Gewöhnliche Rosskastanie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. April 2016
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Bei der Gewöhnlichen Rosskastanie handelt es sich um einen Baum, der in Mitteleuropa weit verbreitet ist. Die Samen der Rosskastanie eignen sich zur Behandlung verschiedener Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) gehört zur Gattung der Rosskastanien (Aesculus) und ist Bestandteil der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae). Der Rosskastanienbaum ist auch unter den Bezeichnungen Weiße Rosskastanie oder Gemeine Rosskastanie bekannt. Die Gewöhnliche Rosskastanie zählt zu den sommergrünen Laubbäumen. Sie erzielt Wuchshöhen von zu 30 Metern. Das maximale Alter des Baumes beträgt ungefähr 300 Jahre.

Aus den Samen der Gewöhnlichen Rosskastanie werden Cremes und Salben hergestellt die u.a. gegen Krampfadern und schwere Beine wirken.

Die Blätter der Rosskastanie sind groß und bestehen aus sieben fingerähnlichen Teilen. Die Blütezeit des Baumes setzt im Mai ein. Dann zeigen sich die Blüten, die dicken Kerzen ähneln und auf den Zweigen zu finden sind. In der Herbstzeit gehen aus den Blüten die Kastanienfrüchte hervor. Diese befinden sich in einer grünen stacheligen Schale. Die Samen der Gewöhnlichen Rosskastanie erreichen einen Umfang von ca. 3 bis 5 Zentimetern. Sie haben eine runde Form und weisen eine rotbraune Färbung auf.

Der Ursprung der Gewöhnlichen Rosskastanie liegt in Indien, Zentralasien sowie südosteuropäischen Regionen wie dem Balkan. Im Laufe der Zeit konnte sich der Baum aber auch im übrigen Europa gut verbreiten und zählt zu den typischen Stadtbäumen. Häufig ist die Rosskastanie in Alleen, Parks, Gärten sowie an Waldrändern zu finden. Die wertvollen Samen des Baumes lassen sich im Herbst sammeln.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Den wichtigsten therapeutischen Inhaltsstoff der Gewöhnlichen Rosskastanie stellt das ß-Aescin dar. Es verfügt über die Eigenschaft, sich positiv auf die menschlichen Blutgefäße auszuwirken. Dabei verringert das ß-Aescin die Aktivität von lysosomalen Enzymen. Diese treten vor allem bei Erkrankungen der Venen auf und führen zur Schädigung der Blutgefäßwände. Aufgrund der gefäßabdichtenden Wirkung reagieren die Blutgefäße weniger empfindlich.

Gleichzeitig steigert das ß-Aescin die Spannkraft der Venen. Weitere Inhaltsstoffe der Gewöhnlichen Rosskastanie sind Alantoin, Aesculin, Flavone, Flavonglykoside, Linolensäure, Saponine, Kampferöl, Cyanidin, Cholin, Angelinsäure, Gerbsäure, Bitterstoffe und Cumarine. Zur Anwendung kommen kann die Gewöhnliche Rosskastanie sowohl innerlich als auch äußerlich. So sind die Darreichungsformen unterschiedlich.

Die Samen, die reichlich Saponin enthalten, lassen sich in Form von Tee oder als Tinktur einnehmen, um die Blutgefäße zu stärken. Außerdem befreien sie die Arterien von Ablagerungen. Bei der Zubereitung des Tees muss der Anwender darauf achten, dass die Blätter keine Schädlinge enthalten. Angeboten wird die Rosskastanie auch in Form von Kapseln und Tabletten, die sich bequem und geschmacklos einnehmen lassen. Außerdem gibt es Flüssigkeitsextrakte und Emulsionen. Für deren Herstellung kommen die Samen sowie mitunter auch die Rinde des Baumes zur Anwendung. Nicht selten wird die Rosskastanie auch mit anderen Pflanzen wie zum Beispiel Arnika kombiniert.

Eine weitere häufige Darreichungsform der Gewöhnlichen Rosskastanie stellen Cremes und Salben dar. Sie dienen zum Einreiben der Unterschenkel bei Schwellungen und Krampfadern. Der empfohlene Wirkstoffgehalt liegt bei 100 Gramm bei einem Gramm reinem Aescin. Zur Behandlung trägt der Patient die Salbe jeden Tag dünn auf die betroffenen Stellen auf. Ebenfalls im Handel erhältlich sind Präparate mit Blättern der Gewöhnlichen Rosskastanie. Sie eignen sich zur Behandlung von schmerzenden, schweren Beinen und juckenden Hämorrhoiden. Aufgrund des hohen Saponingehalts ist es ratsam, die Bestandteile der Rosskastanie nur in Maßen einzunehmen und sich an die empfohlene Dosis zu halten.

Wogegen hilft die Gewöhnliche Rosskastanie?

Bedeutung für die Gesundheit

Die Volksheilkunde erkannte die positive Wirkung der Gewöhnlichen Rosskastanie schon früh. In den großen Kräuterbüchern wurde der Baum allerdings erst ab dem 16. Jahrhundert erwähnt. In der heutigen Zeit gehört die Rosskastanie zu den anerkannten pflanzlichen Arzneimitteln. So gilt sie bei innerlicher Anwendung als wirksam gegen chronische Venenschwäche, Krampfadern, Juckreiz, Wadenkrämpfe, Spannungsgefühle in den Waden und schwere Beine, die mit Schmerzen verbunden sind.

Aber auch Veränderungen an der Haut wie Unterschenkelgeschwüre oder Schwellungen der Weichteile im Anschluss an operative Eingriffe oder Unfälle lassen sich mit der Gewöhnlichen Rosskastanie wirksam behandeln. Darüber hinaus eignet sich das pflanzliche Mittel als Vorbeugungsmaßnahme gegen geschwollene Beine und Thrombosen bei langen Flügen. Zur Behandlung von Husten wird die Einnahme eines Tees aus Rosskastanienblüten empfohlen. Überdies gilt eine Blütentinktur als hilfreich gegen Rheumabeschwerden.

Äußerlich hilft die Gewöhnliche Rosskastanie bei Blutergüssen, örtlichen Schwellungen und Venenleiden. Sogar juckende Hämorrhoiden lassen sich erfolgreich behandeln. Mitunter kann die innerliche Anwendung der Gewöhnlichen Rosskastanie unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen. Dazu gehören Magenprobleme, Übelkeit, Kopfschmerzen und Juckreiz. Keinesfalls verzehrt werden dürfen die Kastanien des Baums. So können sie Magen-Darm-Beschwerden und im schlimmsten Fall sogar den Tod verursachen. Nur selten kommt es bei der äußerlichen Anwendung der Gewöhnlichen Rosskastanie zu Nebenwirkungen wie Juckreiz.

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