobeentnahme ist es möglich, krankhafte Veränderungen im feingeweblichen Aufbau des Gewebes zu erkennen. Eine besonders wichtige Rolle spielt die Biopsie bei der Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren.

Anwendungsgebiete

Typische Anwendungsgebiete der Gewebeprobeentnahme :

Zur Anwendung gelangt eine Gewebeprobeentnahme, um dem untersuchenden Arzt Aufschluss darüber zu verschaffen, ob ein bestimmtes Organ erkrankt ist oder nicht. Darüber hinaus liefert die Biopsie Hinweise über das Ausmaß einer Erkrankung sowie über den Verlauf der Behandlung. Durchgeführt wird eine Entnahme von Gewebe jedoch in der Regel erst dann, wenn vorherige Untersuchungsverfahren wie eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomographie (CT) nicht alle Fragen beantworten können.

Als wichtigstes Einsatzgebiet der Gewebeprobeentnahme gilt die Krebsdiagnostik. Zeigen sich zum Beispiel beim Abtasten der Brust sowie bei einer Mammographie verdächtige Knoten, ist eine sichere Beurteilung, ob es sich um gutartige oder bösartige Veränderungen handelt, erst durch das mikroskopische Untersuchen einer Gewebeprobe möglich. Von Wichtigkeit ist die Biopsie außerdem bei zahlreichen anderen Erkrankungen. Darüber hinaus erfolgt eine Entnahme von Gewebe, um den Verlauf einer Krankheit zu beurteilen.

Zu den häufigsten Anwendungsgebieten der Biopsie zählen Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Leukämie (Blutkrebs), Vergrößerungen der Prostata (Vorsteherdrüse), Schilddrüsenerkrankungen, Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis) sowie eine Leberzirrhose. Grundsätzlich ist es mit modernen Geräten möglich, Gewebeprobeentnahmen an beinahe sämtlichen Stellen des Körpers durchzuführen.

Welche Methoden und Verfahren gibt es?

Gewebeprobeentnahmen lassen sich in unterschiedliche Verfahren einteilen. So gibt es zum Beispiel die endoskopische Biopsie, die im Rahmen einer Endoskopie (Spiegelung) erfolgt. Dabei kann im Rahmen einer Magenspiegelung (Gastroskopie) durch eine kleine Zange eine Gewebeentnahme der Magenschleimhauthaut stattfinden. Von einer Nadelbiopsie oder Punktionsbiopsie ist die Rede, wenn die Entnahme des Gewebes mithilfe einer Hohlnadel vorgenommen wird. Dabei lässt sich zwischen einer Stanzbiopsie, die zur großflächigen Gewebeentnahme dient, sowie einer Feinnadelbiopsie die tieferliegendes Gewebe entnimmt, unterscheiden.

Im Rahmen einer Knochenmarkbiopsie führt der Arzt eine Untersuchung des Knochenmarks durch. Dabei kann die Probe aus dem Brustbein oder dem Beckenkamm stammen. Mithilfe der Knochenmarkbiopsie lässt sich zudem ein geeigneter Spender ermitteln. Eine weitere Variante stellt die Exzisionsbiopsie dar. In deren Rahmen werden mit einem Skalpell größere Gewebeteile entnommen, was beispielsweise bei einem auffälligen Muttermal der Fall ist. Die zu untersuchende Veränderung wird im Rahmen des Verfahrens herausgeschnitten. Dabei wird auch sichtbar gesundes Material, das an den Tumor angrenzt, entnommen.

Was muss der Patient im Vorfeld und bei der Nachsorge beachten?

Vor der Durchführung einer Gewebeprobeentnahme sind einige wichtige Aspekte zu beachten. So sollte die untersuchte Person stets nüchtern sein. Das bedeutet, dass sie bereits mehrere Stunden vor der Biopsie keine Nahrung und auch keine Getränke mehr zu sich nehmen darf. Ist der Bauch stark behaart, kann bei einer Gewebeentnahme im Bauchraum möglicherweise eine Rasur nötig sein. Falls erforderlich, erhält der Patient vor Beginn der Biopsie ein Beruhigungsmittel oder Schmerzmittel.

Die exakte Lage des Gewebes wird vor seiner Entnahme durch endoskopische bzw. radiologische Verfahren oder eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) bestimmt. Des Weiteren erfolgen einige notwendige Voruntersuchungen. Dazu gehört vor allem die Kontrolle der Blutgerinnungswerte Im Anschluss an die Gewebeentnahme darf sich der Patient vorübergehend körperlich nicht anstrengen und muss auf sportliche Aktivitäten verzichten. Auf diese Weise lassen sich Nachblutungen entgegenwirken.

Durchführung - Wie läuft die Untersuchung ab?

Bei einer Gewebeprobeentnahme handelt es sich nicht um einen großen Eingriff. Die Untersuchung beginnt mit der örtlichen Betäubung sowie dem Desinfizieren des betroffenen Körperbereichs. Die sterilen Bedingungen sind wichtig, damit die Gewebeprobe nicht verunreinigt wird. Wie genau der Ablauf der Gewebeentnahme aussieht, richtet sich nach dem jeweiligen Verfahren. Handelt es sich zum Beispiel um eine Nadelbiopsie, wird die Gewebeprobe mit einer Hohlnadel entnommen. Die Gewebeteile werden nach der Entnahme im Hohlraum der Nadel gelagert.

Von dem zu untersuchenden Organ hängt es ab, welche Nadeln zur Gewebeprobeentnahme eingesetzt werden. So greift der Arzt bei einer Feinnadelbiopsie auf sehr dünne Nadeln zurück, um damit einzelne Zellen oder Flüssigkeit entnehmen zu können. Dagegen kommen bei einer Stanzbiopsie dickere Nadeln zur Anwendung. Sie eignen sich zur Entnahme von größeren Gewebeteilen.

Muss die Gewebeprobe aus einem tieferliegenden Körperabschnitt wie der Leber erfolgen, kontrolliert der Arzt den Eingriff durch Röntgenaufnahmen oder eine Computertomographie, was über einen Bildschirm stattfindet. Im Falle einer Probeexzision schneidet ein Chirurg die zu untersuchende Stelle mit einem Seziermesser heraus. Prinzipiell sollte dieser Eingriff jedoch nur bei kleineren Läsionen stattfinden. Die Aussagekraft der Gewebeentnahme hängt letztlich davon ab, ob sich die Veränderungen des Gewebes durch die Probe erfassen lassen oder nicht. Um dies festzustellen, wird die entnommene Probe in ein Labor eingeschickt und dort ausführlich analysiert.

Eigenleistung oder Krankenkasse - wer übernimmt die Kosten?

Erfolgt die Gewebeprobeentnahme auf ärztliche Anweisung und ist medizinisch notwendig, werden die Kosten für die Untersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Laborkosten liegen bei ca. 10 Euro.



Risiken, Komplikationen und Nebenwirkungen

In den meisten Fällen ist die Entnahme von Gewebe nicht mit größeren Komplikationen verbunden, da es sich eher um einen kleineren Eingriff handelt. Bei manchen Patienten sind allerdings unerwünschte Nebenwirkungen möglich. Dazu zählen in erster Linie Verletzungen, Blutungen und Entzündungen. Um Wundinfektionen zu vermeiden, ist eine gründliche Desinfektion im Vorfeld daher überaus wichtig.

Mitunter kann es auch zur Beeinträchtigung von benachbarten Körperstrukturen und Organen kommen. Gelegentlich führt die Einnahme von Schmerzmitteln oder Beruhigungsmitteln bei einigen Patienten zu Unverträglichkeiten. Als sehr gering gilt das Risiko, dass durch die Gewebeprobeentnahme möglicherweise Krebszellen in andere Körperregionen verschleppt werden. Während dies bei Brustkrebs oder Prostatakrebs keine Rolle spielt, kann bei schwarzem Hautkrebs eine geringfügige Verschleppungsgefahr bestehen.

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